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1 (1825) Theorie der Beredsamkeit für alle Formen prosaischer Darstellung : nach den besten Quellen der Alten und der Neuern bearbeitet, und mit Mustern und Beyspielen belegt
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5. Jede Anekdote muß ihre Pointe haben, das ist,den charakteristischen Hauptpunct, auf welchen sie hindeutet,und der durch die scharfsinnigste und feinste Behandlung her-vor zu heben ist.

6. In großem historischen Werken sey man mit Einwe-bung von Anekdoten sparsam, um nicht dem Zusammenhangsoder der Würde zu schaden.

§. 25.

Der L a p id a r-S ty l.

Die vorzüglichsten Eigenschaften dieses Styls sind Kürzeund Kraft, welche theils durch seine Bestimmung zu In-schriften auf Denkmahlern (z. B. Statuen, Grabmahlern, Eh-rensäulen, auch Schaumünzen rc.), theils durch die Beschränkt-heit des Raums nothwendig gemacht werden.

Es verstehr sich nebstdem wohl von selbst, daß der Lapi-dar-Stylist, da es sich darum handelt, das Andenken an irgendeinen ausgezeichneten Menschen oder an eine denkwürdige Be-gebenheit zu verewigen, die strengste Wahrheit beobachten,folglich jedes Wort um so mehr auf die Wagschale legenmuß, als ihm nur wenige Worte für seinen Zweck gestattetwerden.

Für öffentliche Denkmähler eignet sich die niedereSchreibart am besten; Pr iv ac-Denkmähler haben gewöhn-lich die mittlere Schreibart.

Eine der schönsten, einfachsten und rührendsten Grab-mahl-Jnschriften scheint mir die lateinische zu seyn, rpelche derenglische Dichter Shenstone auf den Leichenstein der MißDolman, seiner Verwandten, eines reizenden Mädchensvon ein und zwanzig Jahren, eingraben ließ.

Auf der einen Seite die wenigen Worte:

koramabili suae DonsokrinaeÜVIiss Dolman.

Auf der andern: