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Friedrich und die große Koalition : von Thomas Mann
Entstehung
Seite
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II

heit" heißt (Sicherheit" ist Lieblingsbegriff und lautesteForderung des Bürgers), die Gewöhnung an ein ge-fährdetes, gespanntes, achtsames Leben; Schonungs-losigkeit gegen sich selbst, moralischer Radikalismus, Hin-gebung bis aufs Äußerste, Blutzeugenschaft, vollerEinsatz aller Grundkräfte Leibes und der Seele, ohnewelchen es lächerlich scheint, irgend etwas zu unternehmen;als ein Ausdruck der Jucht und Ehre endlich Sinn fürdas Schmucke, das Glänzende: Dies alles ist in der Tatzugleich militärisch und künstlerisch. Mit großem Rechthat man die Kunst einen Krieg genannt, einen aufreiben-den Kampf: schöner noch steht ihr das deutscheste Wort,das WortDienst" zu Gesicht, und zwar ist der Dienstdes Künstlers dem des Soldaten viel näher verwandtals dem des Priesters. Die literarisch gern kultivierteAntithese von Künstler und Bürger ist als romantischesErbe gekennzeichnet worden, nicht ganz verständnis-voll, wie mir scheint. Denn nicht dies ist der Gegensatz,den wir meinen: Bürger und Jigeuner, sondern dervielmehr: Zivilist und Soldat.

Wie die Herzen der Dichter sogleich in Flammenstanden, als jetzt Krieg wurde! Und sie hatten den Friedenzu lieben geglaubt, sie hatten ihn wirklich geliebt, einjeder nach seiner Menschlichkeit, der eine auf Bauernart,der andere aus Sanftmut und deutscher Bildung. Nunsangen sie wie im Wettstreit den Krieg, frohlockend, mittief aufquellendem Jauchzen als hätte ihnen und demVolke, dessen Stimme sie sind, in aller Welt nichts