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2 (1817) Moral, Naturrecht, moralische Religionslehre
Entstehung
Seite
110
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IIo Moralische Religionslchre.

1) Der allgemeine Glaube. Die Men-schen sahen scheu sehr früh den Unterschied zwischenKörper und Geist ein, ohne zu wissen, worin er be-stünde. Die aussern Sinne stellen nur Körper dar, denGeist können wir nickt sehen. Das Selbstdewußtseimlehret, daß die Seele denkt, urtheilt, begehrt u. s. w.Diese Gründe bestimmten hie Menschen schon in denältesten Zeiten, ihren Geist für ein Wesen zu halten,das nach dem Tode fortdauert.

2) Da Leib,und Seele ihrer Natur nach sehr ver-schieden seyn müssen, so ist es wahrscheinlich, daß dieSeele, ob sie gleich in ihrer Verbindung mit dem Kör-per sehr durch ihn afficirt wird, z. B. bcy Ohnmäch-ten, Krankheiten u. s. w. nach ihrer Trennung von ihmdesto freier und ungehinderter thatig seyn werde.

Z) Manche Sterbende zeigen noch kur; vor demTode große Seelenstacke. Ein Beweis, daß die <^celenicht mit dem Körper zerstört wird.

4) Der Mensch hat einen innern Abscheu vor Ver-nichtung und den Wunsch stets fortzuleben.

5) Er bat einen großen Trieb nach Kenntnissen.Seine Fähigkeiten und Anlagen sind auch zu weit gro-ßem Fortschritten darin eingerichtet, als ec in diesemLeben thun kann. Die Entwickelung dieser Geistes-kräfte erfordert «ine künftige längere Zeit.

6) Ob wir gleich ohne Hinblick auf Lohn tugend-haft ssvn sollen, so ist dock) die Verbindung der Glück-seligkeit und Sittlichkeit nothwendig. Also auch dasBedürfniß, eine vollkommene Vergeltung der Tugendund des Lasters anzunehmsn, giebt uns die Aussichtauf ein künftiges Leben.