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6 (1847) [Gla - Hes]
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Guizot.

Als Montesquieu, der erste Minister des Inneren unter der Restauration, mitRoyer-Eollard, seinem früheren Theilnehmer an der mit Ludwig XVIil. geführten Eor-respondenz, in häufiger Berührung stand, bekleidete Guizot ein nicht unwichtiges Amt.In diese Zeit fällt sein politisches Debüt, das durch Montesquieu am 5. Juli 1814 derDeputirtenkammer vorgelegte Preßgesetz. Es ist dieses jenes famose Gesetz, das die Pu-blication aller Schriften unter 30 Bogen den größten Beschränkungen und der Willkür derEensoren unterwarf und dessen Entwurf, während es die Preßfreiheit durch Einführungder Censur vernichtete, mit den Worten anfing:II isut ca>, server >s liberts eie Inpresse civ maniers ä In rendrs utile et liui-sble." Dieser erste Act politischer Thäligkeitführte ihn während der hundert Tage auf die Flucht und in die Verbannung nach Gent.Die schwierigen Umstände ließen ihn nun zunächst die Rolle des Vermittlers übernehmen.Er rieth zu einigen Concessionen und wirkte für die Berufung Talleyrand's in das Mini-sterium. Allein bald folgte er wieder dem Antriebe des vorherrschenden Reactionsgeistes.Nach der zweiten Restauration unter Barbe Mardois zum Generalsecretär des Mi-nisteriums der Justiz ernannt, nahm auch er, wie die klebrigen, an den VerfolgungenTheil- Die Magistratur wurde decimirl, und wenn zuweilen mit Maß und Umsicht ge-säubert wurde, geschah es doch häufiger nach Leidenschaft und Vorurtheil. Noch längereZeit blieb er unter der Herrschaft der Reackion.

Unter Decazes die Stelle eines Unterstaatsseccetärs des Inneren bekleidend undnach weiterer Maßgabe der Umstände zu milderen Ansichten hinneigend, wurde er nach demFalle dieses Ministeriums um so entschiedener zur Opposition hingedrängt, als man ihmunter dem herrschenden Einflüsse der Geistlichkeit seine Eigenschaft als Protestant nieganz verzeihen mochte. So sehen wir ihn denn, besonders vom Jahre 1827 an, mit dergesammten Jugend des Landes gegen Ville lefür die Freiheit kämpfen. Dieses war dieschöne Zeit seines Unglücks und seines Ruhms. Seines Amts entsetzt und selbst seineshistorischen Lehrstuhls beraubt, mußte ec alle Hilfsmittel seines Geistes aufbieten, und sowurde er Verfasser zahlreicher Journalartikel, Pamphlets und größerer Werke, worunterseine wichtigeren Schriften aus der Geschichte *) und über den Zustand der Angelegenhei-ten Frankreichs sich befinden. Um zu größerem Einflüsse zu gelangen, schloß er sich derVolksgesellschaft4i<1a toi, Io oiol t'si<Ieru" an. Seine Talente und sein freisinniger Eifererhoben ihn bald zum Präsidenten der Gesellschaft. Als solcher zog er alle jungen Mitgliederder besonderen Eoterie, die sich um ihn gebildet hatte, in den Cenlralcomile, so daß man diejungen Schriftsteller des Globe, die später an allen Zweigen der Verwaltung Theil nahmen,Re'musat, Duchüte l, Duvergier de Hauranne, Dejean, Dubais, Mon-talivetrc. neben den Republikanern Carrel, Cavaignac, Bastide, Thomas,March ais und Anderen erblickte, dem Anscheine nach demselben Ziele zustrebend. InOpposition mit dem Ministerium Pölignac ließ damals Guizot Wählscheiben ver-breiten, um freisinnige und unabhängige Wahlen zu Stande zu bringen; er veranlaßt«zahlreiche Petitionen gegen die bestehenden Misbräuche; er verfaßte Broschüren und ließderen verfassen, um die Bürger über ihre Rechte aufzuklären und sie zur Verweigerungder Steuern für den Fall gesetzwidriger Maßregeln des Ministeriums vorzubereiten.

Die Ordonnanzen erschienen. Wahrend des Kampfes der drei Tage verfaßte Gui-zot in Audry de P uyraveau's Hause die von den zwanzig versammelten Deputatenalsbald Unterzeichnete Protestation. Auch unmittelbar nach den Juliereigniffen schien ersich an die populären Gesellschaften zu halten; durchkreuzte aber schon den freisinnigeren

*) Seinen größeren geschichtlichen Werken reihte sich später seine mit einer biographi-schen Einleitung herausqeqebene Bearbeitung derOorresponäance et ecrits de WssbinL-ton" (4 Bde. Paris 1840) an.

Die Regierung der vereinigten Staaten, auf deren Ersuchen Guizot die Arbeit un-ternommen, hatte ihm alle Papiere Washington's, so wie die einschlagende EorrespondenzLafayette's, Rochambeau's und Anderer zur Verfügung gestellt.

Der Herausgabe dieses Werks verdankte der nicht sehr demokratisch gesinnte VerfasserderDemokratie der neueren Gesellschaft" die Ehre, daß sein Bild im Sitzungssaale desnordamerikanischen Congresses zu Washington aufgehängt wurde.