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6 (1847) [Gla - Hes]
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Hesse« vvm Jahre 1838 an.

Georgi auf die entsprechende Anmuthung eingehe, wie constitutionell mislich, eineUr-laubsverweigerung der Staatsregierung zu provociren, nachdem einmal die BeurlaubungGeocgi's für den Landtag erfolgt war! Als Verfasser des Briefes nahm man im Publicumden Herrn Wernher an, theils weil ec Derjenige unter den vier Schreibern desselben war,welcher am Meisten zur Abfassung einer diplomatischen Note sich eignete, theils weil Stylund Dacstellungsweise im Briefe mit den von ihm gehaltenen Reden, dem Schwulst, demPikanten, dem Gesuchten, eine auffallende Wahlverwandtschaft zeigten. Der Brief gingab. Wie nachher im Publicum verlautete, gab der Präsident sich Mühe, die Bries-schreiber zur förmlichen Rücknahme ihres Briefs oder doch ihres Schrittes zu veranlassen.Aber das thaten sie den» doch nicht. Dagegen hörte man, daß Einzelne von ihnen überdie Bekanntmachung des Briefes in öffentlichen Blattern, welche bald darauf erfolgte, sichunzufrieden gezeigt. Bereits die Folge ihres halben Schrittes! Sehr möglicher Weisemit dadurch veranlaßt, erfolgte wenige Tage nach dem übersandten Briefe die Vertagungder Kammer auf etwa 14 Tage nach Neujahr 1845. Die Vertagung war zu Ende; dieAbgeordneten hatten sich wieder eingefunden und unter ihnen auch Herr Georg!, von demum Weihnachten eine Erklärung im Frankfurter Journale erschienen war. Freilich ent-hielt sie Nichts als eine schon jahralte Ministerialbelobung, aber zugleich wurde auf wei-tere Maßregeln hingedeutet, welche er nehmen wolle. Herr Georgi halte sein Terrainund seine Leute gekannt. Die Sitzungen der zweiten Kammer begannen wieder, aberHerr Georgi wohnte, obgleich fortgesetzt in Darmstadt anwesend, denselben zweimal nichtbei. Es hieß, er sei krank. Andere meinten oder fürchteten, er sei mit jenenweitere»Maßregeln" beschäftigt, welche in Form einer fulminanten Rede den vier Briefschreibernüber den Kopf fahren sollten- Endlich, in der dritten Kammersitzung, kam Herr Georgi.Nachdem die neuen Eingaben durch den Präsidenten verlesen worden waren, erbat er sichdas Wort und bemerkte:Er habe aus öffentlichen Blättern entnommen, daß einigenamhafte Mitglieder dieser ehrenwerthen Versammlung in Betreff seines Verhältnisses zuihr ein Schreiben an den Herrn Präsidenten gerichtet haben sollten. Die Sache sei ausmehr als einem Gesichtspunkte, insbesondere aber für ihn, von großer Wichtigkeit- Ererlaube sich deshalb die Frage an den Herrn Präsidenten:ob derselbe ein solches Schrei-ben erhalten und welche Folge er ihm gegeben habe ?" Der Präsident erwiderte, wenndiese Frage privatim an ihn gestellt werde, so würde er den gewünschten Aufschluß geben.In der Kammer vermöge er es um so weniger, als sich der Gegenstand ohne einen beson-deren Antrag von der einen oder der anderen Seite zur Verhandlung in der Kammer nichteigne. Abgeordneter Georgi behielt sich hiernach das weiter Geeignete vor. Es ist sehrwahrscheinlich, daß diese kleine Scene zwischen den beiden Sprechern verabredet war.Jedenfalls fanden die vier Briefschreiber im Auftreten Georgi's nun nicht den Impuls,die lang angedrohtenextremen Maßregeln" (offenbar eine förmliche Antragstellung beider Kammer) zu wählen. Obgleich jetzt und später regelmäßig in den Sitzungen anwesend,verharrten sie in ihrem Stillschweigen, ihrer Unthätigkeit, und sie setzten sich dadurch mitRecht dem Urtheile aus, daß, wollten sie nichts Entschiedenes und Fertiggewordenes thun,sie sich klüger und besser von allem Thun in der Angelegenheit Georgi's überhaupt fern-gehalten hätten. Aber Vorwürfe richteten sich auch mit eben so gutem Grunde gegen denAbgeordneten Glaubrech. Hätte ec für gut gefunden, gleich anfänglich der Angelegenheitzuzutreten, so wäre der Einfluß des Herrn Wernher paralysirt und die unzweckmäßigeBriefschreibung unterlassen worden. Stets als Liberaler geltend und gern sich als Liberalergebend, wäre seine politische Pflicht gewesen, in diesem Falle die Fahne zu ergreifenund selbst auf die Gefahr hin, als Einzelner zu kämpfen, gegen den Gegner und seineetwaigen Helfer vorzudringen. Er that es nicht; die Mahnungen der öffentlichen Blätterund (wir dürfen diese wohl auch annehmen) die Mahnungen seiner politischen Freundewaren vergebens. Aehnlich bei dem Abgeordneten Frank von Reddighausen. Liberaler,dabei mit Weidig verwandt und befreundet, hatten Weidig's Freunde vorzugsweise vonihm Etwas für dessen Angelegenheit und gegen Georgi erwartet. Aber er unternahm langedurchaus Nichts, auch nicht das Mindeste. Endlich stellte er jedoch einen Antrag, dereinigermaßen mit diesem Thema zusammenhing und auf den unten zurückgekommen wer-