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2 (1824) Bibliothek der Humanitäts-Wissenschaften zur Selbstbildung für Jünglinge von reiferem Alter : philosophische Wissenschaften
Entstehung
Seite
412
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Unsterblichkeit ist ein großes Work!

Es rief mich von Freund und Vater fort!

Es riß mich aus den Armen der Braut;

Wohl seufzte sie schwer, wohl weinte sie laut!

Doch laß mich, o laß mich! ich muß von hinnen.

Eh mir die Stunden, die schnellen, verrinnen!

Wanderer.

Verblendeter! Ruh' ist ein süßes Wort!

Du suchst sie vergebens am Ziele dort.

Vernimm: wen des Genius AdlerflugEmpor zu den Sternen des Himmels trug,

Der mag wohl Vieles, ach Vieles! wissen,

Aber die Ruh' ist ihm ewig entrissen!

Jüngling.

Laß ruh'n, wem ein Gott zu ruhen vergönnt!

Mich treibt ein Feuer, das ewig brennt.

Mich foltert und quält ein Durst, den stilltKein Wasser, das aus der Erde quillt!

Nur dort allein, an erhabener Stelle,

Da sprudelt, da rieselt die labende Quelle.

Wanderer.

Verwegner, hoch oben bei Jupiters SitzLauscht tief verborgen der tödtende Blitz!

Es trinkt der Adler den Sonnenstrahl,

Und sinkt mit gelähmtem Fittig in's Thal;

Da Phaitton Lüfte des Himmels umwehen.

Da stürzt er herab aus unendlichen Höhen!

Jüngling.

Laß sinken, laß stürzen, wer den Muth verlor!

Ich klimme durch Tod und Gefahren empor!

Und kann ich's nicht enden, und muß ich hinab,

So schmückt der Lorbeer mein rühmliches GrabWer unterging in großem Bestreben,

Verdient iu dem Herzen der Nachwelt zu leben.

Mahlmaun