52H
zu Versuchen und ersten Übungen in dieser Darstellungsformdienen.
tz. 23.
Die Biographie.
Die Biographie hat das ganze Leben eines Menschen»mit vollständiger Entwickelung seiner Ausbildung, Wirksam-keit und Schicksale, wie auch des Einflusses aus seine nächstenund fernen Umgebungen, Angehörige und Zeitgenossen, prag-matisch und mit stylistischer Vollkommenheit darzustellen. Wenndie letztere Eigenschaft fehlt, so sinkt die geistreiche Schönheitder Lebensbeschreibung zum trocknen, tabellarischen L e-benslaufe herab.
Die hier zu machenden Forderungen treffen aber theilsdas Product selbst, theils den producirenden Biographen.
In Hinsicht der Biographie selbst ist zu beobachten:
1. Der richtige Gang der ersten Ausbildung und Rich-tung, die den jungen Anlagen und Kräften gegeben wird.
2. Das erste Eintreten in bedeutende, folgenreiche Ver-hältnisse.
3. Das Beginnen und Fortschreiten der eigentlichen Le-bensschicksale , Tharen und Wechselwirkungen.
4. Das sich zeigende Ringen und Streben nach irgendeinem Ziele, dessen ganzes oder theilweises Gelingen undMißlingen bey der Erreichung.
5. Das darzustellende Individuum erscheine so viel alsmöglich selbsthandelnd.
6. Die fruchtbaren und vorzüglich interessanten und lehr-reichen Parthien der Biographie sind besonders hervor zu hebenund in das Licht zu stellen.
7. Alle Einzelnheiten der Biographie müssen psychologischund stylistisch so wohl geordnet und so innig mit einander ver-bunden werden, daß das Leben des darzustellenden Individuumsals ein volles und zusammen hängendes Ganzes erscheine.
An den Biographen ergeht die Forderung: