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1 (1911) Vorarbeit zu einer Geschichte unserer Sippe : Als Ms. gedr. [Hauptw.].
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Schreibung d. ehern. Erzstifts Magdeburg,Saal Kreises II. Theil S. 815. Halle 1755.)1. Er war, wie er oft mit Wehmuth er-zählte, seines leiblichen Vaters gar baldberaubt worden, aber er hatte an seinemOnkel dem Bürgermeister zu WittstockHrn. Johann Göring durch göttliche Für-sorge einen anderen Vater gefunden, daer bereits in der Schule zu Rügenwaldeund durch Privat-Unterricht, gute Profec-tus in Humanioribus gemacht, so konnteer von Wittstock aus mit Nutzen auf dasberühmte Joachimsthalsche Gymnasiumnach Berlin gebracht werden, daß er hiermit dem beßten Fleiß auch die sittsamsteAufführung gezeiget, davon zeugete dasgedruckte Zeugniß der Zufriedenheit desDirectorii Gymnasii, als welches voran inAuctores classicos e. gr. dem Ovid undPlinium geklebet war, dergl. Bücher beyöffentlichen Examinibus denen beßtbe-stehenden geschenket wurden, und dergl.der 1. Vater noch in seiner Bibliothek auf-behielt. Nachher wurde er noch zwei Jahrenach Hamburg auf das dortige Gymna-sium illustre gebracht, allwo er solcheFundamente legte, daß er mit Nutzen dieUniversität Rostock beziehen, und da-selbst seine Studia theologica fortsetzenkonnte. 2. Als er nach zwei Jahren nachWittstock reisete, forsan salutatum ami-cos, fügte es Gott, daß er vom Magistratund Ministerio daselbst zu der offen-stehenden Conrectoratstelle der Stadt-schule vociret wurde, um wie es in dernoch vorhandenen Vocation d. d. Witt-stock d. 23. Juli 1718 heißt, seine ab imisad summa geprüfte Talente zum beßteneiner zerütteten Schule anzuwenden.Und als ein Jahr darauf der RectorScholae, David Francke mit Tode abging,wurde er unanimi consensu zum Rectorder Wittstockschen Schule bestellt, ver-möge Vocation d. d. 1. Nov. 1719 beyjedesmaliger Introduction, gab der Inspec-

tor und Pastor Willius einen gedrucktenAnschlag heraus. 3. der ehemalige Ge-nerallieutenant und Commandant vonMagdeburg Ulrich von Still hatte aufseinen Gütern in der Priegnitz, zuHerzsprung, alwo der Hr. Pastor Her-mes meines Vaters zweite Schwesterzur Ehe hatte, die Person meines Vatersund seine Gabe zum Predigen kennengelernt, darum berief er ihn aus freyerWahl zum Feldprediger bei seinem (In-fanterie) Regiment in Magdeburg unter8. August 1720. Und die Hrn. PröbsteSteinbeck und Gedicke zu Berlin ertheil-ten nach gehaltenem Examine, meinemVater die Ordination und Confirmation,vermöge Attest vom 2. Sept. 1720. 4.

Nachdem d. Hr. von Still E. Hochw. DomCapitul zu Magdeburg meinen Vater zudem vacanten Pastorat zu Loebejün re-commendiret, und dies ihn praesentirethatte: ertheilte d. Magistrat daselbst mei-nem Vater die Vocation unter dem 30.X. 1721 und er wurde darauf von demHrn. Inspector Stürmer gewöhnlich intro-ducirt, nachdem er von E. Königl. Con-sistorio confirmiret worden. Eben dergl.geschah auch auf das PfarrAmt der sonstFiliae vagants zu Merbiz, wozu er vondem Hrn. Obrist von Krosigk vociret wor-den. 5. Soviel Vertrauen, Liebe und Ein-gang mein Vater bei Hohen und Niedrenwegen seiner Amts Treue, und erbau-lichen Predigten, wegen seiner Aufrich-tigkeit und Dienstfertigkeit überall fandund verdiente: desto mehr Neid, Wider-willen, ja manche Verfolgung mußte erbesonders von seinen Collegen, als zuerstvon dem Diacon Hertzog, und hiernachvon dem Diacon Streubel ausstehn, derdoch durch meines Vaters Hülfe und Vor-schlag ins Amt gekommen war. ActaConsistorialia zeuge davon, wie der Dia-con Streubel auf einmal 7 Prozesse wie-der sich hatte. 6. Jedoch mein Vater über-