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Friedrich und die große Koalition : von Thomas Mann
Entstehung
Seite
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der Zeit wurde er sich selber grotesk, er übersah nicht diefürchterliche Komik seines Daseins, er verglich sich mitDon Quijote, mit dem Ewigen Juden.Der Stier mußFurchen ziehen," sagte er,die Nachtigall singen, derDelphin schwimmen, und ich muß Krieg führen." Erkam sich verdammt vor, Krieg zu führen bis zum jüngstender Tage und wurde sich selber zum Spuk. Auch diegräßliche Müdigkeit der Gespenster war ihm vertraut,ihre jammervolle Sehnsucht nach Ruhe.Selig dieToten! Sie sind geschützt vor Kümmernissen und allenSorgen." Er trug Gift bei sich für den äußersten Fall,aber obgleich der äußerste Fall mehr als einmal einge-treten schien, nahm er das Gift doch nicht, sondern es fielihm noch etwas ein, und der äußerste Fall ging vorüber.Unter den entsetzlichen Strapazen, den krassen Wechsel-fällen, der unaufhörlichen Spannung alterte dasnied-lichste Menschenkind" rapide. Die Aähne fielen ihm aus,sein Kopf ergraute auf einer Seite, sein Rücken krümmtesich, sein Körper ward gichtisch und schnurrte ein. Außer-dem litt er an Diarrhöen. Es war in der Tat die Qualder Verdammten. Aber sein Ruhm wuchs unterdessen, seine Vergehen, seine Völkerrechtsbrüche gerieten inVergessenheit, aber sein Ruhm als der eines Gottge-schlagenen und Gotterwählten wuchs auf wie ein Baumund überschattete das Jahrhundert. Nicht nur, daß er,der bei Roßbach die Scharen des Marschalls Soubise zuPaaren trieb eben jene Franzosen, die das Elsaßgestohlen und die Pfalz ausgebrannt hatten, den Deut-