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6 (1847) [Gla - Hes]
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Hessen vom Jahre 1838 an.

und schon damals schien ein Austritt aus der Kirche bevor zu stehen, welcher jedoch erst inzahlreichen Uebertritten zum Deutschkatholicismus, auf Ostern 1847, erfolgte. Hierher ge-hört auch die Erwähnung der Versammlung protestantischer Reformfceundeauf dem gelben Hause bei Oppenheim (2. August 1846). Diese Versamm-lung, von l 5 Bürgern der Stadt Frankfurt ausgeschrieben und von 77 Männern ausBaicrn, Baden, Großherzogthum Hessen, Kurhessen, Nassau, Meiningen und Frank-furt besucht, bot bei viel Lebhaftigkeit und mehrfach auseinander tretender Ansicht dochauch wieder viel Gemeinsamkeit und Innerlichkeit. Im Lauf der Berathung hatte dieVersammlung für wünschenswerth gehalten, alsbald einen Ausschuß aus der Mitte derVersammlung zusammentreten zu sehen, welcher die verschiedenen Meinungen, insoweitsie einig seien, formulire, worauf der Präsident der Versammlung, Lehrer Hadermann vonFrankfurt a. M., die Mitglieder dieses Ausschusses bezeichnete und Letzterer als öffentlicheErklärung über den Versammlungszweck beantragte:Mit vereinten Kräften dafür zuwirken: 1) Daß das gefährdete Princip des Protestantismus, die freie Forschung, gegen-über jeder äußeren Autorität, nicht blos als Gewissensfreiheit, sondern auch als Freiheitder Lehre, des Bekenntnisses gewahrt und durchgeführt; und 2) eine freie Entwickelungdes kirchlichen Organismus auf dem christlichen Grundsätze des allgemeinen Priesterthumesmöglichst erzielt werde/' Nach kurzer Debatte ward der Antrag von der Versammlungangenommen.

Am 17. December 1845 waren es 25 Jahre, daß das Großherzogthum Hessen unterdem verstorbenen Großherzoge Ludewig I. seine Verfassung erhalten hatte. Da man Nichtsdavon hörte, daß die Regierung eine Festlichkeit in dieser Hinsicht beabsichtige, so wurde inDarmstadt am 2. Der. ein Comitö, meist aus Bürgern und einigen Anwälten bestehend,gewählt, welches, in Verbindung mit den Präsidenten der dasigen Musikvereine, das Festeinzurichten beauftragt wurde. Aber nach Ablehnung verschiedener Vorschläge, welcheauf eine allgemeinere Feier gingen, und nachdem von der Mehrheit des Comiküs bloS einfestliches Miltagsmahl beliebt worden war, fand die Einladung dazu doch so wenige Unter-schriften,daß das Eomite die Sache aufgab und sich auflöste. Lebhaftere Kräfte im Scbooßeder Bürgerschaft eigneten sich rasch die Unternehmung an; es sollte nun doch ein Zug,abendliches Zusammensein in verschiedenen Gasthäusern, Transparents und musikalischeUnterhaltung geben. Aber bald ward auch dieser Eifer gedämpft. Die beim Oberconsi-storium eingereichte Vorstellung wegen Abhaltung eines öffentlichen Gottesdienstes in derevangelischen Stadtkirche war in der Weise genehmigt worden,daß die fragliche kirchlicheFeier auf das rein Kirchliche innerhalb des Gotteshauses zu beschränken sei", worin mandeutlich genug angedeutet fand, daß kein Zug in die Kirche, wenigstens keiner mit Zuzie-hung der Geistlichkeit, in der Absicht der oberen Behörde liege. Auch bestätigte sich oiesnachher. Denn zwar wurde den Festunternehmern ein Zug in die Kirche erlaubt, als aberdiese alle kirchlichen und weltlichen Behörden der Stadt Darmstadt dazu einladen wollten,erfuhren sie bald, daß durch Rescript von oberer Behörde den Geistlichen und Schulange-stellten untersagt worden war, sich, mit Ausnahme der Feier in der Kirche, bei irgend einerandern öffentlichen Festlichkeit am 17. zu betheiligen, und daß zugleich die gedachten Ange-stellten durch Unterschrift ihres Namens den Empfang jenes Verbots hatten bescheinigenmüssen. Das wirkte verstimmend. Das neue Festcomite trat berathend zusammen undbeschloß eine Bekanntmachung, worin es den übernommenen Auftrag niederlegte. Damitwar der Zug in die Kirche nicht abgesagt, aber er unterblieb von selbst. Inzwischen fandder angekündigte öffentliche Gottesdienst in der evangelischen Kirche Statt. Der Geistlichepredigte über den Text:Fürchtet Gott, ehret den König." Die meisten Anwesendenmochten höhere oder niedere Angestellte sein; Bürger sah man nur wenige. Wärmer undallgemeiner wurde die Verfassungsfeier in dem Städtchen Butzbach begangen. Hier warBürgermeister und Gemeinderath an die Spitze getreten, und Niemand schloß sich aus.Geläute und Salven begannen den Tag; daran reihten sich musikalische Productionen aufdem Marktplatz, festlicher Zug in die Kirche, Festgaben, Festessen. Die Verfassungsur-kunde war in 600 Exemplaren abgedruckt und unter die Bewohner der Stadt ausgetheiltworden. Auch in Gießen hatte sich ein entsprechendes Fest gebildet: Glockengeläut«, stier»