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6 (1847) [Gla - Hes]
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Hesse« vom Jahre 1838 an.

Hafen veranlaßt« im Sept. 1844 eine Verordnung, wonach, wer im Großherzogthumeine Actiengesellschaft zum Bau einer Eisenbahn bilden will, vor allen Dingen um dieRegierungserlaubniß nachsuchen muß, und im Oclober erging das Edict, die Eröffnungdes Landtages (am 2. Dec. 1844) betreffend. Dazwischen hatte die hohe Polizei wiederneue Schriftenverbote vvrgenommen: des in Mannheim erschienenenDeutsche Hand-werksburscben" von Adrian, und, nebst den in Hamburg erschienenen neuen GedichtenHeine's, der in Mainz, also im Großherzogthum selbst, erschienenen Zeitgedichte Freilig-rath's:Ein Glaubensbekenntniß", ohne jedoch den Verleger derselben, v. Zabern, des-halb vor Gericht zu stellen oder auch nur seine Vernehmung zu veranlassen, während mandoch die in Buchhandlungen Vorgefundenen Exemplare in Beschlag nahm.

Der neue Landtag trat am festgesetzten Tage (2. Dec. 1844) in Darmstadt zusam-men. Der Großherzog wählte, dem Impuls der Stimmenmajorität folgend, den seitJahren in dieser Eigenschaft stets sich wiederholenden Geheimen Staatsrath Schenck zumersten, und den Obergerichtsrath Aull, also einen Rheinhessen, zum zweiten Präsidentender zweiten Kammer. Die Thronrede verbreitete sich in zufriedener Weise über das began-gene Ludwigsmonumentsest, die abgewandte Theuerung, die öffentlichen Unteruchts-anstalteär, die Landesuniversität. Die in Mainz stattgehabte Ausstellung deutscher Ge-werbserzeugnisse war mit Nachdruck unb Recht dieerste" genannt, preußischen Pcäten-sionen gegenüber, welche eine spätere in Berlin zur ersten hatten stempeln wollen. Ueberden Stand der Eisenbahnbauten war für die Gegenwart Befriedigendes oder für die ZukunftHoffnunggebendes gesagt. A s, was Gesetzgebungsarbeitcn betraf, hauptsächlich dieThätigkeit der Stände in Anspruch nehmend war der erste Theil des bürgerlichen Gesetz-buches (des Personenrechts) bezeichnet, dessen Entwurf der Großherzog vor einigen Mo-naten den Ausschüssen habe übergeben lassen. Auch diesmal wurde verkündigt, daß dasAusgabenbudget sich höher als das vorige Mal belaufe,ohne jedoch neue Auflagen zu er-heischen." Zum Präsidenten der ersten Kammer war wieder, wie seit Jahren (wahrendman früher einen Wechsel zwischen ihm und andern Mitgliedern dec ersten Kammer ein-hielt) , der Prinz Emil von Hessen ernannt. In der zweiten Kammer schlug der erstePräsident sonderbarer Weise vor, die auf dem vorigen Landtage zur Entwerfung der Dank-adresse erwählte Commission durch Acclamation auch zur diesmaligen zu ernennen, undNiemand widersprach. Bei der Berathung derselben wurde von einigen Abgeordneteneine verwahrende Bemerkung gegen die elwa entstehende Meinung gemacht, als ob mandie Schutzzölle in jeder Beziehung für hinreichend halte, da doch einzelne Gewerbe der-selben noch in höherem Grade bedürfen möchten. Ein Abgeordneter aus Oberhessenwünschte das Bedauern ausgedrückt, daß, während der Bau der Eisenbahnen in Starken-burg begonnen, in Oberhessen die Verträge noch nicht einmal zum definitiven Abschlüssegekommen seien. Ein anderer Abgeordneter erwähnte, daß die Regierung von der direktenRichtung nach Heidelberg abgewichen sei, während doch diese Bedingung der Annahme desganzen Gesetzes gewesen wäre. Indessen fanden diese Bemerkungen keine Erwähnung inder Adresse, da man noch Vorlage der Regierung darüber erwarten wollte. Die Dank-adresse selbst, voll Anerkennung und Loyalität, bezeichnet« nur leise als Gegenstände derDebatte den in der Thronrede erwähnten, vom Zollverein mit Belgien eingegangenen Ver-trag als einen solchen, bezüglich dessen die Kammer durch ihre verfassungsmäßigen Ver-pflichtungen darauf hingewiesen sei, was die Theilnahme des Großherzogthums betreffe,weitere Mittheilungen zu erwarten.

Es ist im Vorausgegangenen mehrfach des Hofgerichtsraths Georgi aus Gießentheils in seiner Eigenschaft als Weidig's Inquirenten, theils als LandtagsabgeordnetenErwähnung geschehen. In seiner ersteren Eigenschaft zu einem Bekanntsein gelangt,welches schwerlich ein beneidenswerthes genannt werden kann, war die letztere in einigenFällen von ihm selbst zur Angriffswaffe gegen die Negierung gebraucht worden. Indessenhatte gerade zwischen diesem und dem vorigen Landtage, in Folge der Schriften, welcheoben genannt wurden, jenes Bekanntsein seine steilste schwindelndste Höhe erreicht. Eswar in einer derselben (Kritik u. s. w." Leipzig 1844) gefragt worden, ob wohl Georginoch ferner als Volksvertreter unter den achtbarsten Landständen sitzen könne ? und ähnliche