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1 (1825) Theorie der Beredsamkeit für alle Formen prosaischer Darstellung : nach den besten Quellen der Alten und der Neuern bearbeitet, und mit Mustern und Beyspielen belegt
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pfindung immer näher kommen, und nicht umgekehrt aus derNähe sich entfernen.

Erst seine Lage und dann die Eindrücke zu beschreiben, istlange nicht so darstellend, als erst die Eindrücke und dann dieLage zu schildern, welche durch die Eindrücke und Umgebungerst Interesse erhält.

Derjenige wird die Natur am besten beschreiben, wer sieso empfindet, daß sie mit ihm selber gleichsam ein Ganzesaus-macht, indem er sich in sie versenkt, und mit ihr auf das in-nigste verwebt fühlt; eine solche i n n ig e A nsch l ie ßun g deu-ten die folgenden schonen Züge an:

wenn das liebe Thal um mich dampft"

an der undurchdringlichen Oberfläche meines Waldes"und die Welt um mich her und der Himmel ganz in meinerSeele ruht, wie die Gestalt einer Geliebte n"

Was für ein reines Organ und was für ein Heller ausge-bildeter Spiegel der Seele wird zu einer solchen Beschreibungvorausgesetzt! In den Augenblicken, wo eine solche Beschrei-bung glücken soll, muß das einzelne Selbstbewußtseynsich gleichsam in dem M it b ew t se y n des großen Ganzender Natur verlieren, wovon das denkende und empfindende Organdurchströmt wird.

Von einer solchen Stimmung der Seele, die schon da seynmuß, ehe man noch an die Darstellung denkt, kann eine solcheSchilderung nur die Folge seyn.

Wer eine solche Darstellung versucht, ohne daß ein solcherZustand vorhergegangen ist, der muß eben so unwahr werden,wie einer, der bey ganz gemeinen und gewöhnlichen Schicksa-len dennoch einen Roman von seinem Leben erzählen wollte.

Die Wahrheit der Empfindung aber haucht jedem einzel-nen Ausdruck Leben ein, und macht, daß Wort und Bild sichimmer entgegen kommen:

Das dampfende Thal"

die hohe Sonne"

die undurchdringliche Oberfläche der Finsterniß des Waldes"