Druckschrift 
2 (1817) Moral, Naturrecht, moralische Religionslehre
Entstehung
Seite
93
Einzelbild herunterladen
 

Moralische Religionslehre. 9z

- das zugltich die höchste Seligkeit genießet: eben sskann sie sich anch ein Ideal von einer Welt voll cndli-eher vernünftiger Geschöpfs vorstellen, welche in Ewig-keit fort, i) zu steter höherer Sittlichkeit fortschrclten2) und deren Glückseligkeit auch vcrhqltnißmäßig zu-nimmt. Dieses ist die Vorstellung von einer mora-lisch-vollkommenen Welt.

Unter ällen Vollkommenheiten ist die moralische Vollkom-menheit die wichtigste; kein anderes Gut kann der sittlichenGüte eines vernünftigen Willens gleich geiaht werden. Dasgeringere Gut, die Glückseligkeit, kann also unmöglich auf' gerechtere Weise oertheilr werden, als wenn sie nach demGrade der Sittlichkeit ad and zunimmt. Die Vernunftkann eine andere Wettversa-ssung nicht für so gut erkennen,wo die Glückseligkeit nach einem andern Maaßstabr ver-theilt würde. Die moralisch vollkommne istalsö dir besteWelt: darunter aber wird nicht blos dieses Erdenlebcn-als ein kleiner Theil der Welt , sondern die ganze,Existenzvernünftiger Wesen verstanden, die in ihrer wechselseitigenVerbindung und ihren Verhältnissen mit den übrigen Ge-schöpfen di« ganze Welt ausmachen,

§.H4>

Der Mensch hat einen Trieb nach Glückse-ligkeit. Er kann und soll diesen Trieb als endlichesWesen. daS nicht blös vernünftig, sondern auch sinnlichist, uick-t ersticken, oder ausrotten: er bedarf es, daßdieser Trieb nach Glückseligkeit befriedigt werde. Airsich ist nichts Vernunftwidriges in diesem Bestreben»wenn es durch Vernunft selbst eingeschränkt» und demGesetz gemäß befriediget wird.

§> riZ.

Sittlichkeit allein ist das höchste Gur, welche-Menschen erlangen könne»s über nicht daö-vollstän-