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Lehrbuch der höheren Seelenkunde; oder: psychische Anthropologie : eine Vorarbeit in Absicht auf die Hauptlehren vom Höchsten der Menschheit ; auch für Kirche und Staat
Entstehung
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alle wahrhaft gebildete, alle würdige und denkende Men-schen, die zur Bildung der Sprache, zu Festsetzung diesesund jenes WortstnneS in Absicht auf die höchsten undwichtigsten Angelegenheiten der Menschheit, selbst im Laufevon Jahrhunderten, mitgewirkt haben, nicht nur Stellver-treter der Menschheit (Nr. I.), sondern auch Organe derGottheit genannt werden können: so trägt alsdann einWort selbst das Gepräge und die Weihe des Geistes (Ge-nius) der höheren Bildung; so erklärt sich insbesondere dieMacht, womit der Dichter und der Redner, im gutenSinne, durch das Wort den Mitmenschen zu ergreifen,zu heben und zu begeistern vermag! — Auch erhellet so,warum auf dieser Seite irgend ein Nachfolgender nur diehohe oder tiefe Bedeutung, die sich allmählig festsetzte undheranbildete, völliger herausbilden kann und soll; — undL) eine gemeine, „vulgäre", mehr oder weniger ver-werfliche Seite, wo denn nächst dem Bleygewicht und Ge-präge der Sinnlichkeit, bey solcher Befangenheit des Men-schen in der Zeit, auch der Eigensinn besonders emtritt,selbst als „USU8 inogisler" nach Horaz; eine Seite, dienicht allein eine stete Nachbesserung, sondern auch Abhülfeund selbst gänzliche Verwerfung fodert, zumal wo der Ei-gensinn» oder Stolz auch in wissenschaftlicher Rüstung,pochend auf Grammatik und Etymologie, auftritt, und z. B.„das Uebersinnliche, Himmlische", ja selbst Weisheit undTugend in seine Sphäre hinabziehen, — diesen Worteneine sinnliche Bedeutung als die „eigentliche" anweisenmöchte. Ein solcher Etymolog sieht eben nicht ein, wieein Wort, das auf einer niedrigen Kulturstufe allerdingsdiese Bedeutung hatte, im Fortgange der Zeit und derBildung eine solche Umprägung erhalten konnte, daß nungerade die Bedeutung, welche vordem nicht nur die ur-sprüngliche, sondern auch die eigentliche war, die uneigent-liche heißen muß, und von allen Gebildeten dafür genom-men wird. Man denke z. B. an die Tugend in der Redevom Menschen und vom Pferde! Freylich der Aufklärling