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Dritter Teil. Komposition.
und gefällige Form bekomme, daß der Inhalt des Briefesder Neugierde verborgen bleibe, und daß bei dem Aus-einanderfalten der Anfang des Schreibens sofort vor denAugen des Lesers liege.
Wie solches zu machen sei, lasse man sich bei dem verschiedenenPapierformat zeigen und bedenke dabei, daß, wie man nach demSchnitte des Rockes u. s. f. ein Urteil darüber fällt, ob jemandeinein gebildeten Stande angehört oder nicht, aus der Form einesBriefes sich ein ähnliches Urteil bilden läßt. Wenn aber vor einemkünstlichen und gezierten Briefstile gewarnt wurde, so gilt hier die-selbe Warnung ans denselben Gründen.
528. Was ist über den Umschlag oder das Couvert einesBrieses zu bemerken?
Daß der Brief einen Umschlag bekomme, ist notwendig,wenn auch die letzte Seite des Briefbogens beschrieben ist,oder so viel auf der vorletzten Seite, daß bei dem Oeffuen desBriefes ein Teil der Schrift verloren zu gehen in Gefahrist, oder wenn andere Briefe, Papiere oder Geld re. indem Briefe mit eingeschlossen werden, oder wenn der Briefan eine höherstehende Person gerichtet ist.
Wenn man einer höherstehenden Persönlichkeit einen Besuchmacht, so zieht man „Ueberzieher" oder „Staubmantel" an undlegt diesen tin Vorzimmer ab, um im sauberen Kleide hinein-zutreten.
529. Wie ist ein solcher Umschlag zu machen?
Auch dieses lasse man sich zeigen; doch wird man jetztmeistens sich der in jeder Papierhandlung vorrätigen Um-schläge bedienen.
530. Was ist über das Verschließen der Briefe zu bemerken?
Das Verschließen eines Briefes ist um so wichtiger, jewertvoller der innere oder äußere Inhalt desselben ist.
Wenn das Postamt jährlich eine große Zahl von Briefen nennt,selbst von solchen Briefen, in denen größere und kleinere Geldsummenlagen, die „unversiegelt" eingeliefert wurden, so ist das für dieGeschäftslüchtigkeit des Volkes kein günstiges Zeugnis.