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auf Einer Lime: die Kunst ist, wie die Logik, jeglichemStoffe dienstbar — im Kreise der Gegenwart, in diesemFlusse der Zeit. Daher auch der Glanz, der Firniß, wel-chen dieselbe dem Sinnlichen selbst im Widerstreite mit demUebersinnlichen, — der Unstttlichkeit und selbst dem gröbe-ren Laster zu ertheilen vermag; daher die Künste als Die-nerinnen des Luxus und der Luxuria (nach der gedachten PreiS-schrift von Rosseau)! Und daher auch der „Künstler" aufdieser Seite, ja sogar ausgezeichnet auf derselben: ei»„Pirtuos" und zugleich ein„Lump" oder doch ein Sclaveder Sinnlichkeit! Eine solche Versunkenheit, ein solcherAbfall vom Göttlichen ist möglich — ist vereinbar mit derkünstlerischen Fertigkeit, da und wiefern eben die Phantasieselbst als „ästhetische Potenz" auch mit der Sinnlichkeitin besonderm Verbände steht. Und wie leicht mag diesebey solchem Bilden an diesem und jenem physischen Stofferstarken, selbst ingeheim oder wie unvermerkt zunehmenund vorspringen! Auch die Mathematik, wie diese dem„Compostteur" (Tonsetzer) zugleich dienen mag, gewahrtdagegen keinen Schutz. Denn sobald sie zur Anwendungkommt, hat ja dieselbe nur Beziehung auf die Sinnen-welt. — „S chöne Geister sind selten schöne See-len", bemerkte Zean Paul in seiner letzten Schrift („KleineBücherschau", B. 2. S. 102): woher diese Bemerkung?waö setzt sie voraus, möge auch der Ausspruch in mildermSinne, oder zugleich als eine Art von Scherz genommenwerden?
Jene Kunstschwärmerey verräth demnach Einseitigkeitund, selbst bey dem tieferen Blick in der ersten Hinsicht,sogar Oberflächlichkeit auf dieser Seite. Will aber ein re-ligiöses oder frommes Gemüth der Technik ohne den gött-lichen Sinn „die Kunst, den Künstler" und selbst „daSKünstlerische" schlechthin absprechen, behauptend mit Nach-druck und in vollem Ernste: so Etwas sey nicht wahre, janicht eigentliche Kunst u. dgl.; so ist ein solcher, wenn auchfromme, Sprecher wenigstens von dem Hyperidealismuö be-