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10 (1848) [Not - Pra]
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O'bonnelK

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ung der Katholiken mit einer Drohung, das protestantische England in seinen Grundfestenerschüttern zu wollen, wenn es die gerechten Forderungen zu versagen-sich erkühne.

Nie hatte Irland eine solche Sprache gewagt; nie England eine solche vernommen.Die ganze Welt horchte erstaunt auf, denn sie ahnete mit O'Connell's erstem Worte, dasbis zu ihr hinüberdrang, wie hier ein Volk durch ein Wunder aus seitrem Grabe auferwecktworden. Ganz Irland siel unmittelbar O'Connell zu; jedes irländische Herz wurde zueinem Echoseineremancipi rten" Sprache, und sehr bald wurde auch jedes Wortdes katholischen Irlands zu einem lebendigen Nachhalle der Art O'Connell's. Das ganzeWesen Irlands England gegenüber änderte sich zusehends; der demüthige, besiegte Sklaveschüttelte seine Demuth ab und verwischte mit ihr das Andenken der Besiegung.

Nur O'Connell vergaß die Geschichte seines Vaterlandes das heißt dieGeschichteder Niederlagen Irlands England gegenüber nicht einen Augenblick. Er hatte die-selbe mit liebeblutendem Herzen studirt, und diese Liebe ließ ihn ahnen, wo die Ursachen derNiederlagen Irlands zu suchen seien. Er sah daswilde" Irland so tapfer als ergebensich zehnmal für seine Freiheit opfern, ohne je einen andern Erfolg als neue Niederlagenund neue Ketten davon zu tragen. Er ahnte, daß dieWildheit" grade die Ursache derNiederlagen gewesen. Er fühlte heraus, daß der Schlachtenmuth eines verwilderten Vol-kes nie und nimmer genügen werde und könne, und deswegen suchte und fand er einen an-dern Weg, den des gesetzlichen Widerstandes der friedlichen Agi-tation.

Er sagte:Wir wollen nicht kämpfen, denn das ist nicht nöthig, nichtmenschlich, sondern thierisch. Wir wollen das Recht, das uns fehlt, mit Hilfe desRechts, das wir besitzen, erringen, das allein ist der höheren Natur des Menschen würdig;der blutige Sieg trägt in dem Blute, das er kostet, selbst den Keim neuen Kampfes undendlicher Niederlage; der unblutige Sieg mit den friedlichen Waffen der Ueberredung, derUeberzeugung ist, sobald er errungen worden, stets ein Schlußsieg. Er schreit nicht umRache, die neuen Kampf, neue Siege und am Ende doch wieder Besiegung und Unter-gang nach sich zieht. Wir wollen nicht kämpfen, denn unser Feind ist, wennnicht muthiger und tapferer als wir, «ns doch an Zahl, an Kriegserfahrung und an Mit-teln überlegen. Aber wir wollen ihn nicht eine Weile ruhen lasten; er soll unsere Stimmezu jeder Stunde des Tages und der Nacht, bei seinen Festen und in seiner Kirche hören;er soll keinen Gedanken mehr haben, den wir nicht durchkreuzen, keinen Genuß mehr, denwir nicht verbittern, keinen Schlaf mehr, den wir nicht stören." Das war O'Connell,das war der Grundsatz O'Connell's, das war die friedliche Agitation.

Zn diesem Gedanken stiftete er mit ein halb Dutzend ergebenen Freunden dieka-tholische Associatio n". Sie hatte vor Allem den Zweck derVereinigung derEmancipirten" und der öffentlichen Besprechung der Emancipation. Sehr bald bildetesich ein größerer Kreis um diese Gesellschaft. Die Reste früherer Gesellschaften zur Be-treibung der Emancipation und die ergebneren Freunde der Sache Irlands bildeten denKern. Mit den ersten öffentlichen Versammlungen aber, mit den ersten Reden O'Connell'swar ganz katholisch Irland gewonnen und auch geistig emancipirt. Dennjedes Wort dieser Reden trug den Stempel der innern Emancipation, jede Phrase dieserReden klang wie zerbrochene Ketten. Die thatkräftige Liebe O'Connell's zurgrünenInsel" wurde zum ersten Samen des Vaterlandsbewußtseins des Irländers; der nie ruhendeHaßO'Connell's gegen englische Unterdrückung zum lebendigen Stachel im Herzen von Altund Jung, so weit Irland seine Stimme vernahm. Und ganz katholisch Irland ver-nahm sie, denn wo er selbst nicht hindrang, da drang sein Echo in der Stimme Dessen,der ihn gehört, und insbesondere in der Stimme aller Priester, die in ihm denBefreier"lange vorher ahneten, ehe sie durch ihn befreit wurden. Die stets kecke und frohe LauneO'Connell's wurde zu einer vergifteten Waffe gegen England. Mit Hohn und Ironiegeißelte er die Ungerechtigkeit derSachsen". Witz, Hohn und Ironie aber sind schonan und für sich Zeichen der Freiheit; denn der Sklave empört sich wohl und erdolchtM-nen Herrn von vorn oder von hinten, ohne deswegen das Bewußtsein zu bekunden, daßer sich frei fühlt. Aber wenn er mit gefesselten Händen seinem Herrn ruhig und hohn-