Naturrecht.
K. 80.
^er Mensch hat ein Recht zu einer Handlung,welche nach dem Moralgcsetz nicht verboten ist:aber zu einer Handlung, welche das Sirtengesctz ver-bietet, hat er kein Recht. — Dir Handlungen der«rsten Art sind erlaubt, moralisch möglich, dieder letzten Art unerlaubt, moralisch unmög-lich, z. B. ich habe ein Recht, mein Leben zu ver-rheidigen, aber kein Recht, einen andern Menschenzu meinem Sklaven zu machen.
§- «r.
Die Sittenlehre schreibt dem Menschen vor,was er thun soll, wenn er ein moralisch guter Menschseyn will. Ihre Vorschriften beziehen sich unmittel-bar auf die Gesinnungen und Mar-imen des Menschen.Das Naturrecht lehrt, was er thun und nichtthun darf, nach dem Vernunftgesetz. Die Vorschrif-ten desselben beziehen sich nicht auf Gesinnungen, son-dern auf Handlungen.