über das, was den Prinzen und Müllerburschen desMärchens an Prüfung auferlegt zu werden pflegt, —er war ohne Übertreibung die schrecklichste Prüfung, dieeine Seele überhaupt jemals auf Erden zu bestehen ge-habt hat. Um sie zu bestehen, dazu gehörten passive undaktive Eigenschaften, ein Maß von durchhaltender Geduldund von erfinderisch-tätiger Energie, wie unseres Wissensweder vorher noch nachher ein Mensch sie bekundet oderzu bekunden Gelegenheit gehabt hat. Sieben Jahrelang zog König Friedrich umher und bataillierte, schlughier den einen Feind und dort den anderen, ward auchgeschlagen, geschlagen bis zur Vernichtung, richtete sichzitternd wieder empor, weil ihm etwas einfiel, was viel-leicht noch versucht werden konnte, versuchte es mit uner-hörtem, ganz unwahrscheinlichem Glück und kam nocheinmal davon. Immer im schäbigen Waffenrock, gestie-felt, gespornt und den Uniformhut auf dem Kopf, atmendjahraus, jahrein im Dunst seiner Truppen, in einerAtmosphäre von Schweiß, Leder, Blut und Pulverdampf,ging er, zwischen zwei Schlachten, zwischen einer trost-losen Niederlage und einem unglaubhaften Triumph,in seinem Jelt hin und her und blies auf der Flöte,kritzelte französische Verse oder zankte sich brieflich mitVoltaire. Seine Mutter starb, ohne daß er sie noch ein-mal gesehen hätte, und nun fühlte er sich verlassener alsje. Seine Lieblingsschwester starb — mon visu, masosur cko 6a^rsutk>! — und sein Weh über diesen Verlustzeugt für die Sensivität seines bösartigen Herzens. Mit
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