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Nuntius rc.
düng gesetzt wurde, gab er der Wissenschaft Gestalt und Richtung bis auf die neueste Zeit.Die alten Münzen theilte er in 1) außerrömische, die auch die Münzen derStädte, Völker und Könige heißen oder griechische genannt werden, weil diese über-wiegen und nur wenige mit altspanischer, altitalischer und morgenländischer Schrift Vor-kommen ; 2) römische, die entweder konsularische oder Kaisermünzen sind.Für weitere Classificirung wählte er für die griechischen Münzen den geographischenEintheilungsgrund; für die konsularische die alphabetische und für die Kai-sermünzen die chronologische Ordnung. Als Nachfolger Eckhel's traten dannvorzüglich Neumann in Wien auf, D. Sestini in Berlin und A. Milli n in Pa-ris. Alle bedeutendere Cabinete, darunter das größte in Europa, das Pariser, wurdennach seinem Systeme geordnet. Gleichzeitig erwachte wieder ein größerer Eifer für dieNumismatik, namentlich in Frankreich, wo sich Mion net durch seine Nachbildung derantiken Münzen des Pariser Cabinets in Schwefelabgüssen ein besonderes Verdienst er-warb. Auch fehlte es nicht alljährlich an einer reichen und selbst über reichen numisma-tischen Literatur. In den letzten Jahrzehnten sind zwar die größeren numismatischenWerke seltener geworden; allein die Menge der Specialforschungen und der Abhandlun-gen über numismatische Einzelheiten dürfte eher zugenommen als abgenommen haben.Dem Charakter dieser neuesten Zeit gemäß hat sich die Numismatik auch eine eigene pe-riodische oder halb periodische Literatur geschaffen. Dahin gehören oder gehörten:„Schl ich tegroll's Annalen der gesammten Numismatik"; „Blätter für Münzkunde,oder hannoverische numismatische Zeitung" (Leipzig 1834); die in Paris erscheinende„Revue numismsti^ne" rc. Lexikograpbisch ist die Numismatik in Schmieder's„Handwörterbuch der gesammten Münzkunde" (Halle und Berlin 1811 —15) behan-delt; einen kurzen Abriß ihrer Geschichte giebt L eizmann (Erfurt 1828); eine Ueber-sicht der numismatischen Literatur bis zu Anfang dieses Jahrhunderts Lipsius in der„Ribliotkeca numaria" (Leipzig I80l)*). Seit der wissenschaftlichen Behandlung derNumismatik hat diese einen nicht unwichtigen Einfluß auf die Geschichtsforschung geäu-ßert. Eine lange Regentenreihe des bosporanischen Reichs wurde erst durch Münzen be-kannt, worüber die russische Akademie der Wissenschaften Untersuchungen hatte anstellenlassen; selbst das Dasein mancher kleineren Staaten des Alterthums konnte nur durch dieAuffindung von Münzen nachgewiesen werden. Noch manche weitere Aufklärung überdunkle Gebiete der Geschichte ist von der Numismatik zu erwarten. So arbeitet jetzt Ba-ron Chaudoir in Petersburg an einem großen Werke über chinesische Münzen;Frähn wird Nachrichten über zwei Sassanidenmünzen und Reichel ein Prachtwerküber die russischen Münzen herausgeben. Auch giebt die „Revue numismatique" (1839,März, April) interessante Notizen über die bei Lahore in Masse gefundenen Kupfer-münzen der scythischen Könige; sodann über indo-scythische, sassanidische, persische, ara-bische und andere, die General Court aus Ostindien nach Frankreich gebracht hatte u.s. w. Als Denkmale und industrielle Erzeugnisse bestimmter Völker und Perioden habenaber auch die Münzen, da sie eigenthümliche Culturzustande zur Anschauung bringen, nocheine unmittelbare kulturgeschichtliche Bedeutung. Nicht selten haben sie zugleich einenkünstlerischen Werth, weil sie entweder selbst Kunstwerke sind und zuweilen — nament-lich aus der römischen Kaiserzeit — mit den schönsten Cameen um den Vorzug streiten;oder weil sie berühmte Kunstwerke des Alkerthums, wie den farnesischen Hercules, diekindische Venus u. A., in Bild und Gepräge darstellen.
Wilh. Schulz.
Nuntius, i»»t»8 8v«Ii8 »p08toLivttv, LeK»tn8
» latere, Jnternuntius, apostolischer Vicar. — Es ist ein eigenes Stra-
*) Wichtigere Werke über die Münzen einzelner Völker und Länder sind von Frähnfür mohamedanische Münzen erschienen; von Lastanoso für Spanien; von Aanetdi fürItalien; von Lebt anc für Frankreich; von Leake für England; von Bircherott fürDänemark; von Becker für Deutschland rc. Zu den Beschreibungen einzelner Arten vonMünzen gehören Lilienthal's Thaiercabinet, Kdhler's Ducatencabinet, Hölle'sGroschencabinet u. s. w. Ueber „Geld", „Geldbedarf" rc. siehe den Art. „Geld" rc.