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Moralische Religionslehre.
und Regierer auf mancherlei Weise. Nach und nachver-rhrten sie auch verstorbene Menschen göttlich, welche sichdurch Hcldenthaten, Erfindungen und mancherlei Wohl-thaten gegen ihre Mitmenschen berühmt gemacht hatten.
Nur die weisesten Menschen erhielten bey der Wielgöt-terey den reinen Begriff von einem höchsten Wesen, dasan Verstand und Willen alle andere Wesen übertrifft, unddie Welt regiert.
§. I2l.
Je mehr die moralische Vernunftausgebildctwurde,desto reiner und erhabener wurde die Idee von Gott.Nicht Spekulation sondern Moral führt zur wahren Re-ligipn, zu dem Glauben an einen höchsten Gott und Un-sterblichkeit. Je besser die Mensche» sind, desto festerist ihr moralischer Glaube an ReligionSwahrheiten.
§. 122 .
Der moralische Beweis für das DaseynGottes empfiehlt sich dadurch sehr.
l) Daß ec höchst einfach ist, und leicht vonjedem Menschen eingeseken werden kann;
2) Daß er wahre Tugend befördert, weil«r das Sittengesetz als Gottes Gebot aufstellt. Aber erist nicht eine bloße Hüifsidee, die wir nur deswegenannehmen, um die Tugend in dem Kampfe gegen diesinnlichen Neigungen zu unterstützen. Auch nicht blosder Wunsch belohnt zu werden wirkt diesenGlauben. Er entstehet aus einem Interesse derpraktischen Vernunft. Wir könnten nie versichertfern, daß die beste Welt existirrn, oder daß der höchsteEndzweck, den vernünftige Wesen eiusehen, erreicht