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2 (1824) Bibliothek der Humanitäts-Wissenschaften zur Selbstbildung für Jünglinge von reiferem Alter : philosophische Wissenschaften
Entstehung
Seite
315
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Dort ist die Schönheit Königin»Ach, Schönste, zeige dich!""

Sie trat verschleyert aus dem SchloßIn stillgeheimer Lust;

Der König hob sie aus sein Roß,Drückt heiß sie an die Brust.

Er schlug bis hoch zum Aug' hinanDen Mantel um sein Kind,

Und kam in seinem Jrrgart anGar freudig und geschwind.

Und als von seiner neuen GunstFrau Isabel! erfuhr.

Gelobte sie in ZornesbrunstDer Rache frechen Schwur.

Sie schrieb mit schlau verstellter HandDem König einen Brief,

Als ob ein Mann in WeibsgewandIn Gun'hilds Armen schlief,

Und zornerfüllt der König sprach:

»Sie war der Unschuld Bild;

Doch weil sie Pflicht und Treue brach,So sterbe Gunihild!""

Er warf sich wüthig auf sein Roß,Sprengt über Weg und Steg,

Und kam, eh' Dämm'rung sich ergoß.Zu seinen Lustgehäg'.

Er rief zu sich drey Gärtnersknecht';Der erste weiß von Haar,

Der zweyte wie ein Neger recht,

Der dritt' ein Rothkopf war.

Er rief zu sich drey Gärtnersknecht',Und frug sie: »»Habt ihr Muth?