die Verständigung schwer geworden sein möchte zwischen euch drinnen und uns draußen —dies alles trägt bei zu der Scheu, die mich fesselte, und die mit Unversöhnlichkeit, feindseligerÜberheblichkeit und bösen Wünschen so gar nichts zu tun hatte. Oft habe ich mir in diesenJahren die Verse vorgesagt, mit denen Platen in der Fremde Deutschlands gedachte:
„Ich lieb es drum in keinem Sinne minder,
Da stets ich mich in seinem Dienst verzehre,
Doch wär’ ich gern das fernste seiner Kinder,
Geschieht’s, daß einst den inneren Schatz ich mehre,
So bleibt der Fund, wenn längst dahin der Finder,
Ein sicheres Eigentum der deutschen Ehre.“
Der deutschen Ehre ist in langen Jahren nicht viel Zuträgliches geschehen. Verglichen damit istselbst das, was ich draußen hervorbringen konnte, beinahe viel, und wenn die Welt sich seinerannahm, es war doch unverwechselbar, unübersetzbar deutsch, und es war niedergelegt zu denFüßen des Volkes, in dessen Sprache es geschrieben war. Das fühlte mancher Deutsche. Dasfühlten offenbar auch die Männer, die mir die hohe Ehre der Zuerteilung des auf GoethesNamen getauften Preises in diesem besonderen, festlichen Jahr erwiesen. Ich bin hier, ummeinen tiefgefühlten Dank dafür auszusprechen, und ich freue mich sogar des materiellen Teilsdieser Ehrung, weil ich ihn nutzen kann, um hier im Lande unverdiente Not, die Bedürftigkeitdes Verdienstes in dieser harten Zeit zu lindern.
Aber nicht nur zu dieser Danksagung bin ich hier, sondern auch, weil ein untrügliches Gefühlmir sagt, daß der Streit, der in Deutschland geht um mein Werk und meine Person, und demich mit Staunen zugesehen habe, an Bedeutung weit hinausreicht über diese gleichgültige Per-
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