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Lehrbuch der höheren Seelenkunde; oder: psychische Anthropologie : eine Vorarbeit in Absicht auf die Hauptlehren vom Höchsten der Menschheit ; auch für Kirche und Staat
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ser abgeht, sey es dann bey dem Kinde, welches erst vonder Verstandesseite durch äußere Anregung sich zu entwickelnbeginnt, oder bey einem schon Erzogenen, aber z. B. imSchlaft oder nach einem besonder» Eindruck auf einemSpatziergange, wahrend die Denkkraft, ohne jedes reflexeBewußtseyn des Menschen, diesem Zuge folgt: da ist eigent-lich kein menschlicher Verstand; sondern jene Kraft wirket dabloß mechanisch und insofern thierisch. Mag auch demGesetze der Verwandtschaft zufolge (wie sich die sogenannteS88ociatio iäearum" nach demselben ergibt) Gedanke anGedanke sich ketten: eine menschliche Thätigkeit und somitder menschliche Verstand findet gleichwohl hier nicht Statt.Nur ableitungsweise, wenn und sofern dieser Gedankengangin einem früher» Denken sich gründet, nur mit solcherRücksicht auf eine frühere Zeit kann auch in diesem Gangenoch ein Menschliches erscheinen. Aber wie Manches, waSnur mechanisch heißen kann, kommt da öfters vor, und zwarim Traum oder dessen Gebilden! Das Bessere, Vollkommnerekann auch da nur allmählig erstrebt werden. Und nur auf demGrunde der reinen Gesinnung ergibt sich die achte Besonnenheit.

Vergleichen wir nun jene zwey Ursachen mit einan-der; so tritt allerdings die physische vor, wenn dieSache zuerst pädagogisch angesehen und betrachtetwird. Wo der physische Organismus gestört ist, kannder gesunde Verstand nicht Statt finden. Allein wievollkommen auch dieser Organismus scyn mag: dadurchallein wird oder ist wenigstensder gesunde Menschenver-stand" nicht bestimmt, nicht gegeben. Und nach der höch-sten, d. i. nach der phylosophischen Ansicht, dringt diepsychische Ursache vor: s) als erste Bedingung, zumalk) wie dann auch jener Organismus durch den psychischenEinfluß bestimmt wird. Za wo der achte, vernünftigeGrund fehlet, und dagegen der finstere (dasirrationalePrincip") obwaltet: da erscheint die Macht des Göttlichen,wie solches von der objektiven Menschheit nicht trennbar ist, auch indirekter Weise, d. h> in den zerrüttenden Fol-