Druckschrift 
6 (1847) [Gla - Hes]
Entstehung
Seite
792
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7S2 Hessen - Homburg.

In Darmstadt bildete sich im Februar 1847 der Gedanke einesNativnalvereins fürdeutsche Auswanderung und Colonisation, insbesondere für das Großherzogthum Hessen."Am 3- März fand in einer großen, zu diesem Zwecke abgehaltenen und auch von vielenFremden besuchten Versammlung die Berathung des Statutenentwurfs Statt, undliegt dieser jetzt zur genehmigung dem Großherzogl. Ministerium des Innern und derJustiz vor. X.

Hessen-Homburg (die Landgrafschaft) war früher als Amt Homburg ein Theilder Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, bis es der dritte am Leben gebliebene Sohn desLandgrafen Georg I., Friedrich l. (vergl. denArtikelGroßherzogthum Hess en),bei Einführung der Erstgeburt im Hause Hessen-Darmstadt auf Abschlag von 20,000 Fl.Abfindungssumme (1622) zugewiesen bekam und nun ebenfalls in seinem kleinen Staatedas Recht der Erstgeburt einführte (1626). Frie drichl. folgte in der Regierung F r i e d-rich ll-, 1667 1708; diesem Friedrich Jakob, 1708 1746; dann Fried-rich Karl, 1746 1751, und hierauf Friedrich Ludwig, 1751 1820, der1806 in Folge der Rheinbundesacte sein Gebiet unter großherzoglich hessische Landeshoheitgestellt sah und erst 1815 wieder souverän wurde. Er erhielt zur Vergrößerung seinesGebietes die Herrschaft Meisenheim jenseit des Rheins und trat im Juli 1817 dem deut-schen Bunde bei. Ihm folgte in der Regierung sein ältester Sohn FriedrichJoseph,1820 bis 1829, dem, nach kinderlosem Absterben, sein Bruder Wilhelm FriedrichLudwig, geboren 1770, preußischer General der Infanterie, succedirte. Nach Statt ge-habtem kinderlosen Ableben des Landgrafen Wilhelm Friedrich Ludwig am19.Januar 1839 in Luxemburg, wo er sich als Gouverneur dieser Bundesfestung befand,folgte ihm in der Regierung sein Bruder, der Landgraf Philipp August Friedrich,geb. am 11. Mär; 1779 zu Homburg vor der Höhe, österreichischer wirklicher Generalfeld-zeugmeister und commandirender General in JUyrien, Inner-Oesterreich und Tyrol, da-mals in Grätz wohnhaft. Auch trat er durch ein von da datirtes Patent vom 28. Februar1839 die Regierung an , ermächtigt» aber für die Zeit seiner Abwesenheit, seinen jünge-ren Bruder, den Prinzen Gustav, zur interimistischen Führung der Regierung. Dabeiblieb er in den Diensten des KaiserhausesOesterreich und in seiner bisherigen Dienststellung.Im Juli 1839 begab er sich jedoch in seine Landgrafschaft, zog dort zum ersten Male alsRegent ein und wurde von den Bewohnern mit vieler Freude ausgenommen. Der Gou-vernementswechsel der Bundesfestung Mainz von Preußen an Oesterreich für die nächstenfünf Jahre veranlaßt« im Aug. 1839 die Ernennung des Landgrafen zum Gouverneurjener Festung, welche Stelle er auch am 29. Oct. 1839 activ antrat. Sein Aufenthaltwar seit dem Juli 1839 regelmäßig Homburg vor der Höhe- Auch starb der Landgrafda am 15. Dec. 1846, nachdem seine in morganatischer Ehe seit 1838 mit ihm verbun-dene Gemahlin, eine Bürgerliche, nachher verwittwete Freifrau von Schimmelpfennig,welche der König von Preußen zur Gräfin von Naumburg erhoben hatte, im Jahr 1845ihm im Tode vorausgegangen war. Ihm folgte in der Regierung sein vorhin genannterjüngerer Bruder Gustav Adolf Friedrich, geboren den 17. Febr. 1781 in Hom-burg vorder Höhe, österreichischer General-Feldmarschall-Lieutenant, regelmäßig in Hom-burg wohnhaft und Vater dreier Kinder, worunter ein Prinz (Friedrich LudwigHeinrich Gustav, geboren den 6. April 1830),der demnächstige Regierungsnachfolger.Der jüngste Bruder des regierenden Landgrafen, Prinz FerdinandHeinrich Fried-rich, geb. am 26- April 1783, ist österreichischer General-Feldmarschall-Lieutenant.Die Landgrafschaft Hessen-Homburg besteht: aus dem Amte Homburg, 1,13 Quadratmei-len groß und im Jahr 1842 mit 9404 Bewohnern, worunter 7279 Evangelische, 1510Katholiken und 615 Juden, und aus dem, von den preußischen Rheinprovinzen enclavir-ten, auf dem linken Rheinufer gelegenen Oberamte Meisenheim, 3, 20 Quadratmeilengroß und im bemerkten Jahre 14,285 Bewohner, worunter 11,797 Evangelische, 1958Katholiken und 530 Juden, zählend.; also beträgt die Summe des Flächeninhaltes 4,33Quadratmeilen, mit 23,689 Bewohnern, worunter 19,076 Evangelische, 3468 Katho-liken und 1145 Juden.