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Konntest die Sehnsucht all, die heiligen Wahne vergessen?Konntest, Mathildis, dein Herz selber vergessen in mir?
O ich verdamme dich nicht, ich will der Geliebten nicht fluchen.Andere Mächtige sind, welche mich rächen an dir:
Die Erinn'rung, die still und traurend die Blumen zur ErdeSchüttet, die einst in den Schoost wir ihr in Wonne gelegt;
Auch die Reue, die mahnt— denn wahrlich, so liebet kein Mann dichWieder, Mathildis, als ich, hat kein Mann dich geliebt.
Dann vergebens streckt die Sehnsucht schmachtende ArmeAus in die Lüfte, sie hält weichende Schatten nicht fest;
Lieder klingen, was war, es rust's mit zärtlichen NahmenÖfter der Traum, du wachst auf. und weinest umsonst.
Denn die Liebe mag nie zurück sich wenden zur Liebe,
Wenn der zehrende Gram sog aus den Adern das Blut,
Traurig fließet mit Schemen sie hin, ein wimmernder Schemen,Will die Zärtlichkeit nah'n, meldet sich warnend der Haß.
Ernst Moriz Arndt.
Selmar und Selma.
S e l m a r.
Meine Selma, wenn aber der Tod uns Liebende trennet?
Wenn dein Geschick dich zuerst zu den Unsterblichen ruft?
Ach, so werd' ich um dich mein ganzes Leben durchweinen.
Jeden nächtlichen Tag; jede noch trübere Nacht!
Jede Stunde, die sonst in deiner Umarmung vvrbeyfloß,
Jede Minute die uns, innig genossen entfloh!
Ach, so vergehen mir dann die übrigen Jahre voll Wehmuth,Wie der vergangenen kein's ohne Lieb' uns entfloh.
Selma.
Ach, mein Selmar, wenn künftig der Tod unS Liebende trennet.Wenn dein Geschick dich zuerst zu den Unsterblichen ruft;
Dann, dann wein' ich um dich mein ganzes übriges Leben,Jeden schleichenden Tag, jede schreckliche Nacht!
Jede Stunde, die sonst, mit deinem Lächeln erheitert.
Unter dem süßen Gespräch zärtlicher Thränen entfloh!
Ach, so vergehen mir dann die übrigen Tage voll Schwermuth,Wie der Liebe leer, keiner vordem uns entfloh.