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1 (1845) [Aac - Aus]
Entstehung
Seite
XII
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xn Vorwort

und um die Möglichkeit seiner Wiedereröffnung aufzuheben, ward die heiligeAllianz errichtet.

Aber die Revolution in der Bedeutung, worin wir oben das Wort nah-men, d. h. das Princip der gesetzlichen Freiheit und des vernünf-tigen Rechtes, war nicht getödtet worden durch Napoleons Sturz. Vielmehrhatte sie durch dieCharte, welche Ludwig XVIII. Frankreichzu verleihenfür gut oder nothwendig fand, einen neuen und festem Boden gewonnen; undauch auswärts war durch die den siegenden Völkern, allernächst den deutschen,in den Momenten der Hoffnung, der Freude und des Dankes gemachten Verhei-ßungen und verkündeten neuen Grundgesetze jenes Princip wenigstens zu theil-weiser Anerkennung und zur Aussicht aufallmälig zu erringenden vollständi-gem Triumph gelangt. Das konstitutionelle System, d. h. jenes derVolksrepräsentation und der dadurch beschränkten Fürstenmacht, hatte sichgrundgesetzlich ausgestellt neben jenem des Absolutismus; es hatte einen feier-lich anerkannten Rechtsboden gewonnen, wie einst der Protestantismus durchden Augsburger Religionsfrieden gegenüber dem des schweren Kampfesmüden Katholicismus. Wir nennen nur den Augsburger Religions-frieden und nicht denwestphälischen, weil durch Verkündung der Charte in Frank-reich und des landständischen VerfaHungsprincips in Deutschland die Verhältnissenoch keineswegs definitiv festgesetzt, sondern mehr nur eine Waffenruhe be-wirkt ward, aus welcher, wenn nicht ein günstiger Himmel die Ereignisse schnellerzum Guten lenkt neue verhängnißreiche Kämpfe hervorgehen mögen. Einneuer dreißigjähriger Krieg (um unser Gleichniß sortzuführen) wird mög-licherweise noch durchzukämpfen sein, um die endliche Befestigung des constitu-tionellen Princips durch einen neuen Friedensschluß so wie der Religions-friede erst durch den weftphälischen befestiget ward zu erringen.

Denn derStreitindenGemüthern, weit entfernt geschlichtet oder auchnur besänftiget zu sein, tobt heftiger jetzt als zuvor. Durch ganz Europageht die furchtbare Spaltung in zwei Systeme oder Richtungen, und zwarnicht nach den Ländern, sondern mitten durch alle Lander, Provinzen, Gemeindenund Familien. So wie in den Zeiten der kirchlichen Reformationskämpfe alle frü-her» Nationalsympathien und Antipathien, alle kleinern und particulairen Interes-sen der Völker und Staaten vor der großen und allgemeinen Angelegenheit derKirche oder der Gewissensfreiheit zurücktraten, und Europa getheilt nur in zweivermischt unter einander lebende Völker, Protestanten und Katholiken,erschien: also wiederholt sich heute, und noch scharfer bezeichnet, dieselbe Erscheinungin Ansehung der Conftitutionellgesinnten und der Ab so lutist en, odersage man der Liberalen und der Servilen, oder, wenn man will, der An-hänger der Revolution (in dem oben bezeichnten Sinne des Wortes) und jenerderReaction.

Freilich, so möchte man glauben, sollten die Verständigen und Wohlgesinntenauf beiden Seiten > und daß es derselben wirklich beiderseits-giebt, kann nur vonexaltirten Parteimenschen verkannt werden durch wechselseitiges Entgegenkom-men etwa zu einem in der Mitte gelegenen Punkt einer möglichen freundlichenVereinbarung gelangen können, oder wenigstens sollte ein Friedensstand unter