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mag noch jede „Geschicktheit" oder Gewandtheit „Tugend"nennen, selbst in der Rede von der „raffinirten und raffi-nirenden H—renwirthin, die er wohl auch Mutter, selbsteine „ehr- und hochwürdige" nennt. Im Ernste: dieseSprache ist, aus seinem Gesichtspunkte betrachtet, ganzfolgerecht! Und passet sie nicht wohl dahin, wo die H —rerey im Lichte des Erlaubten sowohl als deS Galanten,und somit selbst deS „Anständigen", erglänzt oder erglän-zen soll? Genug davon, obwohl der Mißbrauch der Spra-che, auch in Betreff anderer, dem Höchsten der Mensch-heit zusagender, Worte gerade in diesem Punkte der ärgsteund schreiendste ist! Und die Sache muß ja (leider!) auchin jenem Hauptzweige der Philosophie, welchem das Ethi-sche angehört, zur Sprache gebracht werden. Wir kehrenz^m Sprachgebrauch überhaupt zurück.
Wer also über den Sprachgebrauch schlechthin'sich weg-setzen könnte; dem gebräche offenbar jeder tiefere Blick indas eigenthümliche Verhältniß deS Wortes zur Sache,möchte dann» mit solcher Unkenntniß zugleich Eitelkeit,Stolz, Uebermulh u. s. f. verbunden seyn oder nicht. Die-ses Urtheil trifft wohl z. B. den idealistischen Spekulanten,der jüngsthin Moralität und— Sittlichkeit unterschieden, jamit jedem dieser Worte einen anderen Sinn verbunden hat. AISkönnte ein Versuch dieser Art jemals gelingen, bey irgend ei-nem Volke, das eine gebildete Sprache, eine klassische Literaturu. s. w. einmal besitzt! Ja wer schlechthin auösagen könnte:„der Sprachgebrauch ist für mich kein Gesetz, ich gebe ei-nem Worte" — wohlgemerkt: aus einer solchen Sprache,und aus der, in welcher er schreibt*)! — „die Bedeutung,die ich ihm geben will; und ich habe das Recht dazu, wiejeder Andere, wenn ich nur meinen Sinn, meinen Sprach-
') also nicht einem neu- oder selbsterfunLenen Worte, noch ei-nem aus einer fremden, alten oder neuen Sprache, das etwa,in eine andere ausgenommen, diese Willkühr, diese Selbstmachtzuließe!