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Friedrich und die große Koalition : von Thomas Mann
Entstehung
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An die Redaktion desSvenska Dagbladet",

Stockholm

Ich komme spät dazu, Ihre Rundfrage zu beant-worten, sie lag mir nicht recht, brannte mir nichtsonderlich auf den Nägeln: erstens, weil, wie ich michkeinen Augenblick zu bekennen schäme, mein Fragenund Denken jetzt dem Schicksal meines Landes, demschweren Kampfe Deutschlands um sein Erdenrecht, ge-hört, und zweitens, weil ich die Tatsache, daß die Chemie-professoren sich von wegen der Politik persönlich Über-werfen, für geistig vollkommen belanglos halte. Ichwerde am Schlüsse sagen, warum. Vorderhand lassenSie mich zur Entschuldigung meiner Lauheit bemerken,daß wir Deutschen uns von der Verpflichtung, der Soli-darität des Menschengeschlechtes schwärmerisch eingedenkzu sein, für den Augenblick wohl einigermaßen entbundenfühlen dürfen. Sie sorgen sich um die EinhelligkeitEuropas? Aber Europa ist ja einig, viel mehr noch,die Welt ist einig (oder war es doch während der erstenMonate nach Einbruch der Katastrophe): und zwar gegen