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durch die Berichte von Flüchtlingen oder entlassenen Fremden etwas gelichtet wurde; Be-richte , die selten die volle Präsumtion der Unparteilichkeit für sich haben. Wie das Leben, ^so war auch das Ende Francia's mysteriös oder doch das ausländische Publicum neckend.
Schon im Jahre 1837 wurde mit Bestimmtheit jein Ableben versichert, der 5. Novemberals sein Todestag angegeben und sein Nachfolger bezeichnet. Bald ward der Angabe wi-dersprochen ; sie ward erneuert und abermals widerrufen. In der That war sie falsch,und Francia ist erst am 10. oder 20. Sept. 1840, noch immer im Besitze seiner Gewalt,gestorben. Es wurden darauf zwei Consuln, Carlos Antonio Lopez und Mariano Roque fAlonzo ernannt, welche bis Anfang 1844 gemeinsam, unter Mitwirkung eines Congres-ses, regierten, der nur Eine Versammlung bildet. Im Jahr 1844 ward Lopez aufzehn Jahre zum alleinigen Präsidenten erwählt. Das Absperrungssystem ist etwas ge-mildert worden und Paraguay hat sich, weil es immer von der argentinischen Republikbedroht ward, in nähere Freundschaft mit den Gegnern der Letztem, namentlich mit Bra-silien zu setzen gesucht. — Viel Interessantes über das merkwürdige Land findet sich indes jüngern Rengger Reise in Paraguay. Aarau 1837. 8. Bülau.
Pariser Friede, s. Friedensschlüsse.
Parlament, s. England und Stände.
Parsireligion. — Der Cultus der Guebers. Zoroaster und derZend-Avesta. — I. Jener innerlich glanzvolle, hochpoetische Cultus, der mindestensein Jahrtausend lang in den weit ausgedehnten Gebieten des Perserreichs herrschte, istzwar keineswegs mehr die Staatsreligion in dem heutigen (mohamedanischen) Persien,dessen ungeachtet aber wichtig genug, um die Mittheilung eines besonderen Artikels dar-über zu rechtfertigen — sowohl in geschichtlicher Hinsicht (da so viele Millionen Menschenim Laufe der Jahrhunderte dieser Lehre huldigten), als auch als noch gegenwärtig beste-hender, zwar nur noch von einzelnen, wenig zahlreichen Stämmen (in den persischen Ge-birgen von Kirman und in Ostindien, zumal in Surate) geübter, seinem inneren We- lsen nach aber sehr beachtenswerther Religiöser Cultus. H
Als Gründer der Parsireligioü gilt Zoroaster (Aerduscht, d. h. Goldstern, Sterndes Glanzes), und die heiligen Schriften dieser Lehre sind in dem Buche Zend-Avesta j
enthalten, dessen nähere Kenntniß wir vorzüglich dem hohen Muthe, der unerschütter- !
lichen Ausdauer, der aufopfernden Liebe für die Wissenschaft zu verdanken haben, die l
den wahrhaft edlen Anquetil du Perron beseelten. Z
Die Zeit, in welcher Zoroaster lebte, ist durchaus ungewiß. Dasjenige, was uns !
von dem persischen Könige und überhaupt von den Verhältnissen erzählt wird, unter denen !
er gelebt und gelehrt haben soll, paßt durchaus in keine uns bekannte Epoche der persischen !
Geschichte. Während nun verschiedene Schriftsteller, um sich aus dem Gewirre wider- !
sprechender Angaben herauszufinden, die Existenz zweier Zoroaster annehmen, die ^
in ganz verschiedenen Zeiten gelebt haben sollen, hat uns eine nähere Prüfung vielmehr l
dahin geführt, selbst den einen Zoroaster nur als mythische, nicht als historische Per- ^
son anzusehen. (Zoroaster muß jedenfalls in die Zeit vor Christus versetzt werden,denn Platon nennt ihn schon. Auffallend ist die Ähnlichkeit seiner Lebensschicksale mitdenen von Jesus — von dem durch den persischen König bei Zoroaster's Geburt angeblich <befohlenen Kindermorde an bis zu dessen Emporsteigen zum Himmel.)—Die Lehre selbst,welche wir im Zend-Avesta niedergelegt finden, stammt den Grundzügen nach offenbaraus dem hohen Alterthume. Es läßt sich nicht verkennen, daß ihre Quelle in Indiengesucht werden muß. In jener Zeit, als die Hellenen mit den Persern in Berührungkamen, war sie wohl lange schon die allgemeine Landesreligion. Der Zend-Avesta selbstaber scheint uns aus späterer Zeit herzustammen. Er enthält mancherlei Abweichungenvon jenem Cultus, den die Griechen bei den Persern kennen lernten — Abweichungen,wie sie wohl nur in Folge einer Art Reformation entstanden sein dürften, die aller-dings die bis dahin schon bestandene eigentliche Grundlage des religiösen Gebäudes >
nicht geradezu umstürzte, doch aber sie im Einzelnen modificirte. (Der Zweck des Staats- ,
Lexikons gestattet nicht, diese Ansicht hier näher zu entwickeln.)