Zoo
Also muss' es Allen ergeh'», die das heilige GastcechtUns'rer Insel verletzen, und unanständig und gottlos,
Zeche verlangen vom Manne, der sie doch höflich bewirthet.
Soll:' ich solche Beleidigung dulden im eigene» Hause?
Nein! es hätte fürwahr statt meines Herzens ein Schwamm nurMir im Busen gewohnt, wofern ich dergleichen gelitten.
Daraus sagte'der Richter zu mir: vergesset die Schläge;
Denn ihr habt die Strafe verdient, ja schärfere Schmerzen;
Aber wollt ihr bleiben und mitbewvhnen die Insel,
Müsset ihr euch erst würdig beweisen und tüchtig zum Bürger.
Ach! versetzt' ich, mein Herr, ich habe, leider! mich niemahlsGerne zur Arbeit gefügt. So Hab' ich auch keine Talente,
Die den Menschen bequemer ernähren; man hat mich im Spott
nur
Hans Ohnsorge genannt, und mich von Hause vertrieben.
O, so sey uns gegrüßt! versetzte der Richter; du sollst dichOben setzen zu Tisch, wenn sich die Gemeine versammelt,
Sollst im Rathe den Platz, den du verdienest, erhalten.
Aber hüte dich wohl, daß nicht ein schändlicher RückfallDich zur Arbeit verleite, daß man nicht etwa das GrabscheitOder das Ruder bey dir im Hause finde, du wärestGleich auf immer verloren und ohne Nahrung und Ehre.
Aber aus dem Markte zu sitzen, die Arme geschlungenÜber dem schwellenden Bauch, zu hören lustige LiederUns'rer Sänger, zu seh'n die Tänze der Mädchen, der KnabenSpiele, das werde dir Pflicht, die du gelobest und schwörest.
So erzählte der Mann, und heiter waren die StirnenAller Hörer geworden und alle wünschten des TagesSolche Wirthe zu finden, ja solche Schläge zu dulden.
G ö t h e.