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der Wille des Menschen nicht minder böse als gut werden;und er wird nothwendig entweder das Eine oder das An-dere, indem seine Thätigkeit eintritt. Wie aber eine Kraft,die auö der Frcyheit, aus dem Göttlichen oder Unbeding-ten hervorgeht, den Charakter des Bösen, Unsittlichen an-nehmen könne: dies gehört zu dem bekannten Näthsel derFreiheit, das mit jenem der Schöpfung zusammenfällt.Und eS ist die Aufgabe der Moralphilosophie, zu zeigen,wie dieses Dunkel vor dem Lichte, das zugleich und beson«LerS weiterhin aufgeht, dahin schwinde, oder nicht weiterbemerkt werde, wahrend die entgegengesetzte Theorie imFortgange sich in ein immer größeres Dunkel verliert, undihre Dürftigkeit besonders durch ihre sogenannte — psycho,logische Erklärung der wichtigsten Erscheinungen in derMenschenwelt offenbaret. Selbst ein würdiger und denken,der Freund der Kantischen Lehre konnte noch gegen „einepsychologische (!?) Auflösung der sittlichen Phänomene"sprechen! —
Da nun der Wille, als die Eine sich selbst bestimmendeKraft, jede andre menschliche in Thätigkeit setzt, indem Al-les , was im Kreise der Subjektivität menschlich heißen soll,durch den Willen bestimmt seyn muß: so erscheint selbst derVerstand, als Denkkraft betrachtet, in der Kategorie derniederen Seelenkräfte. Und diese Ansicht sagt wohlder gedachten zu, wo das Verständige gleich dem Sinnli,chen nur bedingten Werth hat.
Zu dem Verstände in diesem Sinne gehört dann auchdie Erinnerungskraft und die Phantasie, wie sol-che, jedem Stoffe dienstbar, mit selbiger zusammenwirkt,heiße sie dann Einbildungskraft oder nicht. Ueberallist hier nur Bedingtes, Brauchbares, also „nievere See-lenkraft". Nur so weit reden wir da von dem Verstände.Za, so weit stehen alle diese geistigen Kräfte mit den phy-sischen auf Einer Linie. Der Wille ist es, welcher vondenselben einen guten oder bösen Gebrauch macht. Wo hatman aber jemals gelesen, daß der Verstand den Willen ge-