Moralische Religionslehre.
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großen Schatz von Kenntnissen gesammelt hat. Die wahreZüchtung und Verachtung hängen nicht von der Kulturoder vom Mangel der Kultur der theoretischen Vernunft,sondern von dem Gehorsam oder Ungehorsam gegen dieGesetze der praktischen Vernunft, oder von dem größer»oder gecingern Grade der sittlichen Güte, ab.
i io.
Der letzte Zweck des Menschen,ist also, daß ernach den allgemeingültigen Gesetzen der moralischenVernunft handele. Er soll den Unterschied zwischen Tu-gend und Laster nicht nur anerkennen, sondern sich auchbestreben seiner Vernunft die Herrschaft über die Sinn-lichkeit zu verschaffen. Der Mensch giebt sich selbst da-durch den höchsten Werth, wenn er die allgemein gültigevernunftmäßige Handlungsweise in jedem Falle der ent-gegengesetzten vorzieht, und sowohl sich als andere ver-nünftige Wesen als Zweck an sich behandelt.
Die Menschen und andere vernünftige -Wesen sind darumda, um tugendhaft zu seyn, die ganze übrige Welt ist um dervernünftigen Weken willen da. Der Unterschied unter ver-nünftigen Wesen kann unendlich groß seyn; dasjenige We-sen, welches stets vollkommen vernünftig handelt, ist un-endlich und heilig. Endliche vernünftige Wesen könnennie unendlich und in Ansehung der sittlichen Gesinnungennie vollkomme» heilig werden.
§. in.
Die Pflicht der Menschen ist es, sich stets zu bestre-ben, daß sie auch vollkommen tugendhaft oderheilig werden, oder daß sie ihren höchsten Endzweck,weswegen sie existiren, erreichen. Ob sie nun gleich nie,und wenn sie auch in Ewigkeit fortleben, diese End-zwecke ganz erreichen, und als endliche Wesen dem un-