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Friedrich und die große Koalition : von Thomas Mann
Entstehung
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Wreech ein Kind bekam, das Herr von Wreech nicht alsdas seine anerkennen wollte. Ferner über eine Pots-damer Kantorstochter, die seinetwegen öffentlich aus-gepeitscht wurde und „auf ewig" ins Spinnhaus kam.Auch in Ruppin und Rheinsberg debauchierte er aus-giebig, „man halt aber dafür," schrieb Seckendorfs an denPrinzen Eugen, „daß die Kräfte des Körpers die Nei-gung des bösen Willens nicht genug sekundieren, folglichder Kronprinz in seinen Galanterien mehr einen eitlenRuhm sucht als eine sündliche Neigung." Dem mochtenun so sein oder anders, — gewiß ist, daß alle dieseAffären mit Leidenschaft in irgendeinem höheren, tie-feren Sinne, mit dem Gefühl, mit dem Herzen nicht dasgeringste zu tun hatten. Als ganz junger Mensch schonerklärte Friedrich, daß er nur Genuß von den Frauenwolle, sie hernach aber verachte. Er hat niemals geliebt.Dann kam ein Malheur auf diesem Gebiet, man sprichtvon einer Operation, die sich anschloß, — und von diesemZeitpunkt an war irgend etwas kupiert in seiner Natur;er wandte der Üppigkeit kurz den Rücken; das Weib hatteseine wenig ehrenvolle Rolle in seinem Leben ausge-spielt.

Eine tiefe Misogynie ist fortan von seinem Wesen un-trennbar; es wird unmöglich, sich ihn in einer zärtlichenSituation vorzustellen, es wird lächerlich. Daß seineEhe eine Scheinehe war, will nicht viel besagen, denn siewar erzwungen. Aber das andere Geschlecht ließ ihnnicht nur kalt, er haßte es, er verhöhnte es, er duldete es