Druckschrift 
Lehrbuch der höheren Seelenkunde; oder: psychische Anthropologie : eine Vorarbeit in Absicht auf die Hauptlehren vom Höchsten der Menschheit ; auch für Kirche und Staat
Entstehung
Seite
162
Einzelbild herunterladen
 

162

Philosophie als Wissenschaft getroffen, entscheidend seyndürfte! Denn ist anders die Aufklärung (wohl unter-schieden von der Aufklärerey! ) eine Tochter der Philoso-phie: wer mag sich dann wundern, daß in Deutschland derfinstere und verfinsternde Geist, obwohl auch ein schlauer,mit seinem Plane bereits so weit um sich gegriffen hat?Möchten jene Welt - und Staatsmänner, die nunmehr überdie Philosophie schimpfen oder spotten, und wenigstens da-von keine weitere , Notiz" nehmen wollen, einmal ernstlichbedenken; wem sie auf solche Art in die Hand arbeiten?!— Hoffentlich bedarf auch diese Zugabe keiner Entschuldi-gung. Aber nun zur Sache, wie viel auch von dieser undjener Seite sich, zur vorläufigen Betrachtung, noch darbie-ten und aufdrangen möchte, bey diesem Gang der Dingeim deutschen Vaterlande!

Nur die Vorbemerkung sey noch erlaubt: erst in Ver-bindung mit den Lehren von den Kräften und dem Lebender Seele (deö Geistes) kann jene von den Vermögenzunächst die völligere und vielleicht zureichende Befriedigunggewähren.

DaS reale Geistesvermögen in dreyfacherGestalt.

Wie in dem Menschen „Göttliches", ein Reales dieserArt — Uebersinnlicheö, erkannt, zugleich aber im Gegen-sätze mit der Vergötterung des Menschen und hiemit auchder Menschheit das Göttliche — Gott vorausgesetzt und da-her immer zugleich, in der Rede von jenem, gesetzt wird,obwohl eben nicht ausgesprochen, indem die Menschheiteben im Unterschiede von der bloßen Natur, und folglichder Mensch zuvörderst in seiner realen Erhabenheit überdieselbe, auf seiner geistigen Seite und objektiv, betrachtetwird: so erscheinet nun bey dem Hinblicke auf den Men-schen als Subjekt, nach seiner Bestimmung für diese Sacheüberhaupt, vor Allem dasjenige Vermögen, ohne welchesdie Erreichung dieser Bestimmung nicht denkbar ist. Wenn