mit der gebrochenen Schwinge lehnt, das Stand-bild dessen, der gesungen hatte:
„Me steigst, o Lübeck, t>u herauf
In alter Pracht vor meinen Linnen,
Kn des beflaggten Stromes Lauf usw." —
gesungen, sage ich, in dem pompösen Sinn, indem heute niemand mehr singt. Ich habe Ema-nuel von öeibel als Kind noch gesehen, in Trave-münde, mit seinem weisien Knebelbart und sei-nem Plaid über der Schulter, und bin von ihmum meiner Eltern willen sogar freundlich an-geredet worden. Kls er gestorben war, erzählteman sich, eine alte Frau auf der StrasZe habegefragt: „Wer kriegt nu de Stell? Wer wardnu Dichter?" — Nun, meine geehrten Zuhörer,niemand hat „de Stell" bekommen, „de Stell"war mit ihrem Inhaber und seiner alabasiernenForm dahingegangen, der Laureatus mit demklassisch-romantischen „Saitenspiel" konnte kei-nen Nachfolger haben, das erlaubte die Zeit, diefortschreitende, sich wandelnde Zeit nicht, undwas sich nunmehr als literarischer Ausdruck lü-beckischen Wesens auszugeben wagte, das warals solcher zunächst wahrhaftig nicht wieder-zuerkennen.
Vor allem war es nicht Lyrik mehr und klin-
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