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10 (1848) [Not - Pra]
Entstehung
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Erangelogen, l^rangomänner. 121

wenigstens Achtung erwecken. — Zu dieser zähen Ausdauer gesellte sich aber eine zweiteNationaleigenthümlichkeit, nehmlich der Hang des Irländers zur Verschlossenheit, welcheriha veranlaßt, nun Dasjenige auf verstecktem Wege zu erstreben, was ihm auf offenem zuerreichen unmöglich war. So sehen wir etwa seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts daskirchlich-politische Bundeswesen in Irland entstehen, welches sich unter den verschieden-sten Formen, bald mehr, bald weniger öffentlich, in wechselnder Gestalt und unter ver-schiedenen Namen, oft unterbrochen und eben so oft wieder auflebend, in der Hauptsacheimmer denselben Zweck: Abwehr der englisch-protestantischen Anmaßungen, verfolgend,bis in die neuesten Zeiten forterhalten hat. Zuerst verbanden sich im Jahre 1762 diesogenannten Weißburschen (VVKitollays), denen bald darauf die Eichenherzen(Oesrt» ok osl<) sich zugesellten. Durch einen furchtbaren Eid verpflichteten die Bund-männer sich zu einem Vertilgungskriege gegen die Protestanten. Einen neuen Schwungaber bekam das Bundeswesen durch die nordamerikanische Revolution. Die Kräfte desMutterlandes wurden durch den jetzt entstehenden Kampf nach den widerspenstigen Eolo-nieen gezogen, Irland von Truppen entblößt und sogar der Schutz gegen äußere Angriffedem Volke selbst überlassen. Lauter sprach sich jetzt manche lange unterdrückt geweseneForderungaus, und die englische Regierung, durch den Colonialkrieg in Verlegenheit ge-setzt, konnte nicht umhin, wenigstens einige derselben zu befriedigen. Da folgte diefranzösische Revolution und bot die Veranlassung — der englischen Regierung gegenüberwenigstens den Vorwand- - dar zu einem bewaffneten Vereine unter dem Namender irischen Freiwilligen, welcher den Schutz des Landes gegen Feinde über-nehmen sollte. Schon nach einigen Jahren (1781) war dieser Verein auf 50,000 Mannangewachsen; immer bestimmter und dringender wurde das Verlangen nach Rechtsge-währung wenigstens in den wichtigeren Verfassungsverhältnissen, und abermals mußtedie Regierung sich zu einigen Concessionen bequemen, denn einem in Waffen gehendenVolke kann eine Regierung nicht wohl lange die Gewährung rechtmäßiger Forderungenvorenthalten. Die Irländer verlangten Unabhängigkeit ihres Parlaments vom englischen(gerade der nordamerikanische Befreiungskrieg hatte die Rechtmäßiqkeit dieser Forderungin ein neues Licht gestellt, und die Sympathie, das eigene Interesse gehoben), Reformdesselben und politische Emancipation der Katholiken. Wirklich wurde (1782) die Un-abhängigkeit des irischen Parlaments gewährt und zehn Jahre später den Katholiken,auch wenigstens das Stimmrecht bei den Parlamentswahlen wiedergegeben. Allein je mehrdie Irländer einzusehen ansingen/ was ihn?n eigentlich fehlte, desto weniger wurden siedurck so ungenügende, zum Theil ohnehin nur widerruflich gemachte Zugeständnisse be-friedigt. ' Dazu trat damals in der englischen Regierung und namentlich für Irland jeneZeit ein, wo man nur durch gewaltsame Unterdrückung der Volksrechte und — wegen derunentbehrlichen Mitwirkung der Parlamente — durch ein schamloses Bestechungssystemdiejenige Kraft glaubte bewahren zu können, deren man zum Schutze gegen die feindseli-gen Absichten Frankreichs bedurfte. So arbeitete die Regierung selbst fast systematischdarauf hin, das Bündnißwesen durch Steigerung der Unzufriedenheit zu befördern. Imsüdlichen Irland bildete sich der Bund der Recht burschen (kiglit-bo^s), zunächstgegen den Zehntdruck gerichtet; im nördlichen bestand schon seit 1791 der Bund derVereinigten Irländer, auch Defenders genannt, welcher bürgerliche undpolitische Freiheit überhaupt forderte, sich allmälig vom Norden der Insel über den Sü-den und Westen ausbreitete und besonders die Organisation und Bewaffnung der irischenFreiwilligen beförderte. Beide Verbindungen rechneten ohne Zweifel auf ihre phy-sische Ueberlegenheit, und wenn auch nur ein Theil der Klagen gegründet ist, welcheüber die Barbareien und Verwüstungen besonders der Defenders auf ihren Raubzügengeführt wurden, so war die Ruhe des Landes allerdings durch sie gewiß ernstlich bedroht.— Nur durch geistige Mittel, durch die moralische Kraft der Wahrheit und des Rechts,übrigens mit Festigkeit und Entschlossenheit das Ziel verfolgend, wollte die Gesell-schaft der irländischen Freunde der Freiheit und der Ruhe wirken.Sie war längst zu der den niederen, vom Elend gedrückten Classen noch nicht einleuchten-den Ueberzeugung gelangt, daß es für Irland keine Hoffnung mehr gebe, sich von der