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6 (1847) [Gla - Hes]
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291
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Guizot. 291

denspolitik nicht gegeben. Frankreich hat nicht vergessen, welche schmerzlichenOpfer ihm die Vertrage von 181.5 aufgelegt haben. Es könnte sich freuen über einen Act,der es berechtigen würde, in gerechter Gegenseitigkeit fortan nur den vorsehen-den Calcul seiner Interessen zu befragen. Und doch ist es Frankreich, das die Mächte angetreue Beobachtung dieser Verträge erinnert, von denen sie die Hauptvortheile haben, demvor Allem die Aufrechthaltung der erworbenen Rechte und die Achtung der Unabhängigkeitder Staaten am Herzen liegt." Trotz dieserAchtung der Unabhängigkeit der Staaten"braucht man nicht gerade viel zwischen den Zeilen zu lesen, um in der Note Guizot's dieziemlich unumwundene Erklärung zu finden, daß Frankreich zur Benutzung der erstenihm günstig scheinenden Umstände bereit sei, damit es sichin gerechter Gegenseitigkeit"für die durch die Verträge von 1815 aufgelegten Opfer Ersatz verschaffe.

Der eigentliche Mittelpunkt, von dem seit Jahren die Politik Guizol's ausgeht, istindessen das nach allen Richtungen verfolgte Streben einer Steigerung des französischenEinflusses in Spanien, so wie die Gefälligkeit des Ministers gegen die Familienspeculatio-nen seines Monarchen. Alles, was Guizot während seines Ministeriums vom 29. Oct.1840 an gethan und geduldet hak, läßt sich nur von diesem einen Punkte aus erklären undrichtig beurtheilen. Hierbei kam vor Allem die Eifersucht Englands und es kamen dieMittel in Betracht, wodurch sie für die französischen Interessen schadlos gemacht werdenkonnte. Im Verlaufe der Jahre konnte es an mancherlei Anlaß zu vorübergehenden Rei-bungen zwischen den beiden westlichen Großstaaten nicht fehlen. Dahin gehörten die KriegeFrankreichs in Algier und gegen Marocco; die französischen Colonisationsversuche im Süd-meere, wie auf den Marquesasinseln und zumal in Tahiti; vor Allem die Unterhandlungenüber die Erneuerung des Durchsuchungsvertrags zur Verhinderung des Sklavenhandels,wodurch in den französischen Kammern eine lebhafte Debatte und eine heftige Oppositiongegen den Minister des Auswärtigen hervorgerufen wurde. Was diesen letzteren Punktbetrifft, so half man sich durch ein fünfjähriges Provisorium, indem man den Durchsu-chungsvertrag vom 6. März 1846 an erlöschen und die Kammern 10 Millionen Frankenzur Ausrüstung von 26 französischen Kreuzern gegen die Sklavenschiffe an der westafrikani-schen Küste bewilligen ließ. Ohne der Würde Frankreichs allzuviel zu vergeben, wußte dochGuizot in allen diesen politischen Awischenfragen eine gewisse Nachgiebigkeit gegen Eng-land zu beobachten, und niemals trieb er dis untergeordneten Streitpunkte auf eine gefähr-liche Spitze. Nebenbei wurde unter seinem Ministerium ein besonders freundschaftlicherpersönlicher Verkehr zwischen der französischen Regentenfamilie und der Königin von Groß;britannien eröffnet. In den Jahren 1843 und 1844 sah man den Besuch der PrinzenAu male und Joinv ille in London; den der Königin von England in Frankreich; dendes wahrscheinlichen Regenten, des Herzogs von Nemours, mit seiner Gemahlin in Lon-don, nachdem erst Guizot im vorhergehenden Jahre das zumal von Lamartine heftigangefochtene Regentschaftsgesetz durchgeseht hatte; den Louis PH ilipp's in England, woder König der Franzosen bei allen Gelegenheiten von Friedensworten und Betheuerungen derFreundschaft überfloß; endlich gar, im Jahre1845, einen zweiten improvisirten Besuch derKöniginVictoria in Eu, um sich in der Mitte der französischen Königsfamilie, wiedasJournal des Debats bemerkte,von den pomphaften FestenDeutschlands auszuruhen." Allejene Nachgiebigkeiten gegen England und dieser Austausch gegenseitiger Artigkeiten zogen demfranzösischen Minister, der von seinen Widersachern und vom Volke als mimstre 6sI'-ttrsnAsr bezeichnet wurde, die heftigsten Angriffe zu. Man erinnerte sich auch seiner schonfrüher zur Schau getragenen Hinneigung zu England. Aber mächtiger als seine nurtheoretische Vorliebe für die freieren Institutionen Großbritanniens war der unmittelbareEinfluß des Königs, dem er seine Stellung verdankte. Guizot scheint daher zu keinerZeit die spanische Heirathsfrage, die ihm zur Hauptsache gemacht wurde, aus dem Augeverloren zu haben. Die Concessionen gegen England, mit allem Aufwands von freundnach-barlicher Höflichkeit und Schmeichelei, machte er sich hiernach zu jener berüchtigt gewordenenentente corllisls" zurecht, unter deren Deckmantel die französische Diplomatie ihre Um-triebe ungehinderter zum Ziele lenkte. Schon jene Protestation der Königin MarieChri -ftine vom 19. Juli 1841 gegen ihre selbstverschuldete Entsetzung von der Regentschaft

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