und der Leistung das Seine zu geben versteht. Das tatdieser König nicht, — obgleich nach dem Urteil eines ge-sunden und richtigen Menschensinnes auch Könige es tunsollten. Sein Arbeitsfanatismus, sein Bestehen auf dieLeistung, auf die Meriten war eines asketischen undirgendwie abscheulichen Wesens. Natürlich haßte er dieMönche, wie alle Geistlichkeit, aber er selber war etwaswie ein Mönch, ein Mönch im blauen Soldatenrock, diegelbe Weste immer mit Schnupftabak besudelt, — einzynischer Junggeselle war er, und ein beträchtlicher Teilseiner Bösartigkeit und Unheimlichkeit hat sicher mitseinem Verhältnis zu den Frauen zu tun, welches eigent-lich ein Unverhältnis und selbst dem Sinne einer in diesenDingen höchst kapriziösen Zeit nicht recht verständlich war.
Er war, wie gesagt, ein ziemlich ausschweifenderJüngling gewesen. Als er mit sechzehn Jahren den vo-luptuösen Dresdener Hof besuchte, wo es ihm nichtwenig gefiel, verliebte er sich über beide Ohren in dieGräfin Orselska, Tochter und Favoritin Augusts II.; aberder König, der etwas eifersüchtig war, bot ihm statt ihrerdie wohlgeformte Gräfin Formers an, nachdem er sieihm zuvor als lebendes Bild gezeigt hatte, und so wardsie Friedrichs erste Mätresse. Aber später bekam er dieOrselska dennoch. Man kennt noch eine ganze Reihe vonGeschichten, zum Beispiel über jene Freifrau von Wreech,die er von Küstrin aus zu besuchen pflegte, und die ihnmit Kerzen, Büchern und sogar mit Geld ausstattete,welches er nie zurückgezahlt haben soll, obgleich Frau von