Moralische Religionslehre.
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endlichen heiligen Wesen nie gleich kommen können: sokönnen sie sich doch diesem Ideale der Vollkommenheitimmer mehr und mehr nähern, den Einfluß der Sinn-lichkeit schwächen, die Wirksamkeit der Vernunft erhö-hen und erweitern, und sollen dieses thun.
§. ii 2.
Ein sittlich gutes Wesen halten wir für würdigglücklich zu sehn. Dis Vernunft muß es nichtnur billigen, sondern auch für besser halten, wenn dasGlück in der Welt nach dem sittlichen Werthe bestimintwird, als wenn dieses nicht geschiehst. Eine solcheWertbeilung des Wohls und UcbelS nach dem Maaßeder sittlichen Güte und Nichtgütc scheint nicht blos ein-zelnen schärfer denkenden, sondern jedem, der gesun-den Menschenverstand hat, sehr gerecht zu seyn.
Wir billigen cs, daß der Tugendhafte glücklich sey, miß»'billigen aber das stete Glück des Lasterhaften, wenn wirauch als uninteressirtc Zuschauer dcn Wettlauf betrachten.Die Vernunft verlangt, daß dcrBösewicht, wo nicht hier,doch in einem künftigen Leben bestraft werde, und daß derTugendhafte seinem Werthe geinäß Gutes empfange.
Würdigkeit zur Glückseligkeit kann nicht soviel als Emp fäng lichkeit heißen. Denn mancher istdazu empfänglich und verdient sie doch durch sein sittlichesBetragen nicht. Man kann diese Würdigkeit in zweierleiRücksicht betrachten, r) Der Tugendhafte hat nichts ge-than, was ih» des Glückes unwürdig machte, 2) er hatauch durch seine Gesinnungen und Handlungen sich eine»inner» Werth gegeben, das Glück verlangen zu dürfen.
8- uz.
So wie sich die Vernunft ein Ideal von einem un-endlichen» höchstviftnüirstigcn Wesen Vörstetten kann,