Druckschrift 
2 (1901) Buddenbrooks : Verfall einer Familie ; Roman
Entstehung
Seite
404
Einzelbild herunterladen
 

404

ratet habe; so seien, die Dinge damals gewesen. „Aberdas Niveau sinkt, ja, das- gesellschaftliche Niveaudes Senates ist im Sinken begriffen, der Senat wirddemokratisiert, lieber Gieseke, und das ist nicht gut.Kaufmännische Tüchtigkeit thut es doch nicht so ganz,meiner Meinung nach sollte man nicht aufhören,ein wenig mehr zu verlangen. Alfred Lauritzen mitseinen großen Füßen und seinem Bootsmannsgesichtim Ratssaal zu denken, beleidigt mich ... ich weißnicht, was in mir. Es ist gegen alles Stilgefühl,kurzum, eine Geschmacklosigkeit."

Aber Senator Gieseke war etwas pikiert. Schließ-lich war er auch nur der Sohn eines Branddirektors. . . Nein, dem Verdienste seine Krone. Dafür seiman Republikaner. „Übrigens sollten Sie nicht soviele Cigaretten rauchen, Buddenbrook, Sie habenja gar nichts von der Seeluft."

„Ja, nun höre ich auf," sagte Thomas Budden-brook, warf das Mundstück fort und schloß die Augen.

Träge, während der Regen, der unausbleiblichwieder einsetzte, die Aussicht verschleierte, glitt dasGespräch dahin. Man kam auf den letzten Skandalder Stadt, eine Wechselfälschung, auf GroßkaufmannKaßbaum, P. Philipp Kaßbaum L Co., der nunhinter Schloß und Riegel saß. Man ereiferte sichdurchaus nicht; man nannte Herrn Kaßbaums Thateine Dummheit, lachte kurz und zuckte die Achseln.Senator Doktor Gieseke erzählte, daß der Groß-kaufmann übrigens bei gutem Humor geblieben sei.An seinem neuen Aufenthaltsort habe er sogleich einen