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2 (1817) Moral, Naturrecht, moralische Religionslehre
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Seite
108
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Moralische ReligionSlehre.

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2) Ein überstandenes Unglück macht, daß nnSdas folgende Glück desto mehr erfreuet, z. B. Ge-sundheit nach Krankheit, ü>er Friede nach dem Kriege.Wir genießen alsdann das Glück froher, und gebrau-chen es zweckmäßiger.

z) Es ist weit mehr Glück und Tugend unter denMenscben, als manche glauben. Die Erde ist keinJammcrthal. Unglück und Laster fallen deswegen weit^mehr auf, weil sie seltener, und als Ausnahmen vonder Regel auzuseheu sind. Wie viel Gutes genießenwir täglich! Aber die Gewohnheit macht, daß wirselten daran denken.

4) Was besonders das moralisch Böse betrifft, sokonnte dieses nicht entfernt bleiben, wenn die Menschensreye Wesen seyn sollten. Die Freiheit des menschlichenWillens ist gewiß ein weit größeres Gut, als allesGute, welches wir als Maschinen, nicht aus Pflicht,sondern gezwungen, verrichten würden. Die Sünde freierMenschen ist «in weil geringeres Uebel, als derZustandseyn würde, worin sie als Marionetten sich nachdemWillen eines andern bewegen müßten.

5) Gottes Plan im Ganzen kann nicht zerstört«der gehindert werden, wenn die Megschen Bösesthusi. Er hat alle ihre Handlungen und die Fol-gen derselben von Ewigkeit her vorausgesehen, undweiß nach seiner Weisheit und Macht alles zum Gu-ten zu lenken«

6) Wir übersehen nur einen sebr kleinen Theilder, Welt: in dem künftigen Leben wird alles gleichgemacht- werden. Das Unglück, welches Tugendhaftebier leiden, haben sie zum Theil verdient (denn keinMensch ist ohne Sünde); zum Theil wird eS ihnen