XX Vorwort
Ueber den Plan und die^Oekonomiedes Staatslexikons mögen noch einigeerläuternde Worte hier ihre Stelle finden.
Thunliche Vollständigkeit in Allem, was als wahrhaft nothwendig odernützlich, d. h. in Bezug auf die oben angezeigten Zwecke als lehrreich oder bemerkens-werth zu erkennen ist, verbunden mit jeder solchen Zwecken unnachtheiligen Spar-samkeit in Auswahl und Ausdehnung der Artikel, wird unser erstes Gesetz sein.In Folge desselben, überhaupt in Folge unseres Zweckes, werden weiter die nachste-henden Maximen uns leiten: Popularität der Darstellung, unbeschadet derGründlichkeit, sonach Enthaltung von jeder mehr zur Ostentation als zurGediegenheit dienenden pedantisch gelehrten Ausstassirung, fortwährende Richtungaufs rein Dogmatische und Praktische, daher auch Beschränkung der histo-rischen, statistischen und literairischen Notizen auf das mit den Hauptleh-ren oder mit dem dogmatischen und praktischen Zweck in näherer Verbindung Ste-hende, d. h. zur Beleuchtung oder gründlichen Erkenntniß wirklich Nothwendige,endlich — bei der unermeßlichen Ausdehnung des staatswissenschastlichen Gebietes— selbst Verzichtleistung auf die detaillirte Behandlung derjenigen Partieen, welcheentweder zum gründlichen Anbau eine ganz besondere Widmung erheischen,oder allernächst nur einer eigenen Classe von Saatsdienern nöthig sind —wie z. B. mehrere blos technische Partieen derCameralistik, der Staatsarz-neikunde u. s. w. Wenn wir diese Beschränkung uns nicht auflegten, so würde,da der Staat fast alle Wissenschaften und Künste, theils unmittelbar,theils wenigstens mittelbar, für seinen Dienst oder für seine Zwecke in Anspruchnimmt, und sonach fast alle wenigstens als Hülfswissenschaften, wenn auch nicht alsintegrirende Bestandteile der eigentlichen Staatswissenschaft erscheinend sind, unserStaatslexikon bei consequenter Durchführung endlich zur allgemeinen Ency-klopädie werden. Alsdann aber würde es — wenn man den äußern Umfangdes Werkes nicht gleichfalls entsprechend weit ausdehnte und dadurch die Kostspie-ligkeit desselben auf abschreckende Weise vermehrte — auch die Hauptlehren nuräußerst abgekürzt vortragen»und überall mehr nicht als kurze Andeutungen oder fastnur trockene Nomenklaturen geben können.
Auch in Beziehung auf diejenigen Fächer, deren genauere Darstellung eigensim Zweck dieses Buches gelegen ist, werden wir, weil die Zersplitterung in allzu vielekleine Artikel der Lebendigkeit wie der Uebersicht Nachtheil bringt, so viel als mög-lich suchen, die Summe der Lehren und Notizen in eine kleinereAnzahl vonHauptartikeln zu sammeln, mit dem Vorbehalt, unter den minder wichtigenGegenständen diejenigen, welche der Leser gleichwohl unter ihrer eigenen Rubrik imLexikon aufzusuchen veranlaßt sein dürfte, zwar nach ihrer alphabetischen Folge imLexikon zu verzeichnen, jedoch entweder durch eine bloße Hinweisung auf einen um-fassendem oder Hauptartikel, oder auch durch eine bloße Namenserklärungoder ganz summarische Darstellung alldort zu erledigen. Dergestalt werden wir nichtnur zur Darstellung der Hauptlehren, zur Beantwortung der die öffentliche Mei-nung heut vorzugsweise beschäftigenden Fragen weit mehr Raum gewinnen unddaher im Stande sein, den Hauptbedürfnissen oder Hauptwünschen der Leser in weitgrößerem Maße zu entsprechen; sondern es wer den auch diese Leser mit weit wenigerMühe und Ueberdruß, als eine ins Kleine gehende Zerstückelung ihnen bereiten