Moralphilosophie.
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gelte, daß man das, was viele thun, auch thundürfe, u. d. gl. sind einige von den Ursachen dieserVersündigungen.
Daher muß man frühe anfangen, jede kleinsteUngerechtigkeit, zu verabscheuen , und sich , durch jGe-schicklichkeit und Fleiß in den Stand setzen, sein Brodselbst zu erwerben. Vor allen Dingen erhalte manstets das.lebendige Gefühl der Achtung gegen das großeGesetz dey sich, daß man die Neckte-, welche manyon andern nicht gekrankt haben will, auch selbst nichtkränken dürfe.
§. 6r.
4.- Wie sollen wahrhaftig und redlichseyn, und alle Lügen meiden.
Jede vorsätzliche Unwahrheit, die man sagt, umandere zu hintcrgchen, ist Beleidigung, nicht nur dereinzelnen Menschen, die man belügt,- sondern auchder Menschheit. '
Man soll nicht anders reden, als man denkt, sichnicht verstellen, die Wahrheit nicht verhehlen, wo csPflicht ist, daß man sie offenbare. Auch um Nutzenzu stiften, darf man nicht lügen, (die Fälle, daß mannicht anders, als'durch eine Nothlüge sbin oder andererLeben gegen unrechtmäßige Gewalt retten kann u. d. gl.sind äußerst selten.) Wenn die Obrigkeit deine Aus-sage verlangt, mußt du stets die Wahrheit sagen.
Sev aber auch verschwiegen. Die Pflicht derWahrhaftigkeit verlangt nicht, daß du, wenn es dieObrigkeit nicht fordert, andern Menschen alles sagensollst, was du weißt. Betheure deine Aussagen nicht