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Friedrich und die große Koalition : von Thomas Mann
Entstehung
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interessiert zu sein. Ihre Humanität ist durchaus unpoli-tischen Wesens, ihr Wachstum unabhängig von StaatS-und Gesellschaftsformen. Fanatismus und Aberglaubehaben nicht ihr Gedeihen beeinträchtigt, wenn sie es nichtbegünstigten, und ganz sicher steht sie mit den Leiden-schaften und der Natur auf vertrauterem Fuße, als mitder Vernunft und dem Geiste. Wenn sie sich revolutionärgebärdet, so tut sie es auf elementare Art, nicht im Sinnedes Fortschritts. Sie ist eine erhaltende und form-gebende, keine auflösende Macht. Man hat sie geehrt,indem man sie der Religion und der Geschlechtsliebe fürverwandt erklärte. Man darf sie noch einer anderenElementar- und Grundmacht des Lebens an die Seitestellen, die eben wieder unfern Erdteil und unser allerHerzen erschüttert: ich meine den Krieg.

Sind es nicht völlig gleichnishafte Beziehungen, welcheKunst und Krieg miteinander verbinden? Mir wenigstensschien von jeher, daß es der schlechteste Künstler nicht sei,der sich im Bilde des Soldaten wiedererkenne. Jenessiegende kriegerische Prinzip von heute: Organisationes ist ja das erste Prinzip, das Wesen der Kunst. DasJneinanderwirken von Begeisterung und Ordnung;Systematik; das strategische Grundlagen schaffen, weiterbauen und vorwärts dringen mitrückwärtigen Ver-bindungen"; Solidität, Exaktheit, Umsicht; Tapferkeit,Standhaftigkeit im Ertragen von Strapazen und Nieder-lagen, im Kampf mit dem zähen Widerstand der Materie;Verachtung dessen, was im bürgerlichen LebenSicher-