Michelsen. Z. Auflage. Oüsselooi'f Verlag von I. I. Weber in Leipzig, Katechismus aer aeuischen becimehreibung. Von O,-. Günther A. Saatfeld, preis gedunsen r Mark r« ps. Inhalt: Regeln der Rechtschreibung. Bon gleichen und ähnlichen Lauten und 'ihrer Bezeichnung durch verschiedene Buchstaben. — Bezeichnung der Vokalläuge. — Verdoppelung der Mitlaute. - - Anfangsbuchstaben. — Fremdwörter. — Eigennamen. — Satz- oder Lesezeichen. — Abkürzungen. Alphabetisches Wörterverzeichnis. Katechismus aes Zcbreibuntemehts. Dritte Auflage, neu bearbeitet von Georg Funk, Mit 82 Figuren, Preis gedunsen i Mark so Pf. Inhalt: Einleitung: Zweck und Bedeutung des Unterrichts. — Eigenschaften eitler schönen Handschrift. — Aeußere Bedingungen beim Schreiben. — Allgemeine Vorübungen zum Schreiben. Lehrgang des Schreibunterrichts. Die kleinen Buchstaben der deutschen Kurrentschrift. — Tie großen Buchstaben der deutschen Kurrentschrift. — Tie kleinen Buchstaben der englischen Kursivschrift. — Tie großen Buchstaben der englischen Kursivschrift. Anhang: Tie Rundschrift. Katechismus tier tleuischen Sprachlehre. Von Nr. Konrad Michelsen. Vierte, verbesserte und vermehrte Auflage, bearbeitet von Friedrich Nedderich, preis gedunsen r Mark r» ps. Inhalt: Einleitung: Wesen und Ursprung der Sprache. Die Geschichte der deutschen Sprache. Sprachgebrauch und Sprachlehre. Sprechen und Schreiben. Einteilung der Sprachlehre. — Das Wort: Allgemeines Wesen des Wortes. — Tie Wortklassen: Das Substantiv. Der Artikel. Das Adjektiv. Das Pronomen. Das Numerale. Tie Präposition. Das Verb. Das Adverb. Tie Konjunktiou. Tie Interjektion oder der Empfindungslaul. — Ter Saß. Ter einfache Saß: Begriff und Arten der Sätze. Die Satzteile im allgemeinen. Das Verb oder der regierende Satzteil. Tie übrigen Satzteile. — Ter zusammengesetzte ^atz: Inhalt des zusammengesetzten oder erweiterten Satzes. Attributivsätze. Prädikativsätze. Rückblick. Modus und Konjunktionen. Tie Periode. — Allgemeiner Anhang: Das Schreiben und seine Entwicklung. Verlag von I. I. Weber in Leipzig Meclmmiz Ser stein;l. Anleitung zum mündlichen Vortrage von Roderich Benedix. Fünfte Auflage. Vreir in Originslleinenbanä , Mark so ?1. Inlxnlk: Reinheit und Deutlich- , tou. — Der rhythmische Ton. — keit der Aussprache. — Betonung. — i Schönheit des Vortrags. — Ton- Satzton. — Wortlon. — Beziehüngs- ^ färben. vie Ilunn cler ftecle«. tle; Vortrag;. Von Karl Skranp. Mit 16 in den Text gedruckten Abbildungen. Preis » Mas» ss PI., in lteinivsnS gedxnaen S Mar«. Inlzalk: Einleitung. — Erster > Dritter Abschnitt. Tie 5runst des Bor- Abschnitr. Die Sprachelemente. — trags. — Vierter Abschnitt. Unsere Zweiter Abschnitt. Tie Methodik. — ! Beispiele. Während bisher die meisten Vortragsbücher teils nur der dramatischen Darstellung, der Deklamation dienten, teils wieder nur die Gymnastik der Stimme ins Auge faßten. teils wiederum durch den komplizierten Apparat der Grammatik verwirrend belastet waren, wobei häufig die Physiologie der Sprache, das Phonetische gänzlich vernachlässigt erschien, hat das neue'Werk all diese weitverzweigten Materien anschaulich zusammengefaßt und so ein Bildungsmittel nicht nur für Rezitatoren und Bühnenkünstler, sondern sür jeden geschaffen, der berufsmäßig mit der Rede, seiner Sprache zu wirken har. Im ersten Abschnitte werden die Apparate erklärt, mit welchen die Sprache gebildet wird; im zweiten erfährt man, wie diese Apparate gestärkt werden können und wie die Redeweise zur höchsten Vollendung gebracht werden kann. Im dritten Abschnitte werden mit Vermeidung aller verwirrenden Regeln die Kunstgesetze erläutert und auf ihre bestimmenden Naturgesetze zurückgeführt. Im vierten Abschnitte wird an zahlreichen Beispielen die Theorie in Praxis umgesetzt. Wenn die letzten Abschnitte hauptsächlich künstlerischen Zwecken dienen, so dürften die ersten Abschnitte in Gymnasien. Pädagogien und Seminarien besonders zu verwerten sein. vor miintlllcbe Vortrag. Ein Lehrbuch für -schulen und zum Selbstunterricht von Roderich Benedix. In drei Abteilungen, preis 7 Msrii, in reinwana gebunaen » Mari, r» pr. Erster Teil: Die reine und deutliche Aussprache des Hochdeutschen. Ein Leitfaden für die unteren Klassen der Gymnasien und Bürgerschulen. 8. Auflage. 1. Mark, geb. 1 Mark 50 Pf. Zweiter Teil: Die richtige Betonung und die Rhythmik der deutschen Sprache. Ein Leitfaden für die mittleren Klassen der Gymnasien und Bürgerschulen. Vierte, vermehrte Auflage. 2 Mark 50 Pf., geb. 3 Mark. Die Schönheit des Vortrags. Eilt Leitfaden für die oberen Klassen der Gymnasien und Bürgerschulen. Vierte, vermehrte und verbesserte Auflage. 3 Mark 50 Pf., geb. 4 Mark. KalchMlius der MM. Katechismus der Stilistik Eine Anweisung zur Ausarbeitung schriftlicher Aufsätze von vi. Konrad MicheLfen. Dritte, verbesserte und vermehrte Auflage herausgegeben von Friedrich Wedderich Oberlehrer an der Landwirlschafrsschule zu HildeLhetm. Lerxrrg Verlagsbuchhandlung von I. I. Weber 1898 Alle Rechte Vorbehalten. Vorwort. Äa es dem am 1. Mai 1894 verstorbenen Direktor Eduard Michelsen, dem Herausgeber dieses im Nachlasse seines Vaters Vorgefundenen Werkes, nicht mehr beschieden war, dessen Neuauflage vorzubereiten, so wurde der Unterzeichnete mit der Durchsicht des Buches zwecks einer dritten Auflage betraut. Der in diesem Jahre in 4. Auflage im gleichen Verlage erschienene „Katechismus der deutschen Sprachlehre" desselben Verfassers ist als 1. Teil der „Stilistik" Michelsens anzusehen. Denn Sprachrichtigkeit ist die Grundlage aller Stilistik, und vielfache Hinweise auf die Sprachlehre im vorliegenden Buche zeigen den einheitlichen Guß beider Arbeiten. Wie der Unterzeichnete im Katechismus der Sprachlehre einiges ganz umgestaltet und neugebildet, anderes verändert und erweitert, so sind auch im vorliegenden Werke einige Veränderungen und Erweiterungen vor- VI Vorwort. genommen (Fr. 13, 19, 35, 57, 66, 69, 93, 113, 267, 271, 288, 473, 475, 582). Möge das Buch wie bisher so auch ferner seinen Leserkreis finden und, für den Selbstunterricht geeignet, namentlich jungen Männern der Lehrer- und Geschäftswelt belehrend und fördernd zur Hand sein! F. Nedderich. Inhaltsverzeichnis. Seite Einleitung . 3 -E Begriff. 3 8. Arten der Aufsätze.5 0. Wichtigkeit der Aufsätze.8 v. Allgemeine Vorbereitung.10 L. Einteilung.15 Erster Test. Invention. io Erstes Kapitel. Allgcmcinc oder stetige Aufgabe der Invention 16 Zwrikes Kapitel. Aufgabe der speziellen Invention . . 34 Zweiter Teil. Dispolition. 42 Erstes Kapitel. Aeußerliches ! Zurechtlegen des ge- I 43 Zweites Kapitel. Innerliches / sammelten Stoffes i 45 1. Allgemeines Wesen der inneren Disposition .... 45 2. Spezielles Wesen einer Disposition.51 a) Erste Regel.51 ist Zweite Regel.54 o) Dritte Regel.56 ä) Vierte Regel.58 s) Fünfte Regel.60 t) Sechste Regel.62 Z) Siebente Regel.63 ll) Die Einleitung.64 i> Der Schluß.74 lr) Die Uebergänge.77 1) Rückblick.81 VIII Inhaltsverzeichnis. "Dritter Teil. Seite üompolrtion.87 Erstes Kapitel. Allgemeine Regeln der Komposition . 88 a) Erste Regel.88 d) Zweite Regel.89 o) Dritte Regel.91 ä) Vierte Regel.92 s) Fünfte Regel.94 t) Sechste Regel.9, x) Siebente Regel.98 ll) Achte Regel.98 Zweites Kapitel. Besondere Regeln der Komposition . 99 a) Erzählungen.101 d) Beschreibungen.112 o) Vergleichungen.131 ä) Erklärungen.134 s) Abhandlungen.138 t) Rückblick.141 As Reden.141 lls Gespräche.147 is Briese.153 ich Geschäftsaufsätze.169 1. Verzeichnisse.172 2. Rechnungen.175 3. Lieferungsscheine.176 4. Empfangsscheine.177 5. Schuldscheine.1>9 6. Tilgungsscheine.182 7. Bürgschastsscheine.182 8. Abtretungs- und Schenknngsscheine . . . 184 9. Anweisungen.184 10. Vollmachten.185 11. Rückscheine oder Gegenscheine.186 12. Verträge.186 13. Zeugnisse.188 14. Oeffentliche Anzeigen und Bekanntmachungen 189 Anhang. Der mündliche Dortrag ... 190 Register.191 MchMM der Zttlipk. Einleitung. öegriff. 1. Was ist ein „schriftlicher Aussatz"? Jede, mit Hilfe der Schrift zu einem bestimmten Zwecke abgefaßte, ausführlichere Darstellung eines Gedankens nennen wir einen „schriftlichen Aufsatz". 2. Wie heißt der durch einen schriftlichen Aufsatz dargestellte Gedanke? Wir nennen den in einem Aufsatze dargestellten Gedanken „das Thema" desselben (s. Fr. 7). 3. Wie verhalten sich ein „schriftlicher Aussatz" und eine „mündliche Rede" zu einander? In derselben Weife, wie die Schrift sich verhält zu der Sprache, also wie die Kunst zu der Natur (Mchelsen, „Katechismus der Sprachlehre", Fr. 21—28, 607—646). 4. Welche erste und allgemeinste Regel für die Ausarbeitung eines schriftlichen Aufsatzes ergiebt sich daraus? Die Regel, daß man in derselben Weise einen Gedanken schriftlich darstellen müsse, in welcher man, wenn solches die Aufgabe wäre, mündlich über ihn reden würde. Es ist dies zwar eine Regel, welche in dieser Allgemeinheit zur Aus- 4 Einleitung. arbeitung eines schriftlichen Aufsatzes keine Hilfe bringt, auf welche wir aber, als auf die Quelle mancher besonderen Regeln, häufiger zurückkommen müssen. 5. Warum gingen wir (Fr. 1> davon aus, daß jeder schriftliche Aussatz „zu einem bestimmten Zwecke abgesaßt" sei? Weil jede ausführlichere Besprechung eines Gedankens durch einen bestimmten Zweck hervorgerufen wird, und weil sie diesen ihren Zweck in ihrer Form, wie auch in ihrem Inhalte mit abprägt. Wenn man z. B. einen Aufsatz schriebe über das Thema: „Nutzen des Fleißes", so würde derselbe eine ganz andere Form und auch einen teilweise andern Inhalt erhalten, wenn er für einen trägen, als wenn er für einen fleißigen Menschen bestimnit wäre: und wiederum anders, wenn es der Zweck wäre, denselben vor einer versammelten größeren Zahl von Menschen vorzutragen. 6. Was wollten wir (Fr. 1> mit dem Ausdrucke „ausführlichere Darstellung" sagen? Das einfache Aussprechen eines Gedankens ist „ein Satz" (Sprach!. Fr. 295 ff.); wenn wir aber von einem „Aufsätze" sprechen, so wird eine, nach dem verschiedenen Zwecke abgemessene, mehr oder weniger ausgeführte Besprechung des Gedankens erwartet. 7. Wie nannten wir eben deshalb (Fr. 2) den in einem Aufsätze behandelten Gedanken? Ein „Thema", d. h. ein als Gegenstand einer Besprechung „Gesetztes". 8. Was wollten wir endlich (Fr. 1) mit dem Ausdrucke: „eines Gedankens" sagen? Es sollte damit gesagt sein, daß jedes, welches Gegenstand des Denkens sein kann, sich als Thema eines schriftlichen Aufsatzes behandeln läßt, weil es, da Sprechen und Denken sich gegenseitig notwendig bedingen (s. Sprach!. Fr. 3—4), Gegenstand der mündlichen Besprechung muß sein können. Einleitung. 5 9. Welcher Ausdruck ließe sich anstatt des e§engenannten gebrauchen? Man kann (s. Fr. 6) das Thema eines Aufsatzes auch durch den Ausdruck „Satz" bezeichnen. Denn wenn wir auch in dem Katechismus der deutschen Sprachlehre (siehe Fr. 295 ff.), wo es sich zunächst um die Form der Sprache handelt, Wort, Satz und Periode als enthaltend Begriff, Urteil und Schluß unterscheiden mußten, so zeigt es sich doch hier, wo es sich zunächst um den Inhalt handelt, daß ein Thema, wenn es nur durch ein Wort ausgedrückt ist, für die fernere Besprechung sprachlich zu einem Satze erweitert werden muß, und daß es, wenn es umgekehrt durch eine Periode ausgedrückt ist, um als Besprechungseinheit erkannt zu werden, auf einen Satz zurückgeführt werden muß. Z. B. die Worte: „Die Macht des Gebetes" müssen, wie wir später sehen werden, sprachlich zu dem Satze: „Das Gebet übt Macht aus!" erweitert werden, um als Thema eines Aufsatzes dienen zu können. Und die Periode: „Willst du richtig erkennen, so erfasse das ganze Wesen!" muß sprachlich, um einem Aussatze als Thema zum Grunde gelegt werden zu können, auf den Satz: „Dein richtiges Erkennen erfaßt das ganze Wesen!" zurückgeführt werden lvergl. Spracht. Fr. 547—549). L. (Arten der (Aussätze. 1Ü. Wie viele Gattungen von schriftlichen Aussätzen sind zu unterscheiden? Es sind zunächst drei Gattungen von schriftlichen Aufsätzen zu unterscheiden, nämlich: s) Nach dem verschiedenen Verhältnisse des Verfassers zu der Quelle, aus welcher er Stoff und Form schöpfte. d) Nach der allgemeinen von dem Verfasser innegehaltenen Form im Verhältnisse zu dem behandelten Gegenstände. o) Nach dem besondern Zwecke der Darstellung und der demselben entsprechenden besonderen Form. 6 Einleitung. 11. Wie viele Arten der ersten Gattung giebt es? Man pflegt hier zwei Arten von schriftlichen Aufsätzen zu unterscheiden, nämlich „Wiedererzählungen", in denen sich der Verfasser bei seiner Darstellung in Stoff und Form an seine Quelle bindet, und „freie Aufsätze", bei denen der Verfasser Stoff und Form frei aus sich selbst heraus schöpft. Indes ist diese Unterscheidung nur an den äußersten Grenzpunkten eine absolute, wenn die Wiedererzählung ein einfaches Abschreiben, und der freie Aufsatz ein vollständiges Phantasiebild ist. Im übrigen tritt auch bei der Wiedererzählung die reproduktive oder umformende eigene Thätigkeit des Verfassers stets mehr oder weniger hervor, sowie er auch bei dem freien Aufsatze in höherem oder geringerem Grade stets an gegebenen Stoff und gegebene Form gebunden ist. 12. Wie verhalten sich diese beiden Arten in Beziehung auf den Entwickelungsgang des Schreibenden zu einander? Wie im allgemeinen nur dann in Wahrheit von freier Bewegung die Rede sein kann, wenn derselben eine durch fortgesetzte Uebung erlangte bewußte Fähigkeit zu Grunde liegt, so gilt solches von den freien Aufsätzen zwiefach, da hierbei die schaffende geistige Thätigkeit des Menschen direkt in Anspruch genommen wird. Es muß daher derjenige, welcher einen „guten" deutschen freien Aufsatz schreiben lernen will, es sich nicht verdrießen lassen, stufenweise fortschreitend vom reinen Abschreiben bis zur reinen Reproduktion, im Wiedererzählen sich zu üben, bis die frei schaffende geistige Kraft vollständig in ihm erstarkt ist. Ein unpädagogisches Ueber- schnellen ist in keinem Unterrichtsgegenstande von wesentlicherem Nachteile als in diesem (vergl. Fr. 83 ff). 13. Wie viele Arten der zweiten Gattung giebt es? (Vergl. Fr. 10.) In Beziehung auf die allgemeine von dem Verfasser innegehaltene Form im Verhältnisse zu dem behandelten Gegenstände werden drei Arten von schriftlichen Aufsätzen unterschieden, nämlich: Einleitung. 7 a) „Beschreibende" Aufsätze, wenn der Verfasser sich darauf beschränkt, den gegebenen Gegenstand nach seiner Beschaffenheit und seinen Merkmalen so darzustellen, wie er gegeben ist. Und wir neunen die beschreibenden Aufsätze „schildernde", wenn der Verfasser sich nicht damit begnügt, den gegebenen Gegenstand sprachlich zu „zeichnen", sondern zur Erregung eines besonderen Interesses auch auf das innere Wesen der Merkmale, auf Ursache und Wirkung, Zweck und Folge, eingeht (vergl. Fr. 84). Z. B. Der Geograph beschreibt ein Land, aber der reisende Novellist schildert es. Der Tierarzt beschreibt ein Pferd, aber der Pferdehändler zieht meistens vor, es zu schildern. b) „Erzählende" Aufsätze, wenn der Verfasser die Schicksale, das Leben und Wirken der betreffenden Person oder des gegebenen Gegenstandes darstellt, wobei die schildernden Aufsätze in derselben Weise neben den erzählenden, wie neben den beschreibenden stehen. Z. B. Der Chronist erzählt die Begebenheiten eines Krieges, aber der Geschichtsschreiber oder Geschichtslehrer schildert den Verlauf desselben. o) „ Abhandelnde" Aufsätze, oder Abhandlungen, wenn der Verfasser sich nicht auf die sprachliche Darstellung des gegebenen Gedankens oder Gegenstandes beschränkt, sondern zugleich sein subjektives Urteil über ihn abgiebt. 14. Wie verhalten sich diese drei Arten von Aussätzen zu einander? Sie finden sich in den meisten Fällen in demselben Aufsätze nebeneinander, obschon die eine oder die andere Art nach dem gegebenen Thema und Zwecke überwiegt; allein die Reinheit des Stils verlangt, daß der Verfasser es sich sage, welcher Stilart sein Aufsatz im wesentlichen angehören solle, damit er den Grundcharakter desselben festhalte (s. Fr. 85). 15. Wie viele Arten der dritten Gattung «s. Fr. 10) giebt cs? Nach dem besondern Zwecke der Darstellung und der demselben entsprechenden Form lassen sich die Arten der 8 Einleitung. schriftlichen Aufsätze, wegen der Mannigfaltigkeit des Zweckes und feines möglichen Einflusses auf die Form, nicht in abgeschlossener Zahl angeben. Als die wesentlichen Arten nennen wir: Lehrverträge, Reden, Gespräche, Briefe, Geschäftsaufsütze rc. (vergl. Fr. 83, 84). 16. Wo wird unser Katechismus speziell auf diese verschiedenen Gattungen und Arten von schriftlichen Aussätzen zurückkommen? Im dritten Teil, wo von der Abfassung der Aufsätze die Rede ist, weil die verschiedene Art des Aufsatzes hier zunächst in Frage kommt. 6. Wichtigkeit der Aufsätze. 17. Woraus ergiebt sich die hervortretende Bedeutsamkeit der Ausarbeitung schriftlicher Aufsätze? Von zwei Seiten her; denn das Ausarbeiten schriftlicher Aufsätze ist von großer Bedeutung sowohl für die eigene geistige Entwickelung des Menschen, als auch für seinen geistigen Einfluß und seine praktische Befähigung. 18. Worin beruht ersteres? Im allgemeinen ergiebt es sich aus der notwendigen und wesentlichen Verbindung des Sprechens und Denkens, daß ein Aussprechen unserer Gedanken, zumal ein durch die Schrift fixiertes, daher zu wiederkehrender Erwägung gegebenes Aussprechen, rückwirkend notwendig einen belebenden und regelnden Einfluß auf unsere Denkkraft üben muß. Und ein jeder kann auch in späteren Jahren noch die Erfahrung an sich selbst machen, daß ihm Gegenstände und Fragen, über welche er im Zweifel war, erst durch ein schriftliches Aussprechen derselben zur völligen Klarheit kamen. Dieser rückwirkende Zwang zur Klarheit und Wahrheit wird von uns empfunden, sobald wir die Feder' ansetzen. Instinktiv ist die Furcht, die der gemeine Mann vor Geschriebenem hat; weltgeschichtlich verhängnisvoll die unklare Stellung Wallensteins, der „nichts Schriftliches" seiner Hand von sich gab. Einleitung. 9 19. Welchen Platz nimmt daher der deutsche Aufsatz in dem Schulunterrichte ein? Einen ersten Platz! Denn wenn auch die Befähigung zur Ausarbeitung deutscher Aufsätze über die einzelnen Kenntnisse des Schülers an sich nicht entscheidet, so giebt sie doch ein wesentliches Moment zur Beurteilung der allgemeinen geistigen Befähigung, sowie der errungenen Stufe der allgemeinen geistigen Entwickelung des Schülers, es sei denn, daß die notwendigen Vorübungen, sowie die Mitteilung der notwendigen mechanischen Fertigkeiten versäumt sind. Uebrigens versteht es sich von selbst, daß Redensarten allein so wenig einen Aufsatz, wie eine Rede machen. 2V. Woraus crgiebt sich, wenn wir vorwärts blicken, die wesentliche Bedeutsamkeit deutscher Aussätze? Schreiben zu können ist eine Befähigung, die uns not- thut, sobald in uns das Bewußtsein eines Zusammenlebens erwacht, welches über den Kreis des Hauses, des Dorfes oder der Stadt, in welcher wir wohnen, hinausgeht (vergl. Spracht. Fr. 24—28). Auch das durch Lesen und Schreiben vermittelte Zusammenleben besteht in Empfangen und Mitteilen. Je mehr wir also unsere schriftliche Ausdrucksfähigkeit, d. h. unsere geistige Mitteilungsfähigkeit durch bewußte Uebung entwickeln, um so größer wird auch unser geistiger Einfluß (Fr. 17), und zwar in einen so weiten Kreis hinaus, als unser schriftliches Wort dringt. 21. Welche Bedeutung haben die schriftlichen Aussätze für das Praktische Leben? Wer nicht schreiben und lesen kann, ist im bürgerlichen und staatlichen Zusammenleben, wie sich dieses gestaltet hat und gestalten mußte, nicht allein nach allen Seiten hin unfrei, sondern auch auf diejenige praktische Thätigkeit beschränkt, die er mit dem Munde abrufen und unmittelbar mit den Händen erreichen kann, bewegt sich also eingeengt durch den engsten Kreis. Wer aber auch nur gerade dann, wenn es gilt, genötigt ist, zu einer fremden Feder seine Zuflucht zu 10 Einleitung. nehmen, der ist nicht nur genötigt, gerade seine wichtigsten Angelegenheiten der Diskretion Fremder anznvertranen, sondern auch ihre Förderung von einem fremden, in der Regel erkauften Interesse zu erwarten. v. Allgemeine Vorbereitung. 22. Eine wie vielfache Vorbereitung aus die schriftliche Ausdrucksfähigkeit ist erforderlich? Eine zwiefache, die wir als die formelle und materielle unterscheiden wollen. 23. Welche formelle Vorbereitung auf die schriftliche Aus- drucksfähigkcit ist erforderlich? Zuvörderst die Fähigkeit, eine lesbare Handschrift zu schreiben (s. Sprach!. Fr. 611). — Wer es erfahren hat, wie förderlich z. B. die recht leserliche, und wie nachteilig die unleserliche Handschrift eines Briefes werden kann, der wird die Bedeutung dieser ersten Forderung au die formelle Vorbereitung auf die Ausarbeitung schriftlicher Aufsätze nicht verkennen. 24. Wie weit erstreckt sich diese Forderung? Ihrem Umfange nach auf jeden, welcher schreibt, und ihrem Inhalte nach zunächst nur auf eine lesbare und nicht auf eine schöne Handschrift (vergl. Sprach!. Fr. 607 ff.). 25. Welche Bedeutung hat dennoch auch die schöne Handschrift? Es ist z. B. ein Brief, worauf wir im dritten Teil zurückkommen, nach allen Seiten hin als der Stellvertreter der schreibenden Person anzusehen: also dürfen und müssen wir alle Forderungen, welche wir bei unserem Zusammentreffen mit jemandem an unsere Persönlichkeit und unser persönliches Erscheinen machen, mit vollem Rechte auch an den uns vertretenden Brief stellen. Dabei tritt uns nicht nur die Verwerflichkeit eines unordentlichen oder gar unsaubern Briefes klar entgegen, sondern wir müssen zugleich in der Einleitung. 11 Fähigkeit einer schönen Handschrift eine sehr wünschenswerte und sehr empfehlende Begabung erkennen. 26. Wie standen in dieser Beziehung bisher Schule und Leben einander gegenüber? Oft in einem höchst auffallenden Widerspruche, indem die Schulen oft bei ihrem ungeregelten Streben, die Kinder zu einer schönen Handschrift zu bringen, die erste und notwendige Forderung einer lesbaren Handschrift übersahen, wogegen die kaum aus der Schule Entlassenen nicht selten sofort darauf ausgingen, die „Schulhand" abzustreifen, wobei sie meistens die Leserlichkeit ihrer Handschrift mit abstreiften, ohne an Schönheit der Handschrift zu gewinnen. Denn auch für diese gilt eben als erste Forderung die Lesbarkeit. 27. Welche formelle Vorbereitung auf die schriftliche Ausdrucks- sähigkeit ist zweitens «s. Fr. 22, 23) erforderlich? Zweitens die Fähigkeit eines sprachrichtigen, d. h. dem Sprachgebrauch oder der Sprachlehre entsprechenden Ausdrucks (vergl. Sprach!. Fr. 13—20); denn richtig verstanden zu werden, ist ein steter Wunsch des Schreibenden, und das richtige Verständnis hängt notwendig von der Sprachrichtigkeit ab. 28. In welchem Verhältnisse steht daher der Katechismus der deutschen Sprachlehre zu diesem Katechismus? Er ist, wie solches sich uns schon gezeigt hat und immer wieder zeigt, als sein erster Teil anzusehen. 29. Wie verhält sich der sprachschöne Ausdruck zu dem sprachrichtigen Ausdruck? Im allgemeinen ganz in derselben Weise, wie die schöne Handschrift sich verhält zu der lesbaren Handschrift (s. Fr. 25). 30. Was ist die notwendige Voraussetzung eines sprachschönen Ausdrucks? Die Fähigkeit eines sprachschönen Ausdrucks, oder ein schöner Stil, ist gleich aller schönen Ausdrucksfähigkeit eine 12 Einleitung. Kunstfertigkeit und setzt als solche zuerst die entsprechende natürliche Begabung, mithin ein individuelles Befähigtsein voraus. 31. Inwieweit kann die Forderung eines sprachschönen Ausdrucks dennoch als eine allgemeine angesehen werden? Es muß sich jeder einen verständlichen, d. h. von Mißverständnissen freien, und einen gefälligen, d. h. von Härten freien, Stil aneignen können. 32. Auf welche Weise gelangt man zu einem relativ schönen Stil? Auf demselben Wege, auf welchem man jede andere Kunstfertigkeit in sich entwickelt, nämlich dadurch, daß man zuerst die notwendigen mechanischen Fertigkeiten sich anzueignen sucht, alsdann durch fleißiges Betrachten schöner Musterstücke den entsprechenden Schönheitssinn in sich zu Wecken bemüht ist, darauf durch emsiges Nachbilden (s. Wiedererzählen Fr. 11 und 12) den in sich geweckten Sinn zu beleben und zu stärken und die relative Fertigkeit sich anzueignen strebt, und endlich dadurch, daß man in freien Proben sich versucht und dabei stete und scharfe Kritik an seinen Leistungen üben läßt und selbst übt (siehe die folgenden Fragen). 33. Welche Mißgriffe liegen bei dieser vierstufigen Ausgabe am nächsten? Zuvörderst der allgemeine Mißgriff, daß die genannten vier Stufen nicht innegehalten werden, indem die natürliche, aber gefährliche Lust zum eignen Produzieren den Schüler treibt, aus die höhere Stufe emporzuklimmen, bevor er feststand auf der untern, wobei ein Hinabstürzen, vielleicht ein Niehinaufkommen, in Aussicht steht. 34. Welcher Mißgriff bei der Kritik fremder Stiliibungen liegt nahe? Derselbe, welcher bei jeder Kritik am nächsten liegt, nämlich daß man aus subjektiven, nicht aus objektiven Einleitung. 13 d «si -i. W > itiiü cidti! k» ßj ÄMkl iiltzii Mkn Ailrit «Ärl iriii L Ä ,sM s Gründen Kritik übt, d. h. man tadelt und lobt an dem fremden Ausdrucke nach der eignen Ausdrucksfähigkeit und nicht nach allgemeinen Stilregeln. 35. Weshalb kann dieser Mißgriff für die gesunde Entwickelung des Betreffenden so sehr nachteilig werden? Aus dem notwendigen Zusammenhänge zwischen Sprechen und Denken ergiebt es sich, daß, wo eine individuelle geistige Persönlichkeit sich entwickelt, dieselbe auch erkennbar sein muß an ihrer individuell-freien Bewegung innerhalb des vom Sprachgebrauch u. s. f. gezogenen Kreises. Dies ist namentlich reiferen Schülern gegenüber zu beachten. Denn „der Stil ist der Mensch", d. h. in der Art der Darstellung prägt sich dem Stoffe und Zwecke als ihrer sachlichen Seite gegenüber die Eigentümlichkeit des Schreibenden aus, und zwar je mehr, als seine geistige Selbständigkeit wächst. Wenn nun die sich entwickelnde Persönlichkeit durch fremde Kritik ohne Not, d. h. ohne klar vorliegende objektive Gründe, aus ihrem eignen Kreise heraus, und in einen fremden, gleichfalls individuellen Kreis hinein gezerrt wird, so wird ihre gesunde Fortentwickelung unterbrochen und leicht bleibend gestört. Ich kenne mehrere Schüler eines Lehrers, der sich seiner individuellen Neigung zum bildlichen Ausdrucke so blind hingegeben hatte, daß er auch seinen Schülern immerfort in ihre schriftlichen Arbeiten Bilder hineinkorrigierte. — Was war die Folge? — Gerade diejenigen Schüler, welche nach ihrer individuellen Ausdrucksweise dem bildlichen Ausdrucke am fernsten standen, konnten sich spater eines holperigen Bildergebrauchs am wenigsten erwehren und gelangten nie zu einem einfachen und schönen Stile. 2 7t-'- 36. Warum thut die eigene Kritik ts. Fr. 32) der schriftlichen Arbeiten vor allem not? Weil die schriftliche Arbeit ein unmittelbarer Ausdruck der eignen geistigen Persönlichkeit ist, mithin die allgemeine ^ Pflicht der Selbstprüfung und Selbsterkenntnis hier direkt an uns herantritt. 14 Einleitung. 37. Wie wird dieselbe geübt? Dadurch, daß wir uns selbst möglichst und absichtlich als zweite Person gegenübertreten, um Strenge zu üben; denn es ist eine allgemeine Unart der Menschennatur, daß wir den Splitter sehen im fremden Auge, aber des Balkens im eignen nicht gewahr werden. 38. Welches äußerliche Verfahren ist zu diesem Zwecke zu empfehlen? Zweierlei: nämlich, daß man sich die eigene Arbeit vor der schließlichen Kritik möglichst fremd werden läßt, also eine möglichst lange Zeit zwischen der ersten Arbeit und der schließlichen Durchsicht die Ausarbeitung unberührt liegen läßt, und daß man seine schriftliche Arbeit sich selbst laut vorliest, oder noch besser, sich dieselbe von einem andern laut vorlesen läßt. 39. Was ist der Grund des zuletzt genannten Verfahrens? Wenn wir uns abermals daran erinnern, daß die Schrift nur eine künstliche Darstellungsform der natürlichen, lebendigen Sprache ist, daß daher das Ohr das direkte, das Auge nur das indirekte Auffassungsmittel ist, so wird man sich leicht sagen können, weshalb man sich auch die eigene Arbeit zur Kritik laut lesend vorführen muß. 40. Weshalb ist es aber noch ersprießlicher ff. Fr. 38), sich dieselbe, wo möglich, von einem andern lesend vorführen zu lassen? Weil wir selbst einmal niedergeschriebene Härten u. s. f., auch ohne daß wir es wissen und wollen, lesend unserem Ohre zu verbergen geneigt sind, so daß wir gerade durch das Anstoßen des fremden Vorlesers es gewahr werden, wo Korrektur notthut. Ein Schüler, der die Sache kannte, wußte es schlauerweise bei einer schriftlichen Prüfung durch unleserliche Handschrift dahin zu bringen, daß er feine niedergeschriebenen Antworten selbst vorlesen durfte: aber es blieb weder den Lehrern, noch den übrigen Schülern verborgen, daß er dadurch, auch abgesehen von dem wesentlichen Fehler der schlechten Handschrift, eine höhere Nummer erreichte, als ihm zukam. Einleitung. 15 L. Einteilung. 41. Welche Aufgaben hat denn nun „der Katechismus zur Ausarbeitung schriftlicher Aufsätze" zu lösen? Der Katechismus zur Ausarbeitung schriftlicher Aufsätze hat eine dreifache Aufgabe zu lösen, denn er muß: a) zeigen, wie man den zur Ausarbeitung eines Themas nötigen Stoff sammelt (invoutio); b) lehren, wie man den gesammelten Stoff zurechtlegt (äispositio); o) Anleitung geben, wie man aus dem gesammelten und zurechtgelegten Stoffe die Ausarbeitung abfaßt (cow- gositiof. Wer Teil. Invention Aufgabe der Invention oder drrSanuntnng des Stoffes. 42. Was bedeutet der Ausdruck „Invention"? Invsntio bedeutet das „auf etwas kommen" oder stoßen, oder das Auffinden, und bedeutet hier in der Stillehre das Auffinden und Sammeln des zu einem Aufsatze nötigen Stoffes. 43. Wie vielfach ist die Ausgabe der Invention? Die Aufgabe der Invention ist eine allgemeine oder stetige, und eine spezielle. Erstes Kapitel. Allgemeine oder stetige Aufgabe der Invention. 44. Worin besteht die allgemeine oder stetige Aufgabe der Invention? Dieselbe wird eine allgemeine oder stetige genannt, weil sie uns überall begegnet und durch unser ganzes Leben hindurchgeht; denn sie besteht darin, daß wir dasjenige, auf Erstes Kapitel. Allgemeine oder stetige Aufgabe der Invention. 1 7 welches wir im Zusammenleben kommen oder stoßen, so aufbewahren, daß es uns als der uns nötige Stoff zur Hand ist, wenn im Zusammenleben unsere Rückwirkung, d. h. unser geistiges Einwirken, verlangt wird. 45. Was ist zu solchem Stoffsammcln das erste Erfordernis? Zu solchem Stoffsammeln ist die Aufmerksamkeit das erste Erfordernis. Denn wenn unsere Wahrnehmungen uns den nötigen Stoff darreichen sollen, um über einen Gegenstand oder eine Thatsache uns mündlich oder schriftlich auszusprechen, so müssen wir merken auf die Merkmale des Wahrgenommenen. Von wie großer Bedeutung ein aufmerksames Wahrnehmen für die Ausarbeitung eines schriftlichen Aufsatzes ist, erfährt jeder an sich selbst gerade dem einfachsten Thema gegenüber ani deutlichsten. Wenn wir z. B. einen Garten besuchen, weil uns die Aufgabe gestellt ist, denselben zu beschreiben oder zu schildern, oder wenn wir denselben besuchen ohne eine solche Absicht und dennoch später zu einer solchen Beschreibung oder Schilderung aufgefordert werden, so werden wir an uns selbst erfahren, wie verschieden in beiden Fällen unsere Aufmerksamkeit war, und wie verschieden demgemäß die Lösung der Aufgabe uns gelang. 46. Worin besteht im allgemeinen die zu dem genannten Zwecke nötige Aufmerksamkeit? Darin, daß wir an den uns entgegentretenden Gegenständen oder Thatsachen die Merkmale gesondert aufzufassen und nebeneinander zu unterscheiden bemüht sind, indem wir das wahrgenommene Objekt mit früher wahrgenommenen ähnlichen Objekten vergleichen. Daher gelingt uns z. B. die genaue Beschreibung einer Pflanze erst dann, wenn wir durch die Botanik Anleitung erhielten, auf die einzelnen Merkmale der Pflanzen zu achtelt und sie nebeneinander zu unterscheiden. 47. Was wird daher für eine solche bewußte und geregelte Aufmerksamkeit vorausgesetzt? Es ist daher für eine solche Aufmerksamkeit, die wir eine bewußte und geregelte nennen, ein absolutes Erfordernis, daß sich in den Gedanken des Betrachtenden Bilder früherer Michelseit. Stilistik. S. Ausl. 2 18 Erster Teil. Invention. Wahrnehmungen eingeprägt finden, aus denen heraus er bei einer neuen Wahrnehmung die ähnlichsten zur Vergleichung heranziehen kann. Je reicher der also angesammelte Stoff wird, um so mehr kann daher die bewußte und geregelte Aufmerksamkeit gelingen. Darin liegt die tiefere Wahrheit des bekannten alten Scherzwortes: „Wenn jemand eine Reise thnt, so kann er was erzählen!" begründet. Denn in dem Besuche fremder Gegenden und Wohnörter ist ein größerer Reichtum von neuen Wahrnehmungen dargcboten. Aber freilich muß die rechte Aufmerksamkeit den Reisenden begleiten, denn sonst gilt von ihm das entgegengesetzte alte Wort: „Es flog ein Gänslein über den Rhein" rc. 48. Warum ist für eine bewußte und geregelte Aufmerksamkeit die Vergleichung der neuen Wahrnehmung mit früheren notwendig? Weil es nur dadurch gelingt, die einem Gegenstände oder der Lebensäußerung eines Gegenstandes (vergl. Sprach!. Fr. 215) wesentlichen Merkmale aufzufinden und von den unwesentlichen zu unterscheiden, und weil erst in den wesentlichen Merkmalen das eigentliche Wesen des Gegenstandes oder der Daseinsäußerung wahrgenommen wird. Wer z. B. noch nie eine Seereise machte, dem wird die Ausarbeitung des interessanten Themas: „Vergleichung des menschlichen Lebens mit einer Seereise" nur notdürftig gelingen und wenig Zusagen. Oder, wenn jemand ein Seeschiff noch nie sah, so wird ihm die Vorstellung von der Einrichtung eines größeren Kriegsschiffes schwerlich gelingen, wie z. B. die Bemerkungen einzelner Gelehrten über die vielruderigen Schiffe der Alten gezeigt haben. 49. Welche allgemeine Forderung für die Ausarbeitung schriftlicher Aussätze ergiebt sich daraus? Wo dir ein neuer Gegenstand oder eine neue Thatsache entgegentritt, da verweile so lange dabei, bis es dir gelingt, ein Bild davon aufzufassen, an welchem du die wesentlichen Merkmale erkennst! Wer z. B. eine der großen Industrieausstellungen besuchte in der Absicht, eure Beschreibung derselben ausznarbeiten, der wird damit in den ersten acht Tagen nicht den Anfang haben machen können, weil er sich erst selbst zurechtfinden mußte in der großen Masse der neuen Wahrnehmungen. Erstes Kapitel. Allgemeine oder stetige Aufgabe der Jiwention. 19 50. Was ist zu dem nötigen Stofssammcln das zweite Erfordernis? Fr. 45.) Zu dem nötigen Stoffsammeln ist die Aufbewahrung des Wahrgenommenen das zweite Erfordernis; denn was ich mir für den künftigen Gebrauch erwerbe, muß wohl aufbewahrt werden, wenn die Arbeit des Erwerbens nicht eine vergebliche gewesen sein soll. 51. Wie viele Arten eines solchen Aufbewahrens giebt es? Tie Art eines solchen Aufbewahrens ist eine ebenso vielfache, als die Art der Wahrnehmung vielfach ist; denn was gut bewahrt werden soll, muß an einem ihm passenden Orte und in einer ihm zusagenden Weise aufbewahrt werden. 52. Wie viele Arten der Wahrnehmung giebt es denn? Zunächst zwei, eine direkte oder natürliche, und eine indirekte oder künstliche. 53. Welche Art der Wahrnehmung ist die natürliche? Die natürliche Wahrnehmungsfähigkeit ist das uns, durch das Zusammenwirken unseres Geistes mit unseren Sinnen, gegebene unmittelbare Anschauungsvermögen. 54. Welche Aufbewahrungsart ist uns neben diesem gegeben? Neben dem unmittelbaren Anschauungsvermögen ist uns als die gleichfallsnatürlicheundunmittelbareAufbewahrungsart das Gedächtnis gegeben. 55. Welche Bedeutung hat demnach die Hebung des Gedächtnisses für die Befähigung zur Ausarbeitung schriftlicher Aufsätze? Eine erste und absolut notwendige Bedeutung! denn aus einem leeren Raume kann nichts, weder zur unmittelbaren Anwendung, noch zur ferneren Bearbeitung, heraus- geuommen werden. 56. Wie bewährt sich solches in dem Entwickelungsgange jedes einzelnen Menschen? Die hohe Bedeutung des Gedächtnisses für die fernere geistige Entwickelung und geistige Thätigkeit des Menschen 20 Erster Teil. Invention. tritt uns sofort schon dadurch entgegen, daß die Gedächtniskraft diejenige geistige Anlage ist, welche sich in dem Kinde zuerst zur Fähigkeit entwickelt, über dessen Abnahme aber auch der alternde Mann zuerst zu klagen hat. Wer es in seiner Jugend versäumte, seinem Gedächtnisse einen möglichst reichen Stoff anzuvertrauen, dem wird der Fleiß der späteren Jahre, selbst wenn er künstliche Mittel anwendet, nur notdürftig den Stoff darreichen, der ihm für mündliches und schriftliches Aussprechen notthut. 57. Welche naturgemäße Methode ist aus diesem Verhältnisse des Anschauungsvcrmögens und des Gedächtnisses gegeben? Die Methode, daß Haus und Schule das Anschauungsvermögen der Kinder als diejenige geistige Befähigung sest- halten, in welcher ihre geistige Entwickelung beginnt und anfänglich fortgeht, und daß sie dem Gedächtnisse der Kinder einen möglichst reichen Stoff zur festen Aufbewahrung übergeben, wobei sie sich damit beruhigen dürfen, daß einzelnes, was anfänglich gelernt wurde, ohne völlig verstanden zu sein, dennoch durch späteres, wiederkehrendes und vergleichendes Hervornehmen zur Klarheit gelangt. — Wer in seiner Jugend wenig auswendiglernte, leistet wenig in späteren Jahren! Ohne eine vernünftige Gedächtnispflege ist eine höhere geistige Bildung geradezu unmöglich; vergl. Fr. 65 und 66. Daß Pestalozzi die Anschauung als die wesentliche Form des ersten Unterrichts hervorhob, wird seinen Namen in der Geschichte der Pädagogik unvergeßlich sein lassen. 58. Welche Art der Wahrnehmung ist die künstliche? (Siche Fr. 52. 53.) Wie die Schrift die künstliche Darstellung der natürlichen Sprache ist, und wie Sprechen und Denken sich gegenseitig mit Notwendigkeit bedingen, so wird die mittelbare oder künstliche Wahrnehmung durch das Lesen vermittelt. Wie nämlich das Anschauungsvermögen den Kindern unmittelbar den Stoff zuführt, dessen sie später zur Ausarbeitung schrift- Erstes Kapitel. Allgemeine oder stetige Aufgabe der Invention. 21 licher Aufsätze, sei es ohne, sei es mit fernerer Bearbeitung, bedürfen, so geschieht dasselbe mittelbar durch das Lesen, und beide Wege behalten durch das ganze Leben hindurch ihre Bedeutung. 59. Welche Anfbewahrungsart ist neben dem Lesen gegeben? «Z. Fr. 54.) Wie das Gedächtnis die natürliche Aufbewahrungsart desjenigen ist, was uns die eigene Anschauung zuführt, so ist die Schrift das gegebene Ausbewahrungsmittel desjenigen Stoffes, den uns das Lesen zuführt. 60. Welche Bedeutung hat daneben das Gedächtnis? Wie überall, wo die Natur eine gesunde und die Kunst eine naturgemäße ist, Natur und Kunst sich gegenseitig nicht ausschließen und einengen, sondern unterstützen und erweitern, so verhält es sich ebenso mit der Aufbewahrung des gesammelten Stoffes durch das Gedächtnis und durch die Schrift. So geschieht es oft, daß wir einen Stoff, den wir der eignen Anschauung verdanken, mit Hilfe der Schrift uns klar zu legen und in bleibender Form aufzubewahren bemüht sind, und umgekehrt, daß wir einen Stoff, den wir dem Lesen verdanken, um denselben stets gegenwärtig zu haben, vollständig dem Gedächtnisse einprägen. 61. Wie zeigt sich aber die natürliche Kraft des Gedächtnisses der Schrift gegenüber? Zuerst dadurch, daß das Schreiben selbst ein wirksames Mittel ist, den betreffenden Stoff, wenn auch nicht in fixierter Form, dem Gedächtnisse einzuprägen; aber von der andern Seite auch dadurch, daß die Gedächtniskraft durch das Schreiben, weil sie ihre Aufgabe durch dasselbe erfüllt weiß und die eigene Uebung und Anstrengung leicht vergißt, schwächer wird (vergl. Sprach!. Fr. 646). Es ist eine bekannte Thatsache, daß manche Menschen, weil sie sich die Fertigkeit des Schreibens nicht angeeignet haben, die verschiedensten Dinge mit einer uns Schreibenden unglaublichen Sicherheit im Gedächtnisse festzuhalten vermögen, während andere, weil 22 Erster Teil. Invention. sie, getrieben von einem äußerlichen Ordnungssinne, alles und jedes aufschreiben, ein Nichtaufgeschriebenes sofort vergessen. Dem entsprechend warnt schon ein alter Aegypterkönig vor der gedächtniszerstörenden Kraft des Schreibens. In alten Tagen hieß es: „Die Germanen schreiben weniger, wissen aber mehr, während die Gallier mehr schreiben, aber weniger wissen!" doch dürfte das jetzt nach beiden Seiten hin nicht Probe halten. 62. In welchem Verhältnisse müssen „Aufschreiben" und „Gedächtnis" nebeneinander hergehen? Die nächste und einfachste Antwort scheint hier die zu sein: „Was die natürliche Kraft des Gedächtnisses nicht fest- halten kann, das muß mit Hilfe der Kunst, d. h. der Schrift, festgehalten werden: also muß sich bei der Auswahl jeder nach seiner eigenen Gedächtniskraft richten!" 63. Weshalb reicht aber diese Antwort nicht aus? Weil das Gedächtnis gleich allen körperlichen und geistigen Anlagen erst durch Uebung erstarkt, daher das Festhalten der genannten Antwort die notwendige Uebung und Anstrengung des Gedächtnisses verhindern, mithin dieses immer schwächer würde werden lassen, indem jeder dabei nur den bereits erreichten Kreis des Könnens festhielte. Außerdem würde schon aus äußeren, die Zeit u. s. f. betreffenden Gründen, bei strengem Festhalten obiger Antwort, die Summe des für die Zukunft Aufbewahrteu nur eine sehr geringe sein. 64. Wie finden wir denn eine objektive Antwort auf unsere Frage: „In welchem Verhältnisse müssen Ausschrcibcn und Gedächtnis nebeneinander -ergehen?" Es kann diese Frage objektiv nur aus der objektiven, also wesentlichen Verschiedenheit der genannten zwei Aufbewahrungsformen beantwortet werden. 65. Wie Verhalten sich denn „Aufschreiben" und „Gedächtnis" objektiv zu einander? Was in unserem Gedächtnisse liegt, das ist uns stets, auch ohne unser Wissen und Wollen, folglich in lebendiger Einwirkung gegenwärtig, wenn es vielleicht auch äußerlich, d. h. in seiner bestimmten sprachlichen Form, sich verwischte. Was Erstes Kapitel. Allgemeine oder stetige Ausgabe der Invention. 23 wir hingegen durch Aufschreiben oder „Notieren" aufbewahrten, das wird leicht gerade dadurch (s. Fr. 61) dem Gedächtnisse, also der lebendigen Einwirkung auf uns, entzogen und gewinnt dieselbe erst dadurch wieder, daß es durch Nachlesen wiederum in dem Gedächtnisse aufgefrischt wird. Aber freilich sind wir auf solche Weise nicht in der Gefahr, daß die äußerliche, sprachliche Form des betreffenden Stoffes verloren geht. Wenn Goethe im „Faust" den Schäler sagen läßt: „Das sollt Ihr mir nicht zweimal sagen! Ich denke mir, wie viel es nützt: Denn was man schwarz auf weiß besitzt, Kann man getrost nach Hanfe tragen", so läßt er ihn diese Weisheit bei dem Mephistopheles holen. 66. Was gehört demnach in das „Notizbuch" oder „Merkbuch", und was in das Gedächtnis? Jedes, an welchem wir, mögen wir es nun durch unmittelbare oder mittelbare Wahrnehmung, durch Sehen und Erleben oder Hören und Lesen ausgenommen haben, auch die äußerliche Form bleibend festzuhalten wünschen müssen, gehört in das Notizbuch, wogegen jedes, dessen stete und lebendige Einwirkung von uns gewünscht wird, dem Gedächtnisse direkt eingeprägt werden muß svergl. Fr. 86). Es ist nicht nur eine althergebrachte, sondern eine wohlbegründete Sitte, daß in den Jahren der frühesten Jugend heilige Sprüche und Verse dem Gedächtnisse fest eingeprägt werden. Sie bilden die stete und treue Gesellschaft der Seele, welche ihr auch in den spätesten Jahren noch, und zwar gerade dann, wenn's notthut, als treue Freunde zurseite stehen. Frivole Gedichte sind dagegen ein Gift, das viel umfassender und nachhaltiger wirkt, als ihre vielleicht lockende Form ahnen läßt. Auf die Wichtigkeit des Gedächtnisses, des mechanischen wie des judiciösen, möge uns Rückcrts Wort noch Hinweisen: „Auswendiglernen sei, mein Sohn, dir eine Pflicht: Versäume nur dabei Jnwendiglcrnen nicht! Auswendig ist gelernt, was dir vom Munde fließt, Inwendig aber, was dem Sinne sich erschließt". 24 Erster Teil. Invention. Also gründliches Verständnis und Behalten des Verstandenen, das ist das Ziel rechter Invention d. h. wahrer Bildung! 67. Warum nannten wir das „Notizbuch" auch „Merkbuch"? Weil das Notizbuch ein Buch ist, oder allmählich zu einem Buche wird, auf welches von Anfang an große „Aufmerksamkeit" verwandt werden muß. Richtig angelegt und treu fortgeführt, ist das Merkbuch für die allgemeine Befähigung zur Ausarbeitung schriftlicher Aufsätze von großer Bedeutung. Es ist ein Schatz, der manchem in späteren Jahren für eine große Summe nicht feil ist, indem er durch denselben gerade dann, wenu's galt, davor bewahrt wurde, sich fremder Diskretion zu überlassen und auf fremde Hilfe zu bauen. 68. Wie wird das Merkbuch richtig angelegt? Es werden mehrere Bogen zusammengeheftet und paginiert; darauf wird ein nicht zu schmaler Rand durch eine Linie abgetrennt, auf welchen das Wort oder die Wörter notiert und unterstrichen werden, auf welches oder welche sich die danebenstehende Notiz bezieht. Neben diesen fortlaufenden Bogenheften wird sogleich ein alphabetisches Register angelegt, in welches die an den Rand geschriebenen einzelnen Wörter sofort eingetragen werden. Diese kleine Mühe ist schon dann vollständig bezahlt, wenn wir es das erste Mal erleben, daß wir des Beistandes unseres Merkbuches bedürfen, und daß wir uns durch das Register von dem Zeit- und Lannetöter, dem Blättern und vergeblichen Suchen, befreit sahen. Wenn ein Lebensabschnitt, etwa mit dem Eintritte in einen neuen Lebenskreis, beendigt ist, so werden die angewachsenen Bogenhefte zu einem Bande zusammengebunden, und wird selbiger numeriert, daher auch das Register mit einer doppelten Rubrizierung, Band und Pagina (Seitenzahl) von Anfang an eingerichtet. Ich könnte eine Reihe von Männern namhaft machen, wobei ich mich selbst zu nennen gewiß nicht vergesse, welche ihrem Merkbuche die größte Dankbarkeit schuldig zu sein offen eingestehen. Da- Erstes Kapitel. Allgemeine oder stetige Aufgabe der Invention. 25 bei wird meistens nur bedauert, daß das Merkbuch nicht schon in früher Jugend, (aber es ist auch heute noch nicht zu spät!) angelegt und treu fortgeführt worden. Wer einen schriftlichen Aufsatz auszuarbeiten hat, aber verdrießlich, den Kopf gestützt', dasitzt und Zeit und Stimmung verliert, weil er zwar über das Thema schon mancherlei erlebte, sah, hörte oder las, aber das Was? Wie? und Wo? nicht mehr weiß, dem fehlt — ein Merkbuch! 69. In welcher äußern Form sind die einzelnen Notizen in das Merkbuch cinzutragcn? In der Form von Notizen, also kurz und bestimmt, aber zugleich mit allen den Einzelheiten versehen, die ein einzelnes Erlebnis, oder eine einzelne, unmittelbare und mittelbare, Wahrnehmung erst zu einer wirklichen machen, und doch später aus unserem Gedächtnis verschwinden. Zu diesen äußerlichen Einzelheiten gehört z. B., wenn wir das Betreffende erlebten, das Wann? das Wo? re.; wenn wir es hörten, das Von wem? das Wie? :c.; wenn wir es lasen, Titel und Seite des Buches rc.: namentlich das: wo gelesen? von wem gehört? wird mit zunehmendem Alter zuerst zweifelhaft. 70. Was gehört zu der treuen Fortführung des Merkbuches? (S. Fr. 67.s Daß wir uns die unablässige Fortführung des Merkbuches anfänglich als einen heilsamen Zwang auferlegen. Denn später treibt uns der reiche Gewinn schon von selbst zur Fortführung an. Es mag immerhin manchmal kürzere oder längere Zeit vergehen, ohne daß unserem Merkbuche eine Bereicherung zu teil wurde; aber auch an notizreichen Tagen wird es nicht fehlen. Berging ein halbes oder ein ganzes Jahr, in welchem unserem Merkbuche nichts znfiel, so werden wir diese Zeit spater schwerlich als eine solche ansehen, die uns zu besonderer Freude gereichte, werden uns vielmehr des Augenblickes mit Freude erinnern, in welchem wir unser Merkbuch wieder zur Hand nahmen. 71. Was gehört in das Merkbuch hinein? Wir sahen schon (s. Fr. 62), daß dasjenige in das Merkbuch eingetragen werden müsse, was das Gedächtnis nicht zu behalten im stände sei, und was wir dennoch als dienlichen Stoff für künftige Ausarbeitungen aufzubewahren wünschen. 26 Erster Teil. Invention. Wir sahen ferner (s. Fr. 66), daß dasjenige in das Merkbuch einzutragen sei, dessen äußerliche Form wir zugleich bleibend festzuhalten wünschen. Aber es ist damit zwar Wohl dem Gedächtnisse gegenüber, allein nicht an sich der Umfang desjenigen angegeben, was in das Merkbuch gehört. In das Merkbuch gehört alles dasjenige, was von uns, unmittelbar oder mittelbar, als ein Neues und irgendwie Bedeutungsvolles wahrgenommen wird. Weil niemand von uns den Wechsel seines künftigen Lebens übersieht, mithin auch nicht vorher weiß, nach welcher Seite hin später seine geistige Thätigkeit in Anspruch genommen werden wird, so ist das Merkmal: „irgendwie bedeutungsvoll" objektiv und nicht subjektiv zu fassen. — Dem Einwande des zu großen Zeitverlustes ist durch die Hinweisung (s. Fr. 66) auf die kurze und bündige Notizforin zu begegnen, sowie darauf, daß wir alle Tage Menschen antreffen können, die sich jetzt durch den Wechsel ihres Schicksals ausgefordert sehen, schriftliche Aufsätze über Themata abzufassen, an die sie während ihrer Jugend kaum gedacht haben. 72. Wie verhält sich das Notizbuch zum Lesen? Aus der wesentlichen Verbindung der unmittelbaren Wahrnehmung mit dem Gedächtnisse und der mittelbaren, oder des Lesens, mit dem Merkbuche ergiebt es sich, daß der durch Lesen gewonnene Stoff zunächst in das Merkbuch gehört. 73. Welche Regel ergiebt sich daraus? Bei jedem, was du liesest, liege dein Merkbuch in der Nähe! 74. Inwieweit gehört der Inhalt des Gelesenen in das Merkbuch hinein? Insoweit, daß der Faden oder Hauptinhalt des Gelesenen angemerkt werde, sowie diejenigen einzelnen Punkte, welche, positiv oder negativ, von besonderem Interesse sind. 75. Welcher besondere Nutzen geht daraus hervor, auch abgesehen von der im Merkbuche enthaltenen Stoffsammlung? Wem, während er liest, das Merkbuch in der Nähe liegt, der blättert nicht in dem Buche, das vor ihm liegt, sondern Erstes Kapitel. Allgemeine oder stetige Aufgabe der Invention. 2? er liest es. Er wird also nicht nur vor dem Herz und Geist verwirrenden Viellesen bewahrst sondern er hat auch von dem, was er liest, einen wahren und bleibenden Nutzen. Eine erste hermeneutische, d. h. das Verständnis fremder Schriften lehrende Regel lehrt: Das rechte und volle Verständnis der Einzelheiten einer Schrift ist nur dann möglich, wenn man sich möglichst mit dem Verfasser ans denselben Standpunkt gestellt hat und zwar dadurch, daß man sich die, für das Merkbuch gerade verlangte, Ueber- sicht über den Hauptinhalt verschafft hat. Wie also das Lesen dem Merkbuch dient, so dient auch das Merkbuch dem Lesen. 76. Wie verhält sich hierbei „hören" von der einen Seite und „anschauen" von der andern Seite zu „lesen"? Wir haben wiederholt neben dem Anschauen als der unmittelbaren und dem Lesen als der mittelbaren Wahrnehmung das Hören genannt, ohne dessen Stellung näher zu bestimmen. Es rechtfertigt sich solches daraus, daß das Hören dessen, was andere sagen, bald die Stelle der eignen Anschauung, bald die des Lesens vertritt, mithin zwischen dem unmittelbaren und mittelbaren Wahrnehmen, also auch zwischen dem Gedächtnisse und dem Merkbuche sich teilt. Es findet also das bisher Gesagte in vorliegender Weise auch auf das Hören und das Gehörte seine Anwendung. Der bekannte alte Spruch: „Wir haben zwei Ohren und nur einen Mund, damit wir mehr hören als sprechen!" ist insofern, daß dadurch auf die große Bedeutung eines aufmerksamen Hörens hingewiesen wird, auch hier vollkommen wahr. 77. Welcher von beiden Seiten liegt das Hören näher? Dem Lesen, denn beides, Hören und Lesen, sind nur verschiedene Formen, in welchen die Mitteilungen eines andern zu uns gelangen. Daraus erklärt es sich, daß Gehörtes gleich Gelesenem mehr dem Merkbuche zufällt, während Gesehenes wesentlich im Gedächtnisse fortlebt. Das Gesehene findet nur dann im Merkbuche Raum, wenn die Festhaltung der äußern Form und der einzelnen Beziehungen uns von besonderem Interesse ist. Erster Teil. Invention. 78. Welcher Mißgriff ist dem Merlbuche gegenüber besonders zu vermeiden? Daß es nicht zum toten und daher auch tötenden Schatze werde. 79. Wann ist solches zu fürchten? Wenn der im Merkbuch aufbewahrte Stoffschatz unbeachtet daliegt, so daß er aus dem Gedächtnisse völlig verschwindet, mithin dem Sammler selbst völlig fremd wird. Eine lange Reihe sauber geschriebener und sauber eingebundener „Hefte" oder „Kollektaneen" sind kein sicherer Beweis des wirklichen Fleißes und des wirklichen geistigen Fortschrittes. Auch im geistigen Leben giebt es geizige Sammler, die das Benutzen und Genießen, d. h. Leben und Fortschritt, vergessen. 80. Weshalb nannten wir aber ein solches „totes" Merkbuch (Fr. 78) zugleich ein „tötendes"? Unser Gedächtnis führt in gewissem Sinne als unser neben unserem Wollen und Thun fortlebendes „Ich" in uns ein selbständiges Leben. Wenn es nun von einem Stoffe, den aufzubewahren seine natürliche Pflicht wäre, erfährt, daß dieser dem Merkbuche übergeben wurde, so kümmert es sich nicht mehr darum und hat ihn bald gänzlich vergessen. Deshalb sagten wir schon (s. Fr. 65), daß Gedächtnis und Merkbuch sich gegenseitig unterstützen, aber daneben in Kampf miteinander geraten können. Darum erinnerten wir gleichfalls schon (Fr. 65) daran, daß es notwendig sei, dasjenige, was dem Merkbuche übergeben sei, durch „Nachlesen" wiederum in dem Gedächtnisse aufzufrischen. Schon in der Schule machen wir die Erfahrung von diesem selbständigen Verfahren unseres Gedächtnisses. Eine unmittelbar vor der Schulzeit, und nicht wenigstens am Abende vorher, gelernte Schulaufgabe verschwindet, sobald sie hergesagt wurde, bald wieder gänzlich aus dem Gedächtnisse, weil dieses nicht genötigt wurde, sie aus längere Zeit sestzuhalteu. Wie der Knabe, um sein Gedächtnis an dessen Pflicht zu erinnern, das „Buch" abends unter sein Kopfkissen legt, so dürfen auch wir nicht vergessen, das Merkbuch häufiger, und wäre es nur blätternd und bineinblickend, zur Hand zu nehmen. Erstes Kapitel. Allgemeine oder stetige Aufgabe der Invention. 29 81. Aus welchen Quellen schöpfen wir also im allgemeinen den zur Ausarbeitung schriftlicher Aufsätze nötigen Stoff? Es hängt solches von der Beschaffenheit des nötigen Stoffes, mithin von dem verschiedenen Wesen der Themata ab. Ein Aufsatz ist eine künstlerische Darstellung. Ein Künstler stellt einen in ihm lebenden geistigen Stoff mit Hilfe eines gegebenen materiellen Stoffes in einem bleibenden Bilde dar. Die einzelnen Künstler unterscheiden sich im allgemeinen eben nur durch den verschiedenen Stoff, dessen sie sich zur Darstellung der in ihnen lebenden Ideen bedienen. Der Dichter gebraucht die rhythmisch geregelte Sprache, der Musiker die Töne, der Bildhauer den Stein, die Maler die Farben. In derselben Weise müssen wir aus der verschiedenen Art des Stoffes, dessen wir uns im allgemeinen zur künstlerischen Ausarbeitung schriftlicher Aufsätze bedienen, die verschiedenen Quellen aufzufinden suchen, aus denen wir den betreffenden Stoff holen müssen. 82. Wie viele Arien des zur Ausarbeitung schriftlicher Aufsätze nötigen Stoffes sind im allgemeinen zu unterscheiden? Zwei Arten, der historische Stoff, welcher uns von außen her überliefert wird, und der logische Stoff, welcher aus dem menschlichen Denken selbst, dem eigenen oder fremden, geschöpft wird. 83. Wie viele Arten von schriftlichen Aussätzen ergeben sich daraus? In derselben Weise zwei Arten, nämlich historische und logische Aufsätze. 84. Wie verhalten sich diese Arten von Aussätzen zu den in der Einleitung (Fr. Ivff.) genannten Arbeiten? Jeder historische Aufsatz ist relativ eine Wiedererzählung, während der logische relativ ein freier Aufsatz ist. Ferner ist seinem allgemeinen Wesen nach der historische Aufsatz ein beschreibender oder erzählender, dagegen der logische ein abhandelnder, während der schildernde (Fr. 13, u) zwischen beiden in der Mitte steht. Fragen wir endlich nach den Arten der dritten Gattung (Fr. 10, 15), so wiederholt sich hier dieselbe aus der Mannigfaltigkeit des Zweckes hervorgehende 30 Erster Teil. Invention. Erscheinung, daß eine bestimmte Begrenzung nicht möglich ist, weil eben der verschiedene Zweck uns bald auffordert, den nötigen Stoff außer uns, und bald in uns zu suchen. 85. Wie weit erstreckt sich diese durch die Verschiedenheit der Quellen des Stoffes bedingte Verschiedenheit der Aussätze? Es begegnet uns hier dieselbe Erscheinung, welche uns schon den bereits genannten Arten von Aufsätzen gegenüber (Fr. 14) entgegentrat. Die ganze Unterscheidung ist zwar theoretisch richtig, daher auch für die künstlerische Regelung der Arbeit, d. h. für die Sammlung und Aufbewahrung, wie für die Ordnung und Zurechtlegung des Stoffes notwendig; aber für die praktische Ausführung, d. h. für die Abfassung w des Aufsatzes selbst, fällt die genannte Unterscheidung weg, weil der Verfasser hierbei den gesammelten und geordneten Stoff gleichmäßig behandelt, mag er denselben in sich oder außer sich aufgefunden haben. 86. Welches allgemeine Verfahren ist bei der Sammlung des historischen Stoffes innezuhalten? Unter Hinweisung auf das über das „Merkbuch" Gesagte (Fr. 58—80, bes. Fr. 68 u. ff.) läßt sich hier die kurze Aut- . wort geben: „durch ein richtig angelegtes und treu geführtes > Merkbuch!" Damit ist zugleich die zweite, sich daranschließende ^ ^ Frage beantwortet, nämlich: „Welches allgemeine Verfahren ; ^ ist bei der Aufbewahrung des gesammelten historischen Stoffes P innezuhalten?" ^ § 87. Welches allgemeine Verfahren ist bei der Sammlung oder ^ Auffindung des logischen Stoffes innezuhalten? Auch hier läßt sich eine kurze Antwort geben, nämlich: ^ „Lerne dich selbst kennen!" Nur ist mit diesem ewig wahren Lebensspruche im allgemeinen alles, aber über das Wie? der d Praxis nichts gesagt, oder doch nichts Ausreichendes. 88. Auf welchen Teil oder welche Seite der Selbsterkenntnis kommt es hierbei an? Auf diejenige, welche wir die objektive oder materielle », nennen können. Denn für die allgemeine Auffindung des j, Erstes Kapitel. Allgemeine oder stetige Aufgabe der Invention. 31 zur Ausarbeitung schriftlicher Aussätze nötigen logischen Stoffes kommt es darauf an, daß wir mit klarem Bewußtsein den in uns selbst liegenden allgemeinen Denkstoff, d.h. unsere Begriffe, auffinden und anschauen. 89. Was gehört zu einer bewußten und klaren Anschauung der Begriffe? Daß wir dieselben nach ihrem Inhalte, d. h. nach den in ihnen liegenden einzelnen Merkmalen, und nach ihrem Umfange, d.h. nach dem Kreise von einzelnen Dingen, auf welche sie anwendbar sind, bewußt und klar erkennen. 90. Wie gelangen wir zu solcher Erkenntnis des Inhalts eines Begriffs? Dadurch, daß wir den beziehlichen Begriff vergleichend Zusammenhalten mit den ihm zunächst verwandten Begriffen. 91. Welche Zweige der Verwandtschaft der Begriffe sind dabei festzuhalten? Vier Zweige, nämlich die Ueberordnung, die Nebenordnung, die Unterordnung und der Gegensatz. Es sei z. B. das gegebene Thema: „Die wahre Wohlthätig- keit!" Alsdann muß man zur Auffindung des zur Darstellung erforderlichen logischen Stoffes, d. h. des Begriffes der Wohlthätig- keit, diesen Begriff zuerst vergleichen mit dem übergeordneten Begriffe „Tugend", darauf etwa mit den nebengeordneten Begriffen „Freigebigkeit", „Mildthätigkeit" rc., sodann mit den untergeordneten Begriffen „Almosengeben", „Krankenpflege" rc., endlich mit den entgegengesetzten Begriffen „Hartherzigkeit", „Selbstsucht", „Geiz" rc. 92. Woran erkennt man, ob die bewußte und klare Auffassung eines Begriffes erreicht ist? Wenn man im stände ist, einen Begriff genügend zu definieren, so darf man sich sagen, daß die bewußte und klare Auffassung seines Inhalts gelungen ist. 93. Was heißt: „definieren"? Man pflegt sich die Begriffe in dem Bilde von Kreisen vorzustellen, weil es auf diese Weise am besten gelingt, ihr in den vorhergehenden Fragen genanntes Verhältnis der 32 Erster Teil. Invention. Ueberordnung, Nebenordnung re. sich deutlich vorzustellen. Nun bedeutet „definieren" die Sphäre oder Gattung angeben, welcher der betreffende Begriff zugehört, und zweitens den Artunterschied, d. h. eins oder mehrere Merkmale, durch die sich der Begriff als eine besondere Art innerhalb der angegebenen Gattung darstellt (Definitiv tit per xenns proximuw et äikersntinm speeitienm). Vgl. Fr. 448. Z. B. Was beißt „Kunst?" — „Kunst" nennen wir die Befähigung des Menschen, nach den Regeln der Schönheit mit Hilfe - eines gegebenen Stoffes die in ihm lebenden Ideen in bleibenden Bildern darzustellen. 94. In welcher Art von Aufsätzen tritt das Definieren- Könncn direkt hervor? In den „beschreibenden", denn für diese ist in der Definition die Disposition direkt gegeben (vgl. den zweiten Teil). Wenn z. B. das Thema: „Wesen der Kunst!" — in einem beschreibenden Aufsatze zu behandeln wäre, so würde derselbe nach der in Fr. 93 gegebenen Definition in fünf Teile zerlegt werden müssen, indem zu sprechen wäre: n) Ueber die Kunst als eine besondere Befähigung der Menschen, d) — als verfahrend nach den Regeln der Schönheit, o) — als anwendend einen bestimmten einzelnen Stoff, cl) — als darstellend in dem Künstler lebende Ideen oder Gedanken, e) — als hervorbringend fortlebende Gedankenbilder. 95. Welche Bedeutung hat also das Definieren für die allgemeine logische Stofssammlung? Definieren, seiner ganzenAufgabe nach, und allgemeines logisches Stoffsammeln sind, was den Inhalt der betreffenden Begriffe betrifft, miteinander gleichbedeutend. 96. Was gehörte aber zweitens (s. Fr. 89) als die Aufgabe einer bewußten und klaren Begriffsaufsassung zu dem allgemeinen logischen Stoffsammeln? Daß der Begriff auch seinem Umfange nach bewußt und klar aufgefaßt werde. Erstes Kapitel. Allgemeine oder stetige Ausgabe der Invention. 33 97. Wie gelangen wir zu einer solchen Erkenntnis des Umfanges eines Begriffes? Unter Umfang eines Begriffes verstanden wir fs. Fr. 89) den Kreis von einzelnen Dingen, auf welchen der betreffende Begriff anwendbar ist. Und zu der Kenntnis dieses Kreises, also zur Erfüllung der zweiten Aufgabe des logischen Stoffsammelns, gelangen wir dadurch, daß wir den durch Erfüllung der ersten Aufgabe definierten Begriff an die betreffende historische Stoffsammlung, an Merkbuch und Gedächtnis, heranführen und fragen: „Wo und wie fanden wir den also begrenzten Begriff angewandt?" Nehmen wir das in Fr. 93 und 94 angeführte Beispiel wieder auf! Wir würden dann etwa, mit Hilfe unseres Merkbuches oder Gedächtnisses, fragen: a) Woher kommt's, daß unter denjenigen, welche als die ersten Beförderer der menschlichen Kultur genannt werden, auch Künstler (Orpheus rc.) sich befinden? b) Woher rührt es, daß einzelne Handwerker (Stubenmalcr, Uhrmacher :c.) sich oft gern „Künstler" nennen hören? os Wann hat auch ein Porträtmaler Anspruch auf den Ramm „Künstler"? ) durch die Betrachtung der Kraft, welche die Dinge hervorrief, a) der Allmacht, /?) der Allweisheit. b) In seinem sittlichen Bewußtsein, ss) er ruft sittliche Entschlüsse hervor, als: a) die Naturprodukte durch Arbeit zu veredeln, aa) für andere, für sich selbst, /K) auch das Kleinste nie gering zu achten, aa) weder in der Arbeit, /K^) noch im Genüsse; bb) er befreit von unnötigen Sorgen, denn: a) er zeigt Gaben überall, aa) für das Ganze, /S/S) für jedes einzelne, /?) wo Not ist, zeigt er Hilfe, aas für das Ganze, ^/S) für jedes einzelne. v) In seinen! Schönheitssinne, denn: ss) die Betrachtung der einzelnen Dinge an sich zeigt uns, a) daß jedes Ding an sich vollkommen ist, /)) daß überall mit dem Schönen das Notwendige und Nützliche sich vereint; Michelsen, Stilistik. S. Aust. 4 50 Zweiter Teil. Disposition. bb) die Vergleichung der einzelnen Dinge miteinander lehrt uns, «) daß bei aller Mannigfaltigkeit doch stete Einheit herrscht, /K) daß die Mannigfaltigkeit unendlich ist, aa) in den Formen, /F/K) in den Farben, 77) in der Lebenskraft. L. In seinem materiellen Gehalte, denn: a) er bietet dem Geiste an sich einen reichen Stoff, b) er treibt ihn zu Erfindungen, — u. s. w. 140. Wie gestaltet sich dieser Abschnitt aus einer Disposition in der Form eines zusammenhängenden Entwurfs? fS. Fr. 138.) Wir führten absichtlich den gegebenen Abschnitt aus einer Disposition ziemlich weit hinab, damit zu demselben das Verhältnis des zusammenhängenden Entwurfs klarer hervortrete. Derselbe könnte etwa lauten: „Der Genuß der Natur kräftigt den Menschen an Seele und Körper, denn er kräftigt die Seele zuvörderst in der Entwickelung ihrer formellen Anlagen, indem er sowohl das Auffassungsvermögen schärft und stärkt, als auch sittliche Entschlüsse in uns Hervorrust und bewahrt, als auch den Schönheitssinn in uns weckt und belebt. Der Genuß der Natur schärft und stärkt unser Auffassungsvermögen, indem er uns lehrt, die Dinge sowohl an sich in ihrer Einheit und in ihrer Vielheit zu betrachten, als auch der Kraft, der Macht, wie der Weisheit nachzuspüren, durch welche die Dinge ins Dasein gerufen wurden. Der Genuß der Natur ruft ferner sittliche Entschlüsse in uns hervor, denn er treibt uns dazu an, was die Natur uns giebt, zum Nutzen anderer wie zum eignen Stutzen, durch Arbeit zu veredeln; er lehrt uns, weder in unsrer Arbeit, noch in unsrem Genüsse irgend etwas, und wäre es das Kleinste, gering zu achten; und er bewahrt in uns die gefaßten sittlichen Entschlüsse, denn er befreit uns von erschlaffenden Sorgen, da wir überall sehen, wie jedem gegeben wird, was ihm notthut, dem Ganzen wie dem einzelnen, und da wir stets die Erfahrung machen, daß die Natur, wenn sie Wunden schlägt, auch Kraft zum Heilen hat, fürs Ganze, wie fürs einzelne. Der Genuß der Natur kräftigt endlich unfern Geist in seinem Schönheitssinne, denn er giebt uns die reinsten Muster der Schönheit, sowohl in der Betrachtung der einzelnen Dinge an sich, denn jedes ist an sich vollkommen, und überall verbindet sich mit dem Schönen das Notwendige und Nützliche, als Zweites Kapitel. Innerliches Zurechtlegen des gesammelten Stoffes. 5 1 auch in der Vergleichung der Dinge miteinander, denn immer wieder tritt es uns entgegen, daß eine stete Einheit die Mannigfaltigkeit regiert, und daß zugleich die Mannigfaltigkeit unendlich ist in Formen, Farben und Thätigkeit, Aber der Genuß der Natur kräftigt unfern Geist nicht nur durch seinen Einfluß auf die Entwickelung der formellen Alllagen des Geistes, sondern auch durch den reichen Stoff, den er seinem Wissen zuführt", rc, 2. Spezielles Wesen einer Disposition. 141. Was ist mit dem Ausdrucke: „Spezielles Wesen der Disposition" gemeint? Mit dem Ausdrucke „Spezielles Wesen der Disposition" soll alles dasjenige bezeichnet sein, was durch die Anwendung der(Fr.131 —140) genannten allgemeinen Regeln im einzelnen Falle im Entwürfe und Wesen einer Disposition hervortritt. a) Erste lieget 142. Wie lautet die erste praktische Dispositionsregcl? „Wenn du einen schriftlichen Aufsatz auszuarbeiten hast, sage dir den Zweck, zu welchem s olches geschehen soll!" 143. Wie erklärt sich die Notwendigkeit dieser ersten praktischen Dispositionsregel? Es trat uns im Verlaufe unseres Katechismus immer wieder entgegen, daß ein Thema erst durch den speziellen Zweck der Bearbeitung seine spezielle und vollständige Bestimmung finde. 144. Welchen Einfluß übt daher diese erste praktische Dispositionsregel auf das Thema rc.? Ein und dasselbe Thema giebt je nach dem verschiedenen Zwecke einen wesentlich verschiedenen Aufschluß. Auch das einfachste Thema, z. B. „Beschreibung eines Baumes", wird einen ganz verschiedenen schriftlichen Aufsatz Hervorrufen, je nachdem entweder der Zweck der Beschreibung ist, den Baum botanisch kennen zu lernen, oder seine Stellung in einem Garten zu würdigen, oder seinen Wert in Beziehung auf seinen Holzgehalt zu bestimmen, oder in Beziehung auf seine Früchte u. dergl. m. 52 Zweiter Teil. Disposition. 145. Bei welcher Art von Aufsätzen ist diese Regel am wesentlichsten? Bei Aufsätzen, die vorzugsweise „beschreibende" zu nennen sind, weil diese an sich einen so allgemeinen Charakter haben, daß ihre fernere Bearbeitung erst dann begonnen und fortgeführt werden kann, wenn sie durch die Hinzufügung des Zweckes spezialisiert worden sind. Es zeigt sich aber die Notwendigkeit der bewußten Hinzufügung des Zweckes auch dann, wenn der Zweck in dem Thema selbst mit gegeben ist. Es ist daher ein methodischer, und dennoch ein in den Schulen nicht seltener Mißgriff, wenn als erste Aufgabe des eignen schriftlichen Ausdrucks eine Beschreibung dieses oder jenes Gegenstandes ohne nähere Zweckaugabe verlangt wird, auch abgesehen davon, daß solches meistens in einer Zeit geschieht, in welcher ausschließlich die Wiedererzählung noch die Aufgabe sein sollte (s. Fr. 11 und 12). Wenn ein Kind, dem eine solche Beschreibung aufgegeben wurde, zum Lehrer kommt und klagt: „Ich weiß die Sache nicht anzufangen!" und dann die Antwort bekommt: „Das ist ja leicht!" „Du hast die Sache ja gesehen!" u. dergl. m., so würde der Lehrer wohl daran thun, seine Aufgabe sich selbst einmal nicht bloß zu denken, sondern zu versuchen. 146. Worin liegt die besondere Schwierigkeit der nur beschreibenden Aussätze? In ihrem rein abstrakten Wesen, indem man, sobald nur eine Beschreibung verlangt wird, von einem einzelnen wahrgenommenen Gegenstände als solchem, von dem, was er ist und thut, gänzlich absehen („abstrahieren") muß, um zu der für die Beschreibung nötigen Unterscheidung der einzelnen Merkmale zu gelangen. 147. Wie verhalten sich daneben die „erzählenden" Aufsähe? Die erzählenden Aufsätze sind konkreter Art, d. h. sie führen die Wahrnehmungen wiederum in derselben Weise vor, wie dieselben gemacht worden sind. Also ist eine „Erzählung" nur eine andere Art der „Wiedererzählung", und es erklärt sich daraus in formeller Beziehung vollständig, weshalb Kinder so gern Erzählungen hören und auch gern wiedererzählen. Zweites Kapitel. Innerliches Zurcchtlegen des gesammelten Stoffes. 53 148. Weshalb wird die Aufgabe einer „Beschreibung" durch die Hinzufiigung des Zweckes erleichtert? Weil durch die Hinzufügung des Zweckes die rein abstrakte Aufgabe konkret bestimmt wird. Denn wenn ich zu einem bestimmten Zwecke einen Gegenstand beschreibe, so ist der Zweck ein Fingerzeig, wie ich die einzelnen Merkmale des Gegenstandes zn suchen und vorzuführen habe. Darin liegt es, daß die genannte Schwierigkeit nur bei rein beschreibenden Aufsätzen hervortritt, während sich ein beschreibender Abschnitt, mehr oder minder ausgeführt, in jedem Aussatze findet, aber ohne die genannte Schwierigkeit, weil der übrige Inhalt des Themas den Zweck des beschreibenden Abschnittes vollkommen klar sein läßt. 149. Weshalb ist aber die bewußte und bestimmte Hinzufügung des Zweckes auch bei einem „erzählenden" oder „abhandelnden" Thema notwendig? Weil die Hinzufügung des Zweckes auch einem erzählenden oder abhandelnden Thema gegenüber stets wesentlich zur Verwirklichung, d. h. zur Bestimmung und Belebung, dient. Wenn man z. B. über das Thema „Die Kreuzzüge" einen erzählenden Aufsatz zu liefern hätte und dabei den Zweck sesthielte, die industrielle Blüte Deutschlands im sechzehnten Jahrhundert durch jene Erzählung hauptsächlich klar zu legen, oder wenn man über das Thema „Vergleichung der Geschichte Deutschlands mit der Frankreichs und Englands" einen abhandelnden Aussatz zu liefern hätte und dabei etwa den speziellen Zweck festhielte, durch jene Vergleichung es darzulegen, wie für die Entwickelung eines Landes nur diejenige Industrie eine vollkommen gesunde sei, welche die Verarbeitung eines einheimischen Rohmaterials sich zur Aufgabe stellt: so würden sowohl der erzählende, wie der abhandelnde Aufsatz an Klarheit und Leben, folglich auch an spannendem Interesse, gewinnen. 150. Woran erkennen wir schließlich die hervortrctende Notwendigkeit der Hinzufügung eines bestimmten Zweckes? Daran, daß wir nicht allein bei allen nachfolgenden praktischen Dispositionsregeln, sondern auch bei der Komposition selbst uns immer wieder auf die genannte erste Dispositionsregel zurückgeführt sehen. 54 Zweiter Teil. Disposition. 5) Zweite Regel. 151. Wie lautet die zweite Praktische Dispositionsregcl? „Wenn du einen schriftlichen Aufsatz auszuarbeiten hast, sage dir die Art, zu welcher derselbe gehört!" 152. Wie erklärt sich die Notwendigkeit dieser zweiten praktischen Dispositionsregel? Obgleich wir (Fr. 14) gesehen haben, daß ein Aufsatz nicht ausschließlich einer der vier Hauptarten angehört, und daß derselbe nur in Beziehung auf den Zweck (Fr. 15) einer bestimmten Art angehört, so ist doch auch in ersterer Beziehung die Angabe der Art des Aufsatzes nicht allein für die nachfolgende Komposition, sondern auch schon für die Disposition notwendig, weil die verschiedene Art, wenn auch weniger für die Teilung, so doch für die Ordnung des Stoffes von wesentlichem Einflüsse ist. Wenn ich z. B. über das Thema „Rudolph von Habsburg" einen Aussatz machen will, so werde ich unter dem durch die Invention gesammelten Material eine ganz andere Auswahl treffen und das Ausgewählte in ganz anderer Ordnung aufeinander folgen lassen, je nachdem ich einen beschreibenden, oder schildernden, oder erzählenden, oder abhandelnden Aufsatz zu liefern bezwecke. Und es wird nicht minder auf die Auswahl und Ordnung von Einfluß sein, ob ich einen Lehrvortrag, oder eine Rede rc halten will. 153. Wie verhält sich diese zweite Praktische Tispositionsregel zu der ersten? Daß die Art des Aufsatzes hauptsächlich nach dem speziellen Zwecke desselben zu bestimmen sei, trat uns sofort entgegen. Es dürfte nicht unpassend sein, hier daran zu erinnern, daß die Frage nach dem Zwecke und die danach zu bestimmende Art des Aussatzes Uebungsaufsätzen oder Schulaussätzen gegenüber ebensosehr gilt. Es ist dies eben der nächste Weg, über den „Schlller- aufsatz" hinauszukommen, wenn man über den Zweck „der Lehrer soll die Arbeit korrigieren!" hinauszukommen weiß und einen eigentümlichen, objektiven Zweck wählt und sesthält. Jedenfalls ist hier Zweites Kapitel. Innerliches Zurcchilegen de- gesammelten Stoffes. 55 der Grund zu suchen, weshalb so manchem, gerade um seiner hervortreteudeu Begabung willen, die Aufsätze in der Schule stets mißlangen und später zwiefach gelingen. 154. Wann ist das Festhalten dieser zweiten Tispositions- regcl am wesentlichsten? Je schärfer nach dem bestimmten Zwecke der Charakter eines Aufsatzes sich ausprägen soll, um so notwendiger ist es, daß man sich die Art desselben feststellt. Warum gelingen manchen Schülern ihre „Abgangsreden" oft' um vieles besser als ihre früheren „deutschen Aussätze?" Weil sie durch den bestimmten Zweck dieses Aufsatzes unwillkürlich genötigt worden sind, sich für denselben über den ihrer Arbeit objektiv fremden Zweck der „Schularbeit" hinauszudenken und daher dieser Arbeit einen wirklichen „Charakter" einprägten. 155. Was ist unter „Charakter eines Aussatzes" zu verstehen? Dieser Ausdruck ist aus der Vergleichung eines schriftlichen Aufsatzes mit einer lebendigen Persönlichkeit entlehnt. Es soll damit bezeichnet werden, daß einem Aufsatze, eben als einem Produkte der Kunst, ein ihm eigentümliches Wesen zukommt, welches wir „seinen" Charakter nennen, und daß in derselben Weise, wie der Charakter den Wert eines Menschen bestimmt, auch in dem festgehaltenen und ausgeprägten Charakter eines Aufsatzes, mag derselbe sich auch nicht völlig in bestimmten Worten angeben lassen, der wahre und bleibende Wert eines Aufsatzes liegt. Natürlich tritt solches um so mehr hervor, je schärfer durch den bestimmten Zweck von dem Aussatze ein bestimmter Charakter verlangt wird. Es ist z. B. bekannt, wie klein die Zahl derjenigen ist, welche einen wirklich guten kaufmännischen Brief schreiben. Fragen wir aber nach der Ursache, so dürste dieselbe zunächst darin zu suchen sein, weil ein kaufmännischer Brief um seines speziellen Zweckes willen einen sehr speziellen Charakter annehmen muß, und weil dennoch Schule und Comptoir wohl Formeln lehren und durch Abschreiben rc. eiuprägen, aber den speziellen Charakter eines kaufmännischen Briefes klar zu legen versäumen. 56 Zweiter Teil. Disposition. o) Dritte Regel. 156. Wie lautet die dritte Praktische Tispositionsregel? „Bevor die Disposition begonnen werden kann, muß der Teilungsgrund (prinoipium äivisionis) gefunden sein!" 157. Was heißt „Teilungsgrund"? „Teilungsgrund" nennt man den Grundsatz, nach welchem ein Thema in seine Teile zerlegt, oder nach welchem der zur Darstellung des Themas gesammelte Stoff in Haufen oder Gruppen vereinigt wird. Auf beiden Wegen, von welchen man elfteren den analytischen, d. h. auflösenden, letzteren den synthetischen, d. h. zusammensetzenden, nennt, gelangt man zu demselben Ziele. Der wesentliche Unterschied besteht nur in dem Ausgangspunkte, indem man auf ersterem Wege vom Thema, auf letzterem von dem gesammelten Stoffe ausgeht. Gleich sehr bedarf man aber, mag man nun diesem oder jenem Wege folgen, eines Grundsatzes, dem man, um zum Ziele zu gelangen, folgen kann. Wenn man z. B. über das Thema: „Weise Einteilung der Zeit ist Zeitgewinn!" den nötigen Stoff gesammelt, als Zweck des Aufsatzes etwa „die Bekämpfung des geschäftigen Nichtsthuns!" sich festgesetzt und sich dann etwa für die abhandelnde Art entschieden hat, so wird man drittens fragen: „Nach welchem Grundsätze kann ich das Thema in seine Teile zerlegen, oder den gesammelten Stoff in Gruppen vereinigen?" Der geforderte Grundsatz oder der Teilungsgrund kann etwa sein: „Klares Verständnis nötigt zur Annahme und Befolgung der im Thema ausgesprochenen Wahrheit!" Die also im Thema selbst gefundenen und im gesammelten Stoffe bestätigten Teile würden etwa sein: Darlegung, L. Beweisführung, 0. Anwendung. 158. Welchem der genannten zwei Wege soll man folgen? Im allgemeinen wird die Antwort sein müssen, daß man bei dem logischen Thema, wo der Stoff eben zunächst durch Zerlegung der beziehlichen Begriffe gefunden wird, dem analytischen, bei dem historischen Thema, wo der Stoff vorzugsweise von außen gesammelt wird (s. Fr. 81—98), dem Zweites Kapitel. Innerliches Znrechtlegen des gesammelten Stoffes. 57 synthetischen Wege folgt. Da es sich aber zeigt, daß diese beiden Arten der Invention dem einzelnen Thema gegenüber sich vereinigen, indem wir zu der Wahrheit, die wir in uns selbst finden, außer uns die Bestätigung suchen, und zu der Wahrheit, die wir außer uns finden, in uns selbst die Regelung suchen, so folgen wir auch bei der Anwendung des Teilungsgrundes in der Regel einem gemischten Wege. Dieser Weg ist analytisch-synthetisch, wenn unser Stoff vorzugsweise ein logischer, dagegen synthetisch-analytisch, wenn der Stoff vorzugsweise ein historischer ist. Es liegt z. B. vor uns das Thema: „Nur vielseitige Erfahrung belehrt!" und der nötige Stoff ist logisch und historisch gesammelt. Wir haben für die Ausarbeitung des Aufsatzes als Zweck gesetzt, „zu stets aufmerksamer Wahrnehmung anzuspornen", und als Teilungsgrund wiederum den Satz: „Klares Verständnis nötigt zur Annahme!" Wir werden dann, einem synthetisch-analytischen Wege folgend, die Teile finden, indem wir in den in unserm Merkbuche gesammelten eigenen und fremden Erfahrungen das sowohl zur Darlegung, wie zur Beweisführung, wie zur Anwendung Nötige finden und durch logische Zerlegung schließlich zu demselben Resultate kommen. 159. In welchem Verhältnisse steht der Teilungsgrnnd zu dem Zwecke? In dem Verhältnisse der unmittelbarsten Verbindung, indem wir, um durch unfern Aufsatz den beabsichtigten Zweck zu erreichen, in demselben dasjenige darlegen müssen, was dazu eben erforderlich ist. Es ergiebt sich daraus, daß wir in den meisten Fällen den Zweck selbst als Teilungsgrnnd benutzen können, und daß derselbe sich jedenfalls direkt aus dem Zwecke ergeben muß. Wir hätten z. B. das Thema: „Inwiefern kann die Reformation in Deutschland eine Revolution genannt werden?" und hätten den Zweck, die Reformation zu verteidigen, so würde eben dieser Zweck als Teilungsgrnnd fordern, daß wir als Teile die einzelnen Angriffe, welche in angedeuteter Richtung gegen die Reformation von beiden Seiten her erhoben worden find, verführten und widerlegten. 58 Zweiter Teil. Disposition. ä) Vierte Leget. 16t). Wie lautet die vierte praktische Dispositionsregel? „Ordne die gefundenen Teile dem Zwecke gemäß!" 161. Woraus ergiebt sich die Notwendigkeit dieser vierten Forderung? Wiederum aus der notwendigen Beziehung dieser vierten Forderung zu der ersten, nämlich zu dem durch den Aufsatz beabsichtigten Zwecke. 161s. Weshalb muß die Ordnung der Teile eine zweckmäßige sein? Von einer richtigen Ordnung oder Folge der Teile ist wesentlich der Erfolg eines Aufsatzes, mithin die Erreichung des durch denselben beabsichtigten Zweckes bedingt. Denn ob ich eine beabsichtigte geistige Einwirkung erreiche, hängt nicht allein von dem richtigen Inhalte meiner Einwirkung, sondern auch davon ab, daß die einzelnen Momente der Einwirkung sich in richtiger Weise aneinander anschließen. 162. Wie zeigt sich solches im einzelnen? Es zeigt sich solches im einzelnen darin, daß durch eine falsche Folge der einzelnen Teile eines Aufsatzes durch denselben gerade das Entgegengesetzte von demjenigen erreicht werden kann, was er bezweckte. Es hat z. B. ein Aussatz den Zweck, jemanden von der Wahrheit einer Behauptung zu überzeugen, wobei die einzelnen Gründe der Ueberzeugung die einzelnen Teile des Aufsatzes bilden. Es unterscheiden sich diese Teile durch die größere und geringere Stärke ihrer Ueberzengungskraft, und nun fragt es sich, wie sie aufeinander folgen sollen. Wenn man nun den stärksten Grund, also denjenigen, welcher das Gemüt des Lesers am stärksten anspannt, zuerst vorführt und die schwächeren Nachfolgen läßt, so wirkt man geradezu auf das Gegenteil desjenigen hin, was man bezweckt, indem auf Anspannung in natürlicher Folge Abspannung folgt, so daß der durch den ersten Grund erreichte Eindruck an den schwächeren Gründen sich immer mehr abschwächt. Zweites Kapitel. Innerliches Zurcchtlcgen des gesammelten Stoffes. 59 163. In welcher Weise ist danach die zweckmäßige Ordnung oder Folge der Teile eines Aussatzes zu regeln? Es ist dabei ein Dreifaches festzuhalten, indem eine zweckmäßige Ordnung oder Folge der Teile eines Aufsatzes naturgemäß, d. h. dem natürlichen Verhältnisse der Teile entsprechend, logisch richtig, d. h. nach dem wesentlichen Inhalte der Teile geregelt, psychologisch angemessen, d. h. dem beabsichtigten Eindrücke auf den Leser angepaßt sein muß (s. Fr. 241 ff.). 164. Wie verhalten sich diese drei Merkmale einer zweckmäßigen Ordnung der Teile zu einander? Sie müssen alle drei stets festgehalten werden, obwohl bei den einzelnen Aufsätzen bald der eine, bald der andere vorzugsweise in Frage kommt. Das allgemeine Verhältnis der drei Merkmale zu einander ist in ihrer Reihenfolge gegeben, also fragt man zuerst, ob eine beziehliche Folge der Teile naturgemäß, dann, ob sie logisch richtig, endlich, ob sie psychologisch angemessen ist. 165. Wie zeigt sich solches bei einem historischen Thema? Bei einem historischen Thema giebt die Zeitfolge der einzelnen Ereignisse im allgemeinen die naturgemäße, folglich auch zweckmäßige Folge der Teile; aber in einzelnen Fällen kann es psychologisch angemessener sein, diese naturgemäße Folge aufzugeben und einem einzelnen Faktum einen früheren Platz anzuweisen, als ihm der Zeitfolge nach zukommt. Es liegt z. B. das historische Thema: „Folgen der Schlacht von Hastings sür England"' vor uns. Dabei kann es richtig sein, die schließliche Folge den vorhergehenden Folgen im Aussatze voranzuschicken, damit der Leser von Anfang an zum rechten Verständnisse der einzelnen auseinander hervorgehenden Folgen das endliche Ziel vor Augen habe, denn das klare Verständnis des Endziels war der Hauptzweck. 166. Wie zeigt sich solches bei einem logischen Thema? Bei einem logischen Thema giebt das synthetische Verhältnis der einzelnen Teile, d. h. wie einer sich aus dem 6V Zweiter Teil. Disposition. andern entwickelte, im allgemeinen die logisch richtige, folglich auch zweckmäßige Folge der Teile, wonach z. B. die Darlegung den ersten, die Beweisführung den zweiten, die Anwendung den dritten Platz einnimmt. Allein im einzelnen Falle kann es psychologisch angemessener sein, diese logisch richtige Folge aufzugeben und einem einzelnen einen früheren Platz anzuweisen, als ihm der Synthesis nach zukommt. Es liegt z. B. das logische Thema vor: „Warum haftet Aberglaube oft fester, denn wahrer Glaube?" Da kann es richtig sein, der schließlichen Anwendung den ersten Platz anzuweisen, weil durch dieselbe das Interesse am Aufsätze so lebendig angespannt wird, daß der Leser der Darlegung und Beweisführung mit genügender Lebhaftigkeit folgt. 167. Woraus erklärt es sich, daß die zwei ersten Merkmale in vielen einzelnen Fällen vor dem dritten zurücktreten müssen? Weil die genannten zwei Arten der Themata nicht leicht gänzlich getrennt, sondern mehr oder minder vermischt Vorkommen, und weil diese Vermischung von dem Verhältnisse unseres Denkens zu demjenigen, welches demselben historisch gegeben wird, abhängt, mithin auch die psychologische Angemessenheit in den Vordergrund tritt. Bei einer relativ rein historischen Schilderung, z. B. „der Kreuzzüge", „des Dreißigjährigen Krieges" rc., wird eine die Zeitsolge unterbrechende Ordnung der Teile sich schwerlich rechtfertigen lassen. Ebenso wird bei einer relativ rein logischen Darlegung oder Beschreibung eines Begriffes, z. B. „der Wohlthätigkeit", „der Wahrbastigkeit" rc., eine die Synthesis unterbrechende Ordnung der Teile sich schwerlich rechtfertigen lassen. Aber bei einem gemischten Thema, wohin die große Mehrzahl der Themata gehört, tritt notwendig die Zweckmäßigkeit der Folge der Teile in den Vordergrund. So bei dem Thema: „Besonnenheit und Begeisterung, die Mütter großer Thaten!" oder: „Kann nian niit Recht behaupten, daß die alten Griechen und Römer mehr Patriotismus hatten als wir?" u. dergl. m. o) Füiiste Regel. 168. Wie lautet die fünfte praktische Dispositionsregel? „Behandle in der Disposition jeden einzelnen Teil als ein für sich bestehendes Thema!" Zweites Kapitel. Innerliches Zurechtlcgcn des gesammelten Stoffes. 61 169. Weshalb wird dieser Tispositionsregcl ausdrücklich das Merkmal „in der Disposition" hinziigesiigt? Weil, wie wir sehen werden, diese fünfte Dispositionsregel sich dadurch wesentlich von den übrigen unterscheidet, daß sie in der Komposition völlig beseitigt werden muß. 170. Worin liegt die Notwendigkeit dieser fünstcn Regel begründet? Die Notwendigkeit dieser fünften praktischen Dispositionsregel ergiebt sich daraus, daß ein Aufsatz, bei dessen Disposition dieselbe nicht beobachtet wurde, schwerlich vor einem wesentlichen Fehler, dem der „Einseitigkeit", bewahrt bleibt. 171. Wie erklärt sich solches? Wenn bei der Feststellung des Weges, welcher in der Komposition bei der Ausführung der einzelnen Teile zu befolgen ist, an den Inhalt der Teile stets nur in Beziehung auf ihre Zugehörigkeit zu dem vorliegenden Thema gedacht wird, so wird es schwerlich vermieden, daß dieselben nur von dieser einen Seite her, also „einseitig," aufgefaßt und bestimmt werden und daher auch nur „einseitig" ausgeführt werden. Wenn wir z. B. bei dem Entwürfe einer Disposition über das Thema: „Es bildet ein Talent sich in der Stille, sich ein Charakter in dem Strom der Welt!" die Darlegung der Begriffe „Charakter" und „Talent" nur in Beziehung aufeinander und nicht in ihrem allgemeinen Wesen festhalten, so ist die Einseitigkeit des Aufsatzes unvermeidlich. 172. Wie weit erstreckt sich die Gültigkeit dieser fünften Praktischen Dispositionsrcgel? Wie schon (Fr. 169) angedeutet wurde, nur über die Disposition, nicht über die Komposition. Vielmehr muß dieselbe während der Abfassung sorgsam beseitigt werden; denn wie das Uebersehen dieser Regel während der Disposition in die Gefahr der Einseitigkeit führt, so bringt das Festhalten derselben während der Komposition in die Gefahr, daß die notwendige Einheit des Aufsatzes zerrissen wird. Was in dieser Beziehung zu beobachten ist, das zeigt sich an den betreffenden Stellen im dritten Teile. 62 Zweiter Teil. Disposition. t> Sechste Kegel. 173. Wie lautet die sechste Praktische Tispositionsrcgel? „Bis zur Wirklichkeit führe die Disposition hinunter!" 174. Worin liegt die Notwendigkeit dieser sechsten praktischen Dispositionsregcl? Darin, daß die Disposition dem Verfasser bei der wirklichen Ausführung seines Aufsatzes helfen soll, daß es sich hierbei also handelt um das ihm wirklich Gegebene, daß mithin die höher liegenden, oder die allgemeinen Teile wohl zur allgemeinen Regelung, aber nicht zur wirklichen und speziellen Anwendung des gesammelten Stoffes dienen. 175. Woran erkennen wir denn, ob eine Disposition tief genug hinabgesiihrt ist? Daran, ob das in dem letzten Gliede Gegebene in unserm Gedächtnisse lebt, oder in unserm Merkbuche sich findet. 176. Läßt sich darüber eine objektive Regel feststellen? Nein! denn Gedächtnis und Merkbuch sind eben Eigentum des einzelnen Subjekts, mithin der objektiven Bestimmung entzogen. 177. Wie verhält sich demnach die Disposition zu dem Verfasser des Aufsatzes? Sie hat, was ihre Ausführung im einzelnen betrifft, obschon sie allgemeinen, als in den gegebenen Gegenständen liegenden, Regeln folgen muß, doch nur für den Verfasser selbst, also nur subjektive Bedeutung. 178. Inwiefern kann dennoch auch das Ausarbeiten nach einer fremden Disposition von Nutzen sein? Als llebungsarbeit, indem es uns, auch abgesehen von dem allgemeinen Nutzen jedes Arbeitens nach Mustern, ein wesentliches Hilfsmittel für das eigne Klarwerden ist, wenn wir genötigt sind, uns in den geregelten Gedankengang eines andern hineinzuversetzen. Zweites Kapitel. Innerliches Zurechtlegen des gesammelten Stoffes. 63 179. Woran erkennt man cs während der Komposition, wenn die Disposition nicht weit genug hinabgesiihrt wurde? Daran, daß der Fortschritt der Ausarbeitung stockt, indem man zweifelhaft ist, zu welchem Stoffe man nunmehr zu greifen habe. 180. Wie verhält sich demgemäß die hinabgefiihrtc oder spezielle Ausführung der Disposition zu der fortschreitenden Fertigkeit? Je größere Fertigkeit wir durch fortgesetzte Hebung in der Ausarbeitung schriftlicher Aufsätze erlangen, um desto weniger thut es uns not, den Weg, welchem wir zu folgen haben, im einzelnen im voraus uns selbst vorzuzeichneu. Also ist die Notwendigkeit der Ausführung einer Disposition in das einzelne hinein als eine mit der fortschreitenden Hebung und Fertigkeit abnehmende anzusehen. Z) Anbeute Kegel. 181. Welche siebente praktische Regel ergiebt sich uns daraus? „Arbeite während deiner Uebungszeit deine Dispositionen stets sorgsamst aus!" Namentlich für die Schularbeiten ist es eine unerläßliche Forderung, daß kein deutscher Aufsatz irgend einer Art ohne vorhergegangene sorgsame Ausarbeitung der Disposition begonnen werden darf. Wenn solches in den Schulen „sehr oft", ja „meistens" versäumt wird, so liegt das meistenteils darin, daß die „freien Aufsätze" gestattet oder verlangt werden, bevor die notwendigen Stufen der „Wiedererzählung" (s. Fr. 11 und 12) durchgeniacht sind, und daß man deutsche Aufsätze verlangt, ohne eine Anleitung zur Ausarbeitung derselben gegeben zu haben. 182. Was sind die Folgen der Nichtachtung dieser Regel? Daß die Schüler während der Schulzeit entweder „Worte machen" anstatt „Aufsätze schreiben", oder daß sie die „Aufsatzstunde", welche ihnen notwendig sehr lieb sein muß, weil sie ihnen Gelegenheit giebt, vor andern und vor sich selbst ihre bisher erlangte Kraft und Fertigkeit zu prüfen, als eine zwiefache Last ansehen, je mehr sie ihre häusliche Anstrengung beansprucht, und daß die entlassenen Schüler nach der Schul- 64 Zweiter Teil. Disposition. zeit gerade dann der Hilfe der Schule entbehren, wenn sie ihnen am meisten notthnt. 183. Wie kann die Schule, und auch jeder sich selbst, in der Ausarbeitung von Dispositionen sich üben? Am einfachsten dadurch, daß man dazu auffordert, einen geebneten Weg so lange zu verfolgen, bis man selbst gelernt hat, denselben anzulegen und zu ebnen: d. h. dadurch, daß man in ausgearbeiteten Musteraufsätzen in das einzelne hinein die zu Grunde liegenden Dispositionen aufsucht und aufstellt, bis man selbst eine solche auszuführen gelernt hat. 184. Welchen zwiefachen Nutzen gewährt ein solches Verfahren? Ein solches Rückwärtsdisponieren gewährt zugleich den nicht leicht zu hoch anzuschlagenden Vorteil, daß man nicht nur selbst einen schriftlichen Aufsatz mit Bewußtsein aus- znarbeiten, sondern auch fremde Aufsätze, welche man hört oder liest, vollkommen zu verstehen lernt. Es klagten mehrere junge Männer, deren Klage eben davon Zeugnis ablegte, daß sie im übrigen gut vorgeschritten waren, daß es ihnen nicht gelingen wolle, im Anhören einer Predigt so vollständig zu folgen, daß sie einen bleibenden Nutzen davon hätten, obschon sie die Ursache davon in sich selbst und nicht in der Ausarbeitung der Predigt suchen zu müssen glaubten. Dieser Mangel sei ihnen um so drückender, weil sie wüßten, daß es später ihre Aufgabe sein werde, die gehörte Sonntagspredigt in einer Montagsstunde mit Kindern durchzugehen. Es wurde die Anordnung getroffen, daß die betreffenden jungen Männer aus einer Reihe von Musterpredigten die zu Grunde liegenden Dispositionen vollständig, d. h. in das einzelne hinab aussuchen und, im logischen Schema geordnet, ausstellen mußten, und die frühere Klage verstummte nicht nur, sondern verwandelte sich in das Gegenteil. ll) vir Einleitung. 185. Welche Bedeutung und Aufgabe hat in einem schriftlichen Aussätze die Einleitung? Die Bedeutung und Aufgabe einer Einleitung in einem schriftlichen Aufsatze zeigt sich uns, wenn wir uns wiederum Zweites Kapitel. Innerliches Zurechtlegen des- gesammelten Stoffes. 65 daran erinnern (s. Fr. 4), daß ein schriftlicher Aufsatz im allgemeinen nur die Aufgabe hat, einen mündlichen Vortrag künstlich zu ersetzen. Demgemäß hat jede Einleitung in einem Aufsatze die allgemeine Aufgabe, in dem Gcmüte des Lesers diejenige Stimmung hervorzurufen, welche zur Erreichung des beabsichtigten Zweckes erforderlich ist. 186. Auf wie vieles kommt es demnach im allgemeinen bei der Einleitung an? Auf zweierlei, nämlich auf den Inhalt des Themas und auf die im Gemüte des Lesers vorauszusetzende Stimmung; aber beides führt sich wiederum auf eins zurück, nämlich auf die Stimmung des Lesers dem im Aufsatze vorgelegten Thema gegenüber. 187. Wonach muß also bei der Disposition zu der Einleitung gefragt werden? Zuerst: „Von welcher Beschaffenheit ist das Thema?" und zweitens: „Welche Stimmung muß im Leser, oder Publikum, dem Thema gegenüber vorausgesetzt werden?" 188. Wann kann demgemäß bei dem Entwürfe einer Disposition die Disposition zu der Einleitung vorgenommen werden? Erst dann, wenn die Disposition im übrigen vollendet ist, weil man erst dann den Inhalt des Themas so vollständig und klar übersieht, wie es zur Beantwortung der (Fr. 187) gestellten Fragen erforderlich ist. 189. Wie verhält sich in dieser Beziehung die Disposition zu der Komposition? Bei der Abfassung des Aufsatzes selbst gebührt der Einleitung der ihr wesentlich angehörende Platz im Anfänge des Aufsatzes, weil sie eben ein wesentlicher Teil des Aufsatzes ist und der Verfasser nur dann hoffen kann, den Leser durch die Einleitung in die gewünschte Stimmung hineinversetzt zu sehen, wenn er sich selbst bei der Abfassung derselben in jene Stimmung hineinversetzte. Leben erzeugt sich nur aus Leben! Es ist daher ein notwendiges Erfordernis, Michelsen, Stilistik. S. Aust. s 66 Zweiter Teil. Disposition. daß der Schreibende dasjenige Gefühl, welches er durch seinen Aufsatz im Leser Hervorrufen will, selbst vorauf fühlt. Allerdings ist es eine bekannte Thatsache, daß der Verfasser eines Buches die „Vorrede" in der Regel erst zuletzt schreibt, oft erst dann, wenn sein Buch bereits gedruckt vor ihm liegt. Aber die Vorrede ist auch kein wesentlicher Teil des Buches, indem der Verfasser sich in derselben selbst als Leser seinem Buche gegenüberstellt, weil er den übrigen Lesern den Standpunkt anzugeben wünscht, auf welchem er bei der Abfassung seines Buches stand. 190. Woraus ergeben sich die einzelnen für den Entwurf zu der Disposition einer Einleitung nötigen Regeln? Wir könnten sagen, die einzelnen Regeln, nach denen eine Disposition einer Einleitung zu entwerfen sei, müßten zwiefacher Art sein, indem sie entweder aus der besondern Beschaffenheit des Themas, oder des Lesers herzuleiten seien. Aber wir haben (s. Fr. 185) gesehen, daß diese objektive und subjektive Beziehung in der Anwendung sich vereinigen, und so läßt uns die eine Frage: „In welcher Weise haben wir in dem Leser die dem vorliegenden Thema entsprechende günstige Stimmung hervorzurufen?" die nötigen einzelnen Regeln finden. 191. Welche einzelnen Regeln ergeben sich ans dieser Frage? Eine dreifache Antwort auf jene Frage ist möglich, indem ein dreifacher Fall möglich ist. Es findet sich nämlich entweder in dem Leser eine Mißstimmung gegen das Thema, oder eine Gleichgültigkeit, oder eine Geneigtheit, die aber noch eine Verstärkung wünschenswert macht. 192. Wie lautet demnach die erste Regel? „Entferne durch die Einleitung die etwaige Mißstimmung, welche in dem Leser die günstige Aufnahme deines Aufsatzes hindert!" 193. Unter welchen Bedingungen ist eine solche Mißstimmung anzunehmen? Eine solche Mißstimmung kann wiederum entweder aus objektiven Gründen, d. h. um des Themas willen, oder aus Zweites Kapitel. Innerliches Zurechtlegen des gesammelten Stoffes. 67 subjektiven Gründen, d. h. NM des Lesers willen, vorauszusetzen sein und muß durch die Einleitung je nach ihrer besondern Art bekämpft werden. 194. Welche objektiven Gründe der Mißstimmung gegen ein Thema lassen sich voraussctzen, und wie sind dieselben zu beseitigen? Es kann der Fall vorliegen, daß ein Thema durch seine Form oder durch seinen Inhalt als Mißstimmung gegen seine Darstellung hervorrufend angesehen werden muß. Im ersteren Falle muß aus der Form, im letzteren aus dem Inhalte dasjenige, wodurch die Mißstimmung hervorgerufen wird, wenn auch nicht beseitigt, so doch erschüttert werden. Es kann z. B. ein Thema durch seine Form paradox sein, d. h. der gewöhnlichen Meinung entgegen, und dadurch Mißstimmung Hervorrufen. In diesem Falle ist durch die Einleitung die paradoxe Form insoweit auszulösen, daß in dem Leser Zweifel an der Richtigkeit der gewöhnlichen Meinung angeregt werden. Z. B. Thema: „Nur der Gehorsam ist frei!" Einleitung: „Was ist Gehorsam?" Oder es kann z. B. der Inhalt eines Themas trivial, d. h. so vielfach schon besprochen sein, daß eine Mißstimmung gegen ein ferneres Besprechen nahe liegt. Dann ist durch die Einleitung auf irgend eine gewöhnlich übersehene Beziehung hinzuweisen. Z. B. Thema: „Nutzen der Buchdruckerkunst". Einleitung: „Allgemeines Verhältnis der jetzigen Schulmethode zu der früheren" u. dergl. 195. Weshalb wurde behauptet, cs dürse der Grund der Mißstimmung durch die Einleitung zwar wohl erschüttert, aber nicht beseitigt werden? Wenn die Einleitung den Grund der vorauszusetzenden Mißstimmung vollständig beseitigt, so wirkt sie gegen ihren eignen Zweck, indem sie alsdann der Darstellung eine wesentliche Aufgabe vorwegnimmt, mithin dieselbe als überflüssig erscheinen läßt. Und dennoch ist gerade in diesem Mißgriffe der Einleitung sehr oft der Grund zu suchen, weshalb es einer Darstellung nicht gelingen will, ein lebhaftes Interesse für sich zu erringen. Wenn man z. B. bei der Darstellung des Themas: „Nur der Gehorsam ist frei!" (s. Fr. 194) in der Einleitung nachweist, wie die Begriffe „Gehorsam" und „Freiheit" sich in höherer Auffassung 68 Zweiter Teil. Disposition. decken, so ist die wesentlichste Aufgabe des ganzen Aufsatzes erfüllt und damit dem Leser das wirksamste Motiv zum Weiterlesen genommen. 196. Welche subjektiven Gründe der Mißstimmung gegen ein Thema können vorliegcu, und wie sind dieselben durch die Einleitung zu beseitigen? Die möglichen subjektiven Gründe der Mißstimmung gegen ein Thema erstrecken sich ebensoweit, als sich die Verschiedenheit der Subjekte erstreckt, welche Leser eines Aufsatzes sein können, weshalb eine spezielle Regelangabe hier nicht möglich ist. 197. Welche Regel ist indes stets wicderkehrend festzuhaltcn? Daß man sich, wie überhaupt, so besonders für die Disposition der Einleitung ein möglichst klares und bestimmtes Bild von der subjektiven Beziehung des Lesers oder Publikums zu einem Aufsatze feststellt, um demgemäß wie die Form des ganzen Aufsatzes, so namentlich die Haltung der Einleitung bestimmen zu können. Wenn man z. B. über irgend eine das Rohmaterial und dessen industrielle Bearbeitung betreffende Frage entweder in einer landwirtschaftlichen Zeitung, oder in einer Gewerbe-Zeitung, oder vielleicht in der „Illustrieren Zeitung" eine Darstellung erscheinen lassen wollte, so würde bei dem vorauszusetzenden subjektiv verschiedenen Publikum nicht nur die ganze Haltung des Aufsatzes, sondern namentlich die Einleitung eine wesentlich verschiedene sein müssen. 198. Wie lautet nach Fr. 191 die zweite Regel? „Bekämpfe durch die Einleitung die etwaige Gleichgültigkeit, welche in dem Leser die günstige Aufnahme deines Aufsatzes hindert!" 199. Wie verhält sich diese zweite Regel zu der ersten? Wie ein Kampf gegen negativen zu einem Kampfe gegen positiven Widerstand, welcher doppelte Kamps stets in manchen wesentlichen Punkten übereinstimmt. Zweites Kapitel. Innerliches Zurechtlcgen des gesammelten Stoffes. 69 20V. Welche von diesen beiden Regeln ist schwerer zu erfüllen? Jedenfalls diese zweite Regel, weil es jedesmal leichter ist, ein geistiges Interesse auf eine andere Bahn zu bringen, als dasselbe hervorzurufen, wo es nicht ist. 201. Unter welchen Umständen ist eine zu bekämpfende Gleichgültigkeit des Lesers anzunehmcn? Wie wir der möglicherweise zu bekämpfenden Mißstimmung gegenüber (Fr. 193) objektive, d. h. im Thema liegende, und subjektive, d. h. im Leser liegende, Gründe unterschieden, so muß hier dieselbe Unterscheidung zur Feststellung des klaren Verständnisses sestgehalten werden, obschon es sich auch hier zeigt, daß in den einzelnen Fällen beide Arten von Gründen meistens Zusammenwirken. 202. Welche objektiven Gründe der Gleichgültigkeit gegen ein Thema lassen sich voraussetzen, und wie sind dieselben zu beseitigen? Unter den objektiven Gründen der Gleichgültigkeit gegen ein Thema treten besonders hervor, daß ein Gegenstand an sich selbst so klar sei, oder doch zu sein scheinen kann, daß derselbe einer ferneren Besprechung nicht zu bedürfen scheint; oder so unpraktisch, daß eine eingehende Besprechung von keinem Interesse zu sein scheint. 203. Auf welche Weise kann die Einleitung in beiden Fällen bemüht sein, das fehlende Interesse zu wecken? Dadurch, daß sie Fragen anregt, durch welche das angenommene volle Verständnis des Themas zweifelhaft wird, oder durch welche eine wesentliche praktische Beziehung desselben hervortritt. Wenn z. B. das Thema: „Inwiefern hat der Mensch Einfluß auf sein Schicksal?" gegeben wäre, so könnte leicht sein, daß man annehmen müßte, das bezügliche Publikum halte diese Frage für hinlänglich in sich selbst klar, also für keiner fernem Besprechung bedürftig. Alsdann könnte etwa die in der Einleitung aufgeworfene Frage: „Wer hat uns die Wahl unseres Berufs bestimmt? Unsere Eltern, wir selbst, unsere Gespielen, oder ein anderer, zufälliger Umstand?" uns zweifelhaft machen, ob wir auch wirklich ins einzelne hinein über unfern Einfluß aus unser Schicksal nachgedacht haben. 70 Zweiter Teil. Disposition. Oder wenn das Thema vorläge: „Schilderung der Gracchen und ihrer Zeit!" so dürste dieses Thema manchem Publikum gegenüber als völlig unpraktisch erscheinen. Allein eine einleitende Frage hinsichtlich der Beziehung der Staatsdomänen zur Prosperität eines Landes könnte dem bezeichneten Publikum es vorführen, wie die betreffende Schilderung gerade zeitgemäß, mithin recht treffend praktisch sei. 204. Weshalb wurde aber crgicbt sich für die Disposition der Einleitung? bb) „Der Einleitung fehle nie ein praktisches Element!" Interesse ist Leben, Leben erzeugt sich nur aus Leben, d. h, aus der Praxis: also wird eine rein abstrakte Einleitung ihrem Zwecke nicht genügen können. Es liegt auf der Hand, daß diese Regel um so mehr hervortritt, je geneigter das Publikum nach seiner Subjektivität ist, in dem Thema selbst eine rein abstrakte Aufgabe zu sehen. Das Thema lautet z. B,: „Unterricht in der Botanik!" Das Publikum sei ein landwirtschaftliches, oder ein bäuerisches im weitern Sinne, Da könnte die Einleitung z, B, die Frage auswersen: „An welchen Kennzeichen ist cs wahrzunebmen, ob zum Mähen einer Zweites Kapitel. Innerliches Zurechllegen des gesammelten Stoffes. 73 Wiese der rechte Augenblick gekommen ist?" Die Beantwortung der Frage bliebe dein Fortgange des Aufsatzes überlassen, könnte aber selbst den der theoretischen Landwirtschaft entschieden abgeneigten praktischen Landmann zum Weiterlesen veranlassen, hätte also die Aufgabe der Einleitung vollständig erfüllt. 213. Welche dritte rein subjektive Regel ) bei Plänen für die Zukunft. Schluß. „Sage mir, mit wem du umgehst, und ich will dir sagen, wer du bist!" 253. Wie gestaltet sich die vorstehende Disposition als „zusammenhängender Entwurf" ? Wir sahen (Fr. 139ff., Fr. 227—245), daß es bei der Anwendung der Disposition für die Komposition, damit dieselbe nicht „eckig" würde, und damit die Uebergänge von einem Teile zu dem nachfolgenden sich leicht fänden, oft ratsam wäre, eine Disposition zuerst durch Wegwischung Zweites Kapitel. Innerliches Znrechtlegen des gesammelten Stoffes. 85 der schematischen Form als „zusammenhängenden Entwurf" niederzuschreiben. Demnach wurde die vorstehende Disposition etwa lauten: „Wer fest zu stehen glaubt, befindet sich in der gefährlichsten Selbsttäuschung!" — und es kann solches nie genug bedacht werden dein Spruche gegenüber: „Böse Gesellschaften verderben gute Sitten!" Unser Seelenleben ist einem steten Wechsel unterworfen, und zwar sowohl durch dasjenige, was ans dasselbe einwirkt, als durch dasjenige, was ans demselben hervorgeht. Was in unserm Seelenleben das Bleibende ist, das nennen wir unfern Charakter, welcher sich sowohl zeigt durch die Art, wie wir Eindrücke ausnehmen, als durch die Art, wie wir Entschlüsse fassen. Wie bildet sich unser Charakter? Durch den Wechsel unseres Seelenlebens, und zwar sowohl ohne unser Wissen, als mit unserem Wissen. Also ist der Einfluß des Umganges mit Bösen auf die Gestaltung unseres eigenen Seelenlebens unvermeidlich, und zwar sowohl in unserem eigenen Bewußtsein, wie es sich gestaltet nach innen herein und nach außen hinaus; sowie auch in dem Urteile, das wir fällen, sei es über uns selbst, sei es über andere; wie endlich auch in unseren Willensentschlüsscn, in dem, was wir thnn, und in dem, was wir unterlassen. Diese Wahrnehmung bestätigt sich nicht minder in unseren Erfahrungen, sowohl in den allgemeinen an uns selbst und an anderen, wie in einzelnen Erfahrungen. Wir finden es bestätigt in den Erfahrungen an uns selbst, nämlich in unserem allgemeinen Verhalten, sowohl in Freuden, als auch in Leiden, und auch in den Stunden der Selbstprüfung, mögen dieselben uns von außen her aufgeuötigt werden, oder mögen wir sie erleben durch freiwilligen eigenen Entschluß. Wir finden aber dieselbe Bestätigung in den Erfahrungen, die wir an anderen machen; und zwar sowohl in der Art ihres eigenen Wesens, wie in ihren: Verhalten gegen andere. Wir finden endlich dieselbe Bestätigung in einzelnen Wahrnehmungen, denn jeder ist zum Nachahmen geneigt, daher ahmt das Kind den Erwachsenen, der Arme den Wohlhabenden, der Niedere den Höheren nach, und besonders wird die Neigung zum Nachahmen des Bösen befördert durch das lockende Bild des Bösen, wie durch den zurück- schreckendeu Ernst des Guten, wie beides uns entgegentritt in dem äußeren Wesen und in den scheinbaren Folgen. Was fordert solche Wahrnehmung von uns? Vorsicht in der Wahl unseres Umganges! Vorsicht während unserer Jugend, und zwar sowohl im täglichen Umgänge, wie in den Stunden der Erheiterung; Vorsicht in unseren männlichen Jahren, und zwar in unserem allgemeinen Geschäftsverkehre, wie namentlich bei besonderen Veranlassungen; sowohl solchen, welche im täglichen Lause des 86 Zweiter Teil. Disposition. Zweites Kapitel. Zurechtlcgen des Stoffes. Geschäftslebens uns entgegentreten, wie in einzelnen Fällen des Lebensgenusses, als auch solchen, welche bei Plänen der Zukunft an uns herantreten. 254. Woran müssen wir uns solchen Dispositionen gegenüber stets erinnern? Daß unser Aufsatz zwar für fremde Leser bestimmt ist, die Disposition dagegen nur für uns selbst, daß mithin ihre Form und ihre spezielle Ausführung genügend ist, sobald sie nns selbst genügt. 255. Woran erkennen wir es, wenn eine Disposition von uns nicht genügend ausgearbeitet war? Daran, daß wir an der Stelle, wo sie ungenügend war, im raschen Fortgange der Komposition stocken. 256. Was ist in einem solchen Falle zu thun? Es muß die Disposition an der betreffenden Stelle genauer ausgearbeitet oder spezieller ausgeführt werden. Nehmen wir z. B. an, daß wir in der Komposition des in Fr. 2ü2 disponierten Themas stockten bei II. n; dann wäre das betreffende n etwa, wie folgt, weiter zu disponieren: :ri im täglichen Verkehre, denn: nn) wo derselbe im Umgänge mit Bosen zu vermeiden ist, da werde er vermieden, im Zusammenwohnen, /S) im Zusammenlerncn; Pb) wo er nicht zu vermeiden ist, da werde er möglichst beschränkt durch ruhiges Zurückziehen, /S) durch ernstes Zurückweiseu. 257. Worauf muß der Katechismus zur Abfassung schriftlicher Aussätze schließlich verweisen? Unser Katechismus kann keine Stoffsammlung zu stilistischen Hebungen sein; er muß daher für das Rückwärtsdisponiercn auf die vielfachen Sammlungen von Musteraufsätzen, und, insofern mehrfache Beispiele des Vorwärtsdisponierens gewünscht werden, auf die vorhandenen „Stoffsammlungen zu stilistischen Hebungen" verweisen, obgleich er, besonders in Beziehung auf letztere, oft ihre mehrseitige Mangelhaftigkeit, namentlich an Methode, nicht verkennt. Dritter Teil. Komposition. Aufgabe der Lompolition oder drr Ausarbeitung des gesammelten und geordneten Stoffes. 258. Was bedeutet der Ausdruck „Komposition"? „(lompositio" bedeutet „Iusammeuseven" und bezeichnet in der Stillehre diejenige Thätigkeit, durch welche bei der Ausarbeitung schriftlicher Aufsätze dasjenige, was zu dem beziehlichen Zwecke als Stoff im einzelnen gesammelt und daun äußerlich und innerlich zurechtgelegt ist, wiederum zu einem lebendigen Ganzen vereinigt wird. 259. Wie verhält sich die Komposition zu der Invention und zu der Disposition? Rückwärts blickend ergiebt sich uns hier als Antwort die praktische Regel: „Ohne ausreichende Invention und ohne genügende Disposition erwarte kein Gelingen der Komposition!" Diese Regel gilt ebensosehr für andere, wie für uns selbst. Wenn z. B. in der Schule Themata zu Aufsätzen gegeben werden, welche irgendwie als „freie Aufsätze" anzusehen sind, ohne daß eine ausreichende Anleitung zur Invention und Disposition vorherging oder mitfolgte, so wird ein „guter" Aussatz nicht erwartet werden können, weil es auch dein talentvollsten Schüler notthut, daß er mit Bewußtsein arbeitet. Für die vollständige Aufrechthaltung der 88 Dritter Teil. Kompositimt, Regel in einzelnen Schulen, nach welcher, wenn ein Thema zum „freien Aufsatze" aufgegeben ist, ohne Ausnahme zuvor die Disposition vorgezeigt werden muß (aber freilich nicht ohne Not geändert wird), sind die Schüler im späteren Leben ihrem Lehrer zwiefach dankbar. 26V. Welche Arten von Kompositionsregeln sind zu unterscheiden? Zwei Arten, nämlich allgemeine Kompositionsregeln, welche bei der Abfassung jedes schriftlichen Aufsatzes ohne Ausnahme in Anwendung kommen, und besondere Kompositionsregeln, welche Anleitung geben bei der Abfassung einzelner Arten von Aufsätzen. Erstes Kapikrl. Ällgrmrint Krgrl» brr Komposition. u) Erste lieget. 261. Wie lautet die erste allgemeine Kompositionsregel? „Lies oft und laut gut geschriebene Musteraufsätze!" 262. Worin ist diese erste allgemeine Kompositionsregel begründet? Die Sprache ist kein Kunstwerk der Menschen, sondern ein natürlicher, jedem durch das Geschick seines Volkes zugefallener Organismus; eben deshalb ist die unmittelbare Sprechübung der direkte Weg der Spracherlernuug (s. Sprachlehre, Einleitung). Es geht dieser natürliche Weg der Spracherlernung auch insoweit auf die Schrift als die künstliche Darstellung des Gesprochenen über, als es sich um die innere Befähigung zu derselben handelt, denn diese besteht eben in der sprachlichen Entwickelung des Schreibenden. Daß dabei „gut geschriebene Musterstücke" als Uebungsobjekte festzuhalten sind, liegt auf der Hand, indem man dem endlichen Ziele nur durch lebendige Anschauung desjenigen, was sich auf dem Wege dahin findet, näherkommen kann. Erstes Kapitel. Allgemeine Regel» der Komposition. 89 263. Weshalb verlangte die Regel nicht mir ei» hiinfiges, sondern auch ein „lautes" Lesen? Weil eben das Vorwärlskommen auf dem natürlichen Wege in Frage steht, weshalb wir uns das Geschriebene wiederum selbst als ein Gesprochenes vorführen müssen, um zu einem vollen und ganzen Erleben desselben zu gelangen. 264. Worin tritt uns die Bedeutung des Lautlescns besonders entgegen? Darin, daß es jedem sofort klar wird, daß das Lantlesen erst dann, wenn es zum „Vorlesen" wird, d. h. wenn cs mit dem lebendigen und vollen Bewußtsein des mündlichen Vortrages geschieht, den betreffenden Aufsatz voll und ganz vor uns hinführt. Die bildende Kraft des Vorlesens wird noch lange nicht hoch genug angeschlagen. Ich könnte eine Reihe von Beispielen namhaft machen, wo Männer sich später durch ihren schönen Stil auszeichneten und selbst das Gefühl davon hatten, daß sie hauptsächlich durch vieles Vorlesen guter Musterstücke während ihrer Jugend dabiugelangt waren. b) Zweite llcgel. 265. Wie lautet die zweite allgemeine Kompositionsregel? „Uebe dich im Wiedererzählen, bis du selbst zu erzählen gelernt hast!" 266. Wie begründet sich diese zweite allgemeine Kompositionsregel? Es ist der jeder Kunstentwickelung von der Natur vorgeschriebene Weg, daß die natürliche Anlage im Nachbilden gegebener Muster zur Fertigkeit sich entwickeln muß, bis sie allmählich zu eigenen Produktionen erstarkt. Wenn die Befähigung zu eigenen Stilproduktioucn viel schneller erlangt zu werden scheint, als dieselbe Befähigung in anderen Künsten, z. B. in der Malerei, oder in der Musik, so erklärt sich dies einfach daraus, daß die sprachliche Begabung mit dem Denken so wesentlich verbunden ist ss. Sprachlehre Fr. 3 ff.,, daß ihre Nebung von Kindheit an unausgesetzt fortgesetzt wird. Daher zeigt sich, wenn später die mechanische Fertigkeit des Schreibens erlangt 90 Dritter Teil. Komposition. ist, sofort eine relative Befähigung zum eigenen Schreiben, und es kommt zuvorderst besonders darauf au, daß das Bewußtsein der Befähigung geweckt wird. 267. Wo ist die Grenze der Uelmng im Wiedererzahlen zu setzen? Aus der wesentlichen Verbindung des Sprechens und Denkens erklärt es sich ferner, daß jeder einzelne zwar dem Sprachgebrauche sich fügen muß (s. Sprachlehre Fr. 14,15), aber doch, wenn er sich zu einer wirklichen geistigen Persönlichkeit entwickelte, auch einen ihm eigentümlichen Stil, d. h. sprachliche Art des Ausdrucks, hat. Der Stil soll, wie wir Fr. 35 schon andeuteten, angemessen sein sowohl der dargestellten Sache als auch dem Geiste und Charakter des Darstellenden. Der Stil hat eine sachgemäße (objektive) und eine charaktervolle (subjektive) Seite. Wer bloß eine Sache gewandt darzustellen weiß, ohne daß dabei sein Charakter zum Vorschein kommt, besitzt eine Fertigkeit, aber er hat keinen Stil. Wer in seiner Darstellung nur seinen Charakter zum Vorschein bringt, ohne daß dabei der Inhalt der Sache zu seinem Rechte kommt, hat ebenso wenig Stil. Denn wer alles nach seiner Form behandelt, hat eine Manier, und jede Manier ist so einseitig, wie anderseits die von außen her aufgezwungene Dressur. Wenn also das Wiedererzühlen über den angegebenen Zweck hinaus stets fortgesetzt wird, so kann die freie Entwickelung des eigenen Stils dadurch in Gefahr gesetzt werden. Es ist bekannt, daß die Volksstimme geneigt ist, über den moralischen Charakter von Schauspielern hart zu urteilen. In solchem Urteile liegt, so ungerecht eS im einzelnen Falle auch sein kann, jedenfalls die Wahrheit, daß auch die freie Entwickelung eines moralischen Charakters dadurch gefährdet wird, wenn jemand immer wieder sich aufgefordert sieht, einen fremden moralischen Charakter an seiner eigenen Persönlichkeit darzustelleu. 268. Weshalb liegt aber diese Grenze des Wicdererziihlciis weit hinaus? Weil es sich um die Entwickelung des eigentümlichen Stils erst dann handelt, wenn die Entwickelung der geistigen Erstes Kapitel. Allgemeine Regeln der Komposition. 91 Eigentümlichkeit schärfer hervortritt, und weil der Moment dieser Entwickelung meistens hinter der Zeit liegt, in welcher direkte Stilübungen vorgenommen werden. Der entgegengesetzte Fehler ist dagegen viel häufiger, nämlich der, daß „freie Aufsätze" viel früher versucht werden, als die dam nötige Befähigung durch Hebungen im Wiedererzählen erlangt ist. lind es darf als ein sicherer Fortschritt gerühmt werden, daß jetzt in vielen Schulen die Aufgabe des Wiedererzählens in ihr volles Recht eingesetzt ist. o) Dritte llciiel. 269. Wie lautet die dritte allgemeine Kompositionsregel? „'Achte stets sorgsamst auf deinen eigenen mündlichen wie schriftlichen Ausdruck!" 270. Worin ist diese dritte allgemeine Kompositionsregel begründet? Je mehr die Verbindung zwischen unserem Stil, oder unserer mündlichen und schriftlichen Ausdrncksfähigkeit, und unserem geistigen Leben eine natürliche ist, um so näher liegt die Gefahr, daß sich Fehler und Mängel unseres Stils uns verbergen, und um so größer muß daher unsere Aufmerksamkeit auf uns selbst sein. Es ist bekannt, daß es Männern, welche ihre erste Jugendzeit in dürftigen Verhältnissen verlebten, und welche sich hernach durch Fleiß und Anlagen eniporarbeitetcn, dennoch später schwer gelingt, alle die Mängel und Härten, welche ihrem Stile, infolge der geringeren Achtsamkeit während ihrer ersten Erziehung, auch dann noch ankleben, vollständig zu beseitigen. Dagegen ist z. B. eine Vorrede, wie Alexander von Humboldt dieselbe schrieb zu den nachgelassenen Werken seines Bruders Wilhelm, wenn auch weniger durch das, was gesagt ist, als durch die Art, wie es gesagt ist, für das treffliche Brüderpaar ein laut redendes Zeugnis. 271. Inwiefern kann die Anwendung auch dieser Regel zum Mißbrauch werden? Zum Mißbrauch wird die Regel der notwendigen Achtsamkeit, wenn sie über das Ziel hinnusgeht, oder wenn sie 92 Dritter Teil. Komposition. der Eitelkeit dient: elfteres zeigt sich in der Steifheit des Stils, letzteres in widerlicher Geziertheit. Wenn der Verfasser manches Aufsatzes, der sich in gesuchten Wendungen dreht, nach Effekt bezweckenden Schlagwörtern hascht, sich mit weit hergeholten Bildern zn schmücken sucht u. bergt. m., wüßte, wie sehr eine solche Geziertheit des Stils nicht allein dem beabsichtigten Zwecke widerstreitet, sondern eine entgegengesetzte Wirkung zur Folge hat, so würde er die notwendige Achtsamkeit auf seinen Stil dahin richten, daß er dem natürlichen Ausdrucke, der allein schön ist, treu bliebe. „Die größte Deutlichkeit war immer die größte Schönheit." (Lessing.) ä) liierte lieget. 272. Wie lautet die vierte allgemeine Kompositionsregel? „Vollständige Korrektheit ist die erste Voraussetzung eines schönen Stils!" 273. Wann nennen wir die Korrektheit des Stils „vollständig"? Wenn bei dem Sprechen und Schreiben alle Forderungen des Sprachgebrauchs, so wie sie in der Sprachlehre gelehrt werden, ihre vollständige Beachtung finden. 274. Inwiefern sind die Forderungen an die Korrektheit des „schriftlichen" Stils noch größer? Weil hier noch diejenigen Forderungen hinzukommen, welche sich ergeben aus der Darstellung des Gesprochenen mit Hilfe der Schrift. 275. Welche Forderungen sind an die Korrektheit der Schrift zu stellen? Zuvörderst die Forderungen, welche man die „orthographischen" zu nennen Pflegt (s. Sprachlehre Fr. 610 ff.), sodann die „kalligraphischen" Forderungen, insoweit dieselben als „Forderung" geltend gemacht werden können. 276. Inwieweit ist die Forderung einer „kalligraphischen Handschrift" bei der Abfassung eines schriftlichen Aufsatzes berechtigt? Insoweit (s. Spracht. Fr. 611), als ein jeder wünschen must und wünschen wird, seinen Aufsatz in einer solchen Erstes Kapitel. Allgemeine Regeln der Komposition. 93 Form dem Leser vorzuführen, daß der beabsichtigte Eindruck durch die Form nicht nur nicht verhindert, sondern gefördert werde. Wer schon die Erfahrung machte, eine wie große Empfehlung in einem, wenn auch nicht schönen, so doch „empfehlenden Aeußeren" liegt, der wird auch seinem Aufsätze dasselbe wünschen müssen. 277. Welche „kalligraphische" Forderung steht bei der Abfassung eines schriftlichen Aufsatzes unerläßlich fest? Zuerst die Forderung, daß die Handschrift lesbar, oder, wie unsere Sprachlehre (s. Fr. 610) es genannt hat, „orthographisch" ist; und zweitens die Forderung, daß die Schrift in jeder Hinsicht reinlich und sauber ist. Es findet sich bisweilen, daß eS dem einen oder andern Schüler nicht allein schwer wird, die Reinlichkeit und Sauberkeit in seinen „schriftlichen Aussätzen" festznhalten, sondern daß er sogar, bei mangelhafter oder verschrobener Erziehung, in der Unterlassung der Befolgung genannter unerläßlicher Forderung den Ansdruck eines „genialen" Wesens sieht. Aber es ist diese Genialität dieselbe, welche dem Sokrates die bekannte Aenßernng in den Mund gelegt baben soll, als er sah, daß einer seiner Schüler, um seine Unabhängigkeit von äußeren Dingen zu zeigen, so eitel war, im zerrissenen Mantel einherzugehcn. Ein Lehrer, welcher unsauber ge schriebene „deutsche Aufsätze" znrückweist, thut damit eben nichts anderes, als daß er verlangt, die Schüler sollen gewaschen :e. in die Schule kommen. 278. Wann treten die „kalligraphischen" Forderungen zwiefach hervor? Es treten diese „kalligraphischen" Forderungen zwiefach hervor, sobald der schriftliche Aufsatz irgendwie die Person des Verfassers direkt zu vertreten hat: also namentlich in Schulaufsätzen, Briefen, Rechnungen w. Die Lebensgeschichte manches Mannes, der sich emporschwang, beweist, daß die äußere Sauberkeit seines Schreibens rc. einen viel größeren Einfluß ans sein Emporkommen geübt hat, als man demselben einzuränmen geneigt sein möchte. Ebenso müssen die Lehrer zugcstehen, daß derselbe deutsche Aufsatz, sauber und schön geschrieben, einen weit günstigeren Eindruck macht, als wenn derselbe unsauber, oder auch nur unschön geschrieben ist. Dritter Teil. Kompvsilion. 9 t s) Fünfte Ucgel. 279. Wie lautet die fünfte allgemeine Kompositionsrcgel? „Entwöhne dich des Kladdeschreibens, aber nicht des Wiederüberarbeitens!" 280. Wodurch wird diese Regel begründet? Aus dem Verlangen nach saubrer und schöner Schrift :e. entwickelt sich in der Regel die Gewohnheit des „inKladde"- Schreibens. Sobald dieses Verfahren aber, welches als Aushilfe in einzelnen Fällen gelten mag. zur „Gewohnheit" wird, bewirkt es nach beiden Seiten hin das Entgegengesetzte von dem. was es bewirken sollte; indem es durch die Macht der Gewöhnung den Schreibenden zur Unsauberkeit, Unkorrektheit re. verführt, und schließlich seine Schrift vor diesen Mängeln nicht bewahrt. Die Ausrede: „Es ist nur Kladde!", mit der jeder Kladdeschreibende sich bald vor sich selbst und anderen rechtfertigt, hat denselben Sinn, als wenn jemand meint, in seinem Hause unsauber einhcrgehcn zu können, wenn er nur in „Gesellschaften" sauber und geputzt erscheine. 281. Wie steht es aber mit dieser fünften Regel der „Korrektheit" gegenüber? Man meint, es sei notwendig, daß der Schreibende, um eine korrekte Schrift zu liefern, erst: „kladden" müsse, damit er später Gelegenheit habe, die in die Kladde hineingeschriebenen Fehler wieder herauszukorrigieren. Aber man vergißt dabei, daß es dieselbe Person ist, welche die Kladde schreibt, und welche korrigiert, daß es jedenfalls der kürzere Weg ist, die betreffenden Fehler n. s. f. gar nicht zu schreiben, und daß es außerdem eine bekannte Sache ist, daß jeder über einmal geschriebene Fehler leicht hinwegsieht. 282. Wie steht es aber dabei um den raschen und lebendigen Fortgang der Komposition? Aus der so ziemlich allgemeinen Gewöhnung geht die nicht weniger allgemeine Meinung hervor, man müsse eben Erstes Äapitcl. Allgemeine Regeln der jkonipnsitwn. !>5 in Kladde schreiben, um in dem raschen und lebendigen Fortgang der Komposition nicht durch die notwendige Sorgfalt ans Korrektheit und Sauberkeit der Schrift gestört zu werden. Aber durch solche Erklärung giebt man zu, daß man sich eben bisher noch so wenig an eine saubere und korrekte Handschrift gewöhnt hat, daß die darauf zu verwendende Sorgfalt noch störend sei. Alan sollte aber um so mehr zugeben, daß es gerade deshalb zwiefach nötig sei, mit dem Kladdeschreiben ein Ende zu machen. Wenn bisweilen sogar verlangt wird, es sei erst die Kladde vvrzuzeigen, so stimmt das etwa mit der Forderung überein, man müsse sich erst im unsauberen Hausklcide zeigen, damit nachher der Kontrast des GesellschastSputzes um so sichtlicher hcrvortrete. 283. Welche Folgen hat dagegen die Entwöhnung vom Kladdcschreiben? Zuerst die Folge, daß eine saubere und korrekte Schrift zur Gewohnheit wird, daher den raschen und lebendigen Fortgang nicht nur nicht stört, sondern wesentlich fördert. Denn bei der wesentlichen Verbindung zwischen Aeußerem und Innerem übt gerade die gewohnte, d. h. natürliche Aufmerksamkeit auf die äußere Schönheit des Stils rückwirkend Einfluß auf die innere Haltung desselben. Es hat sich dem Verfasser noch jedesmal von neuem die Erfahrung bestätigt, daß bei Schülern, bei welchen es gelang, das Kladdeschreiben entweder ganz zu beseitigen, oder doch zu dem zu machen, was cs seiner Natur nach nur sein darf, zu einem „Notbehelf", sich nicht bloß die äußerliche, sondern auch die innerliche Stilkorrekthcit hob und festsetzte. 284. Welche zweite wesentliche Folge hat die Entwöhnung vom Kladdeschrciben? Die Entwöhnung vom Kladdeschreiben hat die zweite wesentliche Folge der Zeitersparnis: und zwar in demselben Maße, in welchem durch die Feder zu wirken die Aufgabe ist. Protestieren werden hier besonders diejenigen, welche sich eines Abschreibers ihrer Kladden bedienen. Allein abgesehen davon, daß !)6 Dritter Teil. Komposition. auf solche Weise zwei Menschenkräfte verwandt werden zur Ausführung einer Sache, die durch eine Menschenkrast ausgeführt werden sollte, ist auch die Annahme selbst, daß wenigstens für den Schreibenden selbst durch das Kladdeschreiben und durch einen Abschreiber Zeit erspart werde, schließlich eine Täuschung. Es ist eben die ganze Sache zunächst nur eine Sache der Gewöhnung. Wer sich daran gewöhnt, seine Aufsätze sofort sauber und korrekt niederzuschreiben, der wird das bald eben so schnell zu stände bringen, als ihm früher seine Kladde Zeit kostete. 285. Welche dritte wesentliche Folge hat schließlich die Entwöhnung vom Kladdcschrciben? Die sofortige Reinschrift übt endlich auf den Schreibenden selbst die sehr heilsame Rückwirkung, daß sie ihm selbst ein reger Antrieb ist, seinen begonnenen Aufsatz in entsprechender Ordnung zu Ende zu führen. Dem kundigen Korrektor sind auch in der Reinschrift die Spuren der Kladde nicht gänzlich zu verbergen. 286. Ein wie vielfaches lag aber in der siinsten allgemeinen Kompositionsrcgcl? Ein doppeltes, nämlich die Abmahnung vom Kladdeschreiben, aber die Ermahnung zum „Wiederüberarbeiten". 287. Was wird unter dem: „Wicderiibcrarbcitcn" verstanden? Wenn ein Aufsatz als Ganzes vor uns liegt, so wird cs uns bei scharfer Selbstkritik nicht selten begegnen, daß wir den einen oder anderen Teil anders dargestellt wünschen. Die in solchen Fällen eintretende neue Bearbeitung nennen wir ein: „Wiederüberarbeiten", da es uns in der Regel entgegentritt, daß die Umarbeitung des einen oder anderen Teils eine beziehliche Ueberarbeitung des ganzen Aufsatzes notwendig macht. 288. Weshalb ist ein solches: „Wicdcrnbcrarbcitcn" besonders zn empfehlen? Zuerst, weil es ein Zeugnis ist von sorgsamer Selbstkritik, ans die es stets ganz besonders ankommt; sodann, weil es uns Gelegenheit giebt, ein Thema von allen Seiten zu betrachten, so wie in verschiedenen Formen darzustellen — Erstes Kapitel. Allgemeine Regeln der Komposilirm 97 eine vor allem heilsame Hebung. Je eingehender und schärfer jemand über sein Thema nachgedacht hat, desto mehr wird bündige Kürze und Klarheit seine Arbeit kennzeichnen. 289. Welche Vorsicht ist indes hierbei sestzuhalten? Daß auch unsere Selbstkritik zwar sorgsam und streng, aber nicht ungerecht sei. 290. An welche Ungerechtigkeit ist hierbei zu denken? Nicht an die Ungerechtigkeit der zu großen Strenge, denn die haben wir uns selbst gegenüber wohl kaum zu fürchten, sondern an die Ungerechtigkeit, welche daraus hervorgeht, daß unser vor uns liegendes Werk nun, da es fertig ist, dem Bilde nicht entspricht, welches wir uns im voraus davon entworfen hatten. Wir müssen uns hierbei an die bekannte Erfahrung erinnern, daß ein eben vollendeter Aufsatz dem von der Arbeit ermüdeten Verfasser gegenüber oft eine ungerechte Selbstkritik findet, deren Grund eben nur in der Ermüdung und in deni Ueberdrusse an der so oft zur Haild genommenen Sache zu suchen ist. (Siehe die achte Regel.) k) Sechste Kegel. 291. Wie kantet die sechste allgemeine Kompositionsregel? „Hast du im Fortgange der Ausarbeitung eines schriftlichen Aufsatzes abbrechen müssen, so lies, bevor du von neuem anfängst, den letzten Abschnitt bis zu dem Punkte, wo du abbrachst, dir selbst vor!" 292. Welchen Grund hat diese Regel? Ein Aufsatz soll nicht allein durch seinen Inhalt, sondern auch in seiner Form ein Ganzes sein, also auch den Charakter seines Stils stetig festhalten. Nun ist aber der Charakter des Stils zugleich von der Stimmung abhängig, in welcher der Verfasser schrieb, und in diese kann er sich, wo er abbrach, nur dadurch zurückversetzen, daß er das Geschriebene, wenn auch nicht alles, so doch teilweise, sich selbst wiederum laut vorliest. Michelsen, LtiUstik. 3. Aufl. 7 98 Dritter Teil. Komposition. 8) Siebente Kegel. 293. Wie lautet die siebente allgemeine Kompositionsregel? «Uebe jede Korrektur deiner Arbeit durch lautes Lesen aus!" 294. Woraus erklärt sich diese Forderung? Die Notwendigkeit dieser Regel ergab sich uns daraus, daß die Schrift nur die künstliche Darstellung der lebendigen Sprache ist, und daß man deshalb das Geschriebene sich möglichst in der Form des Gesprochenen vorführen müsse. Es liegt auf der Hand, daß diese Regel zwiefach wichtig ist, wenn der geschriebene Aufsatz die direkte Bestimmung hat, vorgelesen oder vorgetragen zu werden. b) Ächte Kegel. 295. Wie lautet die achte allgemeine Kompositionsregel? „Laß deinen fertigen schriftlichen Aufsatz möglichst alt werden, bevor du die letzte Hand daran legst!" 296. Was ist der Grund dieser achten allgemeinen Kom- positionsregel? Der Grund ist, daß eine Selbstkritik, wenn sie gelingen soll, möglichst aufhören muß, eine Selbstkritik zu sein, d. h. daß wir unsere Arbeit, bevor wir sie schließlich korrigieren, uns möglichst fremd werden lassen müssen. Ein schriftlicher Aufsatz ist das geistige Kind des Verfassers, und derselbe liebt ihn, wie Eltern ihr Kind lieben. Darum liegt aber die Gefahr jedem nahe, daß er Mängel und Fehler seines eigenen Aufsatzes, so lange er in demselben eben nur sein Werl sicht, Übersicht; und um so mehr, da cs auch Aufsätzen gegenüber wahr ist, daß wir fremde Fehler leicht, die eigenen nur schwer sehen. 297. Wie folgt man dieser letzten Regel? Dadurch, daß man einen zu Ende geführten schriftlichen Aufsatz beiseitelegt und unangerührt so lange liegen läßt, bis er uns selbst fremd, oder doch möglichst fremd geworden ist. Wer für den Druck schreibt, der kennt es schon, daß wir ein Werk von uns selbst erst dann, wenn es als fertiges Buch, folglich Zweites Kapitel. Besondere Regeln der Komposition. 99 in einer ganz fremden Gestalt, vor nnS liegt, völlig unparteiisch zu beurteilen pflegen. 298. Welche Schulrcgel crgicbt sich daraus? Die Regel, daß die leider so gewöhnliche Schülerunsitte, aufgegebene Arbeiten erst unmittelbar vor dem Ablieferungstermin anzufertigen, auch abgesehen von der bei solchem Verfahren nicht zu vermeidenden Eilfertigkeit, dem schriftlichen Aufsatze gegenüber besonders nachteilig ist. Aber freilich gilt diese Regel nicht allein für die Schule, sondern ebensosehr für das spätere Leben, obschon wir hier ost uns in die Unmöglichkeit, dieselbe zu befolgen, versetzt sehen. 299. Wodurch kann diese letzte Regel, wenn wir uns an ihrer Befolgung verhindert sehen, ersetzt werden? Dadurch, daß wir unseren fertigen Aufsatz uns von einem anderen vorlesen lassen. Es ist eine bekannte Thatsache, daß sogar auch bei der Korrektur von Druckschriften die Verfasser selbst schlechte Korrektoren sind, weil ihnen der Inhalt so nahe liegt, daß sie über die Fehler der Form hinwegsehen. Dies gilt aber auch von schriftlichen Aufsätzen, und darum ist das Vorlesen durch einen anderen jedesmal sehr zweckmäßig. Zweites Kapitel. Lelondere Kegeln der üompoiition. Inhalt. 39V. Was war nach Fr. 260 die Aufgabe dieses zweiten und letzten Kapitels? Die Aufstellung der speziellen Kompositionsregeln, d. h. derjenigen Regeln, welche bei der Abfassung einzelner Arten von Aufsätzen in Frage kommen. 100 Dritter Teil. Komposition. 301. Wie vielfach müssen demnach die besonderen Kompositionsregeln sein? Eben so vielfach, als die Arten der Aufsätze vielfach sind. 302. Welche Arten von Aufsätzen sind hierbei zu beachten? Anknüpfend an Fr. 10 —16 ist hier die Antwort, daß den speziellen Kompositionsregeln gegenüber so viele Arten von Aufsätzen angenommen werden müssen, als es, hervorgerufen durch den verschiedenen Inhalt und Zweck, verschiedene Arten des schriftlichen Ausdrucks giebt. 303. Worin findet die vorliegende Aufgabe ihre Beschränkung? An sich ist die Verschiedenheit des Inhalts und Zwecks eines schriftlichen Aufsatzes unbegrenzt: allein es kann von speziellen Kompositionsregeln nur insoweit die Rede sein, als es nach hergebrachter Annahme verschiedene Stilarten giebt. 304. Woran muß demnach unser Katechismus sich hier an- schlicßen? An die vorhandenen Lehrbücher des deutschen Stils. 305. Weshalb ist unser Katechismus hier zwiefach an die vorhandenen Lehrbücher verwiesen? Weil er seinem Zwecke gemäß kaum für ein, höchstens zwei Beispiele neben seinen Regeln Raum hat und dennoch wünschen muß, daß eine größere Zahl von Beispielen verglichen werde. 306. An welches Lehrbuch hat sich unser Katechismus zunächst angeschlosscn? An Ritserts „Lehre vom deutschen Stile" (Darmstadt, Ivh. Phil. Diehl). 307. Inwiefern ist er bei dieser äußeren Anordnung von dem genannten Buche abgcwichcn? Namentlich darin, daß er einzelnes hinzunahm, was Ritsert ausließ, so z. B. die „Rede", und anderes, so „Die Beantwortung von Fragen" als nicht hierhergehörendes ausließ. Zweite» Kapitel. Besondere Regeln der Komposition. 101 308. Was empfiehlt der Katechismus in vorliegender Beziehung schließlich? Den Kreis der ferneren Vergleichung von Beispielen nicht auf das genannte oder ein anderes Buch zu beschränken, sondern möglichst auszudehnen. Je weiter, wo es sich um Schönheit der Form handelt, der Kreis der Vergleicbung ausgedehnt wird, um so mehr bildet sich das Gefühl für Schönheit und die eigene Anlage zur Kunstfertigkeit aus. a) Erzählungen. 309. Wann nennen wir einen schriftlichen Aussatz eine „Erzählung"? Wenn ein schriftlicher Aussatz die Lebensäußerung einer oder mehrerer Personen oder Sachen, d. h. ihr Thun, oder ihr Leiden, oder ihren Zustand (s. Sprachlehre Fr. 218) in einer Reihe von Begebenheiten darstellt, so nennen wir einen solchen Aufsatz eine „Erzählung". 310. In einem wievielfachen Verhältnisse kann der Verfasser zu dem Erzählten stehen? Es kann der Inhalt einer Erzählung etwas wirklich Geschehenes, oder etwas als geschehen Gedachtes sein. 311. Welche Regel der Erzählung erzieht sich sür den ersten Fall? „Erzähle, was geschehen ist, in so treuer und ausführlicher Weise, daß der Leser davon ein deutliches und vollständiges Bild erhält!" 312. Wie begründet sich diese Regel? Der Zweck einer Erzählung von wirklich Geschehenem ist, daß der Leser das betreffende Erlebnis gleichfalls mit Hilfe seiner Vorstellungskraft erlebe, und eine Erzählung, welche dazu ausreicht, hat ihren allgemeinen Zweck erfüllt. 102 Dritter Teil, Nomposition. 21l>. An welche Art von Aufsätzen erinnert uns diese erste Art der Erzählung? An die mehrfach besprochene „Wiedererzählung"; denn die Erzählung von wirklich Erlebtem ist ihrem Stoffe nach eben nur eine Wiedererzählung. 314. Welchen Platz nimmt daher diese erste Art der Erzählung in der fortschreitenden Stilentwickelung ein? Den ersten Platz. Denn die ganze Thätigkeit des Schreibenden besteht nur darin, daß er die Eindrücke von Erlebnissen in derselben Weise, wie sie in seinem Gedächtnisse haften, ausspricht. Es erklärt sich vollständig daraus, weshalb Kinder so gern Erzählungen hören, und weshalb in der Schule die Erzählung die erste Art von Aussätzen ist, welche gelingt. 315. Wie verhält sich zu dieser ersten Art der Erzählung diejenige Art des Aufsatzes, welche auch ihrer Form nach eine Wiedcr- erzählung ist? Ein Aufsatz, welcher in Inhalt und Form eine Wiedererzählung ist, ist der erste Versuch eines schriftlichen Aufsatzes, welcher, sobald die notwendige mechanische Fertigkeit des Schreibens erlangt ist, gemacht werden kann. 316. Woraus erklärt es sich, daß es dennoch verschiedene Arten des Wicdererzählens gicbt? Weil jede Erzählung, oder richtiger jede Darstellung, welche einen zuvor gegebenen Stofs wiedergiebt, eine „Wiedererzählung" heißt, der Verfasser sich aber dabei in verschiedenem Grade an die ihm zugleich gegebene Form binden kann. 317. Welche Stufen der Wicdcrerzählung sind demgemäß für die Stillehre fcstzuhalten? Wir müssen danach vier Arten oder Stufen von Wicder- erzählungen unterscheiden, die in genannter Folge sich aneinander anschließen, nämlich zuerst: Einfaches Wiedererzählen, wo möglichst treues Festhalten und Wiedcrgeben der Form wie des Inhalts die Aufgabe ist. Zweites Kapitel. Besondere Regeln der Komposition. 100 In der Schule gestaltet sich solches zuerst als einfaches Abschreiben, sodann als Niederschreiben von Auswendig- gelerntem, darauf Schreiben nach Diktat, und endlich die cin- facheWiedererzählnng; und diese zuerst nach vorher Gelesenem, und endlich nach vorher Gehörtem. Es ist dies eine Stufenfolge, welche sich dem praktischen Schulmaune von selbst ergiebt je nach dem verschiedenen Grade, in welchem dem Schüler das Festhalten auch der Form erleichtert wird, und in welchem seine eigene Reproduktions- kraft in Anspruch genommen wird. 318. Worin besteht die zweite Stufe der Wiedererzählung? Die zweite Stufe der Wiedererziihlung besteht in „Neber- tragung gegebener Erzählungen aus der gebundenen in die ungebundene Rede". Dabei wird der Schüler aufgefordert, die nötige Form insoweit selbst zu bilden, daß er an die Stelle der rhythmisch geregelten und gewählten Rede die gewöhnliche Redeweise treten läßt. 319. Worin besteht die dritte Stufe der Wiedererzählung? Darin, daß von dem Schüler verlangt wird, er solle aus einer ausführlichen Erzählung die darin enthaltenen Personen und Thatsachen in gedrängter Darstellung zusammenstellen. 320. Worin ist diese dritte Stufe wesentlich von den zwei vorhergehenden verschieden? Diese dritte Stufe unterscheidet sich dadurch wesentlich von den zwei vorhergehenden, daß bei solcher Aufgabe zwar der Stoff vollständig gegeben ist, dagegen ein teilweises eigenes Bilden derFormvondemSchülerverlangtwird. Es erklärt sich daraus, daß die besondere Begabung des Schülers, wie sie überhaupt im schriftlichen Aufsatze zunächst hcrvorlritt, sich in ihren ersten Spuren auf dieser dritten Stufe zeigt, während Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Fleiß auf den zwei unteren Stufen ausrcichen. 321. Worin besteht die vierte Stufe der Wiedererziihlung? Die vierte Stufe tritt ein, wenn Erzählungen durch weitere Ausführung gegebener Entwürfe verlangt werden. 104 Dritter Teil. Komposition. 322. Worin besteht das Charakteristische dieser vierte» und letzten Stufe? Das Charakteristische dieser vierten Stufe besteht darin, daß von dem Schüler nicht allein das eigene Bilden der Form, sondern auch ein teilweises eigenes Bilden des Stoffes verlangt wird, indem ihm nur die Hauptdata gegeben sind. Wenn daneben auch die Ausarbeitung des Entwurfs, d. h. das Stoffsammeln und Stoffordnen, dem Schüler überlassen ist, so ist ein vollkommen freier Aufsatz die Aufgabe. 323. Welche Regel ergiebt sich (s. Fr. 310) siir den zweiten Fall? Der zweite Fall war, daß die Erzählung nicht etwas wirklich Geschehenes, sondern nur als geschehen Gedachtes zum Inhalte hat. Dieser Aufgabe gegenüber ergiebt sich die Regel: „Erzähle, was du, als wäre es geschehen, darstellen willst, in so wahrscheinlicher Weise, daß des Lesers lebhaftes Interesse deiner Erzählung folgt!" 324. Worin besteht die Wahrscheinlichkeit einer Erzählung? Die Wahrscheinlichkeit einer Erzählung besteht, wie das Wort sagt, darin, daß dieselbe in solcher Weise das Einzelne vorführt, daß es „wahr" zu sein „scheint". 325. Wie wird die Wahrscheinlichkeit einer Erzählung fest- gehalten? Die „historische Wahrheit einer Erzählung" beruht in dem richtigen Verhältnis des Erzählten zu der Wirklichkeit nach den Gesetzen der Ursache und der Wirkung, sowie des Zweckes, welches eben die Grundgesetze alles desjenigen sind, was geschieht (s. Sprachlehre Fr. 304). Wenn nun in der Erzählung eines erfundenen Ereignisses einzelne Thal- fachen vorgeführt werden, welche nach dem Zusammenhänge den genannten Gesetzen widerstreiten, so versagt der Leser der Erzählung um dieser ihrer Unwahrscheinlichkeit willen den Glauben, folgt also der Erzählung nicht mehr mit lebhaftem Interesse. Zweites Kapitel. Besondere Regeln der Komposition. 105 326. Bis wie weit aber mir darf die Forderung der Wahrscheinlichkeit an eine Erzählung gestellt werden? Nicht so weit. daß. abgesehen von den genannten Gesetzen der historischen Wahrheit, verlangt wird, es müsse das als geschehen Gedachte auch dem als wirklich geschehen Wahrgenommenen entsprechen. Durch diese Beschränkung würde eine durchaus unsichere und subjektive Grenze gezogen, indem der Kreis des wirklich Wahrgenommenen bei jedem einzelnen Subjekte ein anderer ist. Außerdem würde der freien Bewegung der Phantasie eine Schranke gezogen, die dem natürlichen Leben durchaus widerstreitet. 327. Welcher Art des schriftlichen Anssatzes würde durch eine solche Forderung alle Berechtigung entzogen? Dem Märchen, dessen Wesen eben darin besteht, daß es, der natürlichen Freiheit der Phantasie folgend, außerhalb der Grenze des wirklich Gegebenen liegt. Derjenigen Wahrscheinlichkeit, welche in Fr. 324 und 325 bestimmt ist, muß dagegen das Märchen sich gleich jeder anderen Erzählung fügen. Wenn z. B. in einem Märchen erzählt wird, der Schutzgeist eines Hauses habe aus bösem Willen eine Familie zu Grunde gerichtet, oder Rübezahl habe ein sentimentales Lied gesungen, oder eine Fee sei gestorben und begraben, oder der nordische Hausgeist, Nis Puck, sei ein Stutzer geworden, oder die Tiere hätten den Hasen um seiner Tapferkeit willen zum Könige gemacht u. dergl. m., so fehlt es auch dem Märchen an der Wahrscheinlichkeit, die sich darin, wie in jeder anderen Erzählung, finden muß. 328. Worin zeigt sich die natürliche Berechtigung des Märchens? Die natürliche Berechtigung des Märchens zeigt sich zuvörderst darin, daß die Geschichte jedes Volkes wie jedes einzelnen Menschen ihre ersten Anfänge in einer Märchenwelt hat, und daß die Liebe zum Märchen sich überall da erhalten hat, wo noch ein kindlicher Sinn sich erhielt. Wenn die Märchenwelt dem Kindesleben verschlossen wird, so wird der Entwickelung der Phantasie ihr natürlicher Stoff entzogen, und 10» Dritter Teil. Komposition. aus der Dürre der späteren schriftlichen Aufsätze sind die Folgen eines solchen unnatürlichen Verfahrens zu erkennen. 329. Welche Stufen der zweiten Art von Erzählungen sind anznerkennen? Zuvörderst dieselben vier, welche wir (s. Fr. 317—321) bei der ersten Art fanden, denn dieselben ergaben sich aus der allgemeinen Form der Erzählung, worin eben zwischen beiden Arten kein wesentlicher Unterschied sich findet. Außerdem bieten sich uns aber hier, wo nicht allein die Bildung der Form, sondern auch die Auffindung des Stoffes dem Schüler gänzlich überlassen werden kann, noch verschiedene Stufen dar. 339. Welche fünfte Stufe finden wir? Anschließend an Fr. 321 ist hier die Aufgabe zu nennen: „Erzähle dieses oder jenes Faktum in der Art, wie du es erlebtest!" 331. Wie verhält sich diese fünfte Stufe zu den vorhergehenden und nachfolgenden? Sie gehört, was die Auffindung des allgemeinen Stoffes betrifft, zu den vorhergehenden, bildet aber den natürlichen Uebcrgang zu den nachfolgenden. 332. Welche Aufgabe kann als die sechste Stufe genannt werden? „Erzähle eine Geschichte, in welcher sich die Wahrheit dieses oder jenes Sprichworts oder Denkspruchs zeigt!" 333. Weshalb wird die Aufforderung zur völlig eigenen Bildung einer Erzählung in solcher Beschränkung gegeben? Weil dieselbe erstens dem Schüler dadurch erleichtert wird, indem die allgemeine Aufforderung: „Erzähle eine Geschichte!" ihn ohne allen Fingerzeig über das Was? und Wie? läßt; und zweitens dieselbe regelt, indem es dem Schüler zum Bewußtsein gebracht wird, daß auch eine Erzählung gleich jedem anderen schriftlichen Aufsatze, um zu gelingen, eines bestimmten Charakters bedarf. Zweites »iopitcl. Besondere Regeln der Komposition. 107 334. Welche Aufgabe läßt sich als die siebente Stufe daneben nennen? „Erzähle eine Geschichte, in welcher sich die Unwahrheit dieses oder jenes Sprichworts oder Ausspruchs zeigt!" 335. Wie verhält sich diese siebente Aufgabe zu der sechsten? Sie giebt dem Schüler, indem sie seinen kritischen Sinn heransfordert, zu dem ersten Fingerzeige noch einen zweiten. Dadurch wird aber in diesem Falle die Aufgabe nicht geradezu erleichtert, sondern insofern erschwert, daß der Schüler sich aus der gewöhnlichen Annahme der Wahrheit eines Sprichworts herausdenken muß. Sprichwörter, welche dabin gehören, wären etwa: „Not kennt kein Gebot!" „Not lehrt beten!" „Frisch gewagt ist halb gewonnen!" „Einmal ist keinmal!" :c. 336. Welche Aufgabe läßt sich als die achte Stufe nennen? „Bilde eine Erzählung, in welcher folgende Wörter (entweder in der gegebenen Reihenfolge, oder ohne dieselbe) Vorkommen!" (S. Sprach!. Fr. 90 u. 94 f.) 337. Inwiefern steht diese Aufgabe auf einer höheren Stufe als die vorhergehenden? Weil der Schüler genötigt ist, sich in der ihm gestatteten freien Bewegung des Erfindens innerhalb eines bestimmten Kreises zu halten. 338. Was ist schwieriger, die Reihenfolge der gegebenen Wörter innczuhalten, oder nicht k gleichend dnrchgeführt werden; und es kann endlich das >yc Gesetz der Schönheit in Vergleichungen so sehr hervortreten, daß die Vergleichungen als vergleichende Schilderungen sich jjg gestalten. 429. Welche Stufen der Stilübung gehören den Vergleichungen cizi als solchen an? Zunächst zwei Stufen, nämlich eigentliche Vergleichungen, za von welchen schon die Rede war, und uneigentliche oder ^ rhetorische Vergleichungen, die gewöhnlich Gleichnisreden, ^ Bilder, Gleichnisse oder Parabeln genannt werden. „ 439. Wie unterscheiden sich beide Stufen oder Arten der Ver- " glcichung voneinander? ^ In den eigentlichen Vergleichungen werden zwei w ähnliche Einzeldinge u. s. f. nebeneinander gestellt, damit das gegenseitige Wesen beider in- und aneinander deutlicher und ^ bestimmter hervortrete. In den uneigentlichen oder rhetorischen Vergleichungen ist nur eine Person oder Sache » Thema oder Aufgabe der Darstellung, aber dieselbe wird nicht selbst ausgesprochen, sondern an ihrer Statt eine «i zweite ihr ähnliche; und eine solche Redeweise nennt man - eine bildliche oder eine Gleichnisrede. M 431. Worin liegt die besondere Kraft der bildlichen Redeweise? S" Darin, daß sie jedesmal die lebendige Aufforderung an "" den Leser enthält, die darzustellende Sache in der dargestellten ^ wie in einem Bilde oder Spiegel aufzusuchen. Zweites Kapitel. Besondere Regeln der Komposition. 133 432. Auf welche Regel kommt cs bei der Anwendung der bildlichen Redeweise, wie Ser Gleichnisrede vornehmlich an? Darauf, daß die Aehnlichkeit zwischen der dargestellten und der darzustellenden Sache keine künstliche und gesuchte, sondern eine natürliche, mithin dem Leser sofort gegebene sei. 433. Was ist der Unterschied eines bildlichen Ausdrucks uud einer Gleichnisrede? Der bildliche Ausdruck und die Gleichnisrede unterscheiden sich zuerst dadurch, daß elfterer sich beschränkt auf ein einzelnes Wort oder einen einzelnen Ausdruck, während letztere eine ausgeführte Darstellung umfaßt; zweitens dadurch, daß elfterer an sich eine natürliche, daher oft unwillkürlich angewandte „sprachliche Aushilfe" ist, während letztere als künstlerische Darstellungsform stets absichtlich angewandt wird. Wenn ich z. B. von einer Pappel sage: „sie rage wie ein Turm gen Himmel", oder von Kirchtürmen, „sie seien Finger, mit denen gen Himmel gezeigt werde", oder vom menschlichen Leben, „es sei eine Reise" n. s. s., so sind das bildliche Ausdrücke. Als dagegen das römische Volk, in Zwietracht mit dem Senate, ausgewandert war und nun der Abgesandte des Senats an dem menschlichen Körper es nachwies, wie nachteilig für jedes einzelne Glied eines organisch zusammenlebenden Ganzen es sei, wenn politische Miß- Helligkeiten zu dergleichen Thaten der Zwietracht würden, so war das eine Gleichnisrede, die ihres Zweckes nicht verfehlte, weil jeder einzelne im Volke die Wahrheit der politischen Lehre an seinem eigenen Leibe bildlich anschaute. 434. Warum nannten wir den bildlichen Ausdruck „eine natürliche sprachliche Aushilfe?" Zwar bedingen sich Sprechen und Denken gegenseitig notwendig, aber dennoch ist das Denken als der innere Seelenton stets reicher als die Sprache oder die Laute des Mundes. Daher nimmt der Sprechende, um einen relativ genügenden Ausdruck dessen, was in ihm lebt, zu finden, einem natürlichen Sprachgesetze, dem der Analogie, folgend, zu bildlichen Ausdrücken seine Zuflucht. Es erklärt sich daraus, daß sowohl jedes sprechende Volk, wie der einzelne sprechende Mensch in demselben, zur Zeit der Kindheit, 134 Dritter Teil. Komposition. wo noch die Lantsprache weniger entwickelt ist, in höherem Grade zur Anwendung bildlicher Ausdrücke sich aufgefordert fühlt. Ebenso kehren namentlich die Dichter zu diesem Verfahren zurück, weil der Reichtum der in ihnen lebenden Ideen den vorhandenen Sprachgebrauch zu arm findet. 435. Welchen Einfluß übt dieses natürliche Streben des Sprechenden auf die Sprache? Das genannte natürliche Streben des Sprechenden trägt wesentlich zur Vermehrung des Reichtums der einzelnen Sprachen bei, indem einzelne Ausdrücke, die anfänglich nur „bildliche" waren, durch die Annahme der Sprechenden ls. Sprachlehre Fr. 14, 15) zu dem Rechte des Sprachgebrauchs sich erheben. Es gilt solches notwendig besonders dann, wenn ein Neues, das bisher im Denken des Menschen nicht war, in dasselbe hineintritt. So z. B. ist jetzt für jeden Christen der Ausdruck „Wiedergeburt" kein bildlicher mehr. 436. Welche Stufen der Stilübung kommen also ff. Fr. 429, 430) in den Vergleichungen hinzu? In den Vergleichungen, insofern dieselben zugleich Beschreibungen sind, sind dieselben fünf Stufen, welche sich in diesen finden, anzunehmen. In den Gleichnisreden aber, als Aufgaben der Kunst, tritt uns eine neue und letzte Stufe des Beschreibens entgegen, indem zur Ausführung derselben das volle Bewußtsein der künstlerischen Aufgabe erforderlich ist. 437. Wohin gehört die fernere Unterscheidung der Gleichnisrcden? In die Rhetorik oder Redekunst. '-'-r 77. r TÄer Do>-rer, L'Ktt/er 7)sebe>' bei 0/^e,rb«o^. Ti'ar« TTeAreru-rAK'at vo>r L^aiÄürA 77 oe/iwo/iiAeboesn r« 7^'a?rL/rtt7 a. ll/ar'n. 539. Was ist über die Arten der Briese zu bemerken? Nachdem wir über Inhalt und Form der Briefe im allgemeinen gesprochen haben, wollen wir noch über die 168 Dritter Teil. Komposition. Arten der Briefe, sowie über die Stilübung im Briefschreiben einiges kurz benierken. Man kann zweierlei Arten von Briefen unterscheiden, indem man entweder die Briefe unterscheidet nach dem verschiedenen Verhältnisse des Briesschreibers zum Briefempfänger, oder nach dem verschiedenen Inhalte der Briefe. Ersterer Teilungsgrund giebt drei Arten, nämlich: freundschaftliche Briefe, Briefe an fremde Personen und Geschäftsbriefe. Letzterer Einteilungsgrund ist unbegrenzt, indem der Inhalt der Briefe unbegrenzt ist. Indes pflegt man unter den letzteren Arten einige hervorzuheben, weil sie ihres besonderen Inhalts wegen einen besonderen Charakter annehmen. Wir nennen als solche: „Berichtschreiben, Bittschreiben, Bestellungsbriefe, Empfehlungsschreiben, Glückwünschungsschreiben, Danksagungsschreiben, Trost- und Beileidsschreiben, Erinnerungsund Mahnbriefe, Warnungs- und Vorwurfsbriefe, Ent- fchuldigungs- und Rechtfertigungsbriefe" u. dergl. m. 540. Woraus muß der Katechismus hier verweisen? Die notwendige Rücksicht auf Raumersparnis zwingt den Katechismus, auf die vorhandenen Briefsammlungen (Briefsteller) zu verweisen. 541. Was ist endlich über die Stilübnng im Briefschreibcn zu bemerken? Je wichtiger es ist, einen „guten" Brief schreiben zu lernen, und je bedeutungsvoller uns stets die Forderung entgegengetreten ist, daß der Brief der persönliche Stellvertreter des Briefschreibers ist, um so wichtiger ist in der stilistischen Hebung des Briefschreibens ein naturgemäßer Lehrgang. Es tritt daher die Wiedererzählung bei dieser Art der Stilübung in ihr vollstes Recht ein, und zwar bis zur untersten Stufe, dem eigentlichen Briefabschreiben, hinab. Man hörte früher, und noch jetzt, vielfach darüber klagen, daß Lehrlinge auf den kaufmännischen Kontoren in den ersten Jahren ihrer Lehrzeit nichts zu thnn bekämen als Briese zu kopieren; aber seit die Kopiermaschinen in Gang gekommen sind, Zweites Kapitel. Besondere Regeln der Komposition. 169 ist die Zahl derjenigen, welche einen „guten" kaufmännischen Brief schreiben, nicht größer geworden. Ir) Ccschästsanssätze. 542. Welche schriftlichen Aufsätze werden „Geschäftsaufsätze" genannt? Mit dem Worte „Geschäft" bezeichnet man jede Ueber- einkunft, welche im bürgerlichen Leben über das Mein und Dein zwischen zweien oder mehreren beschlossen oder getroffen wird, lind „Geschäftsaufsatz" nennt man jeden schriftlichen Aufsatz, welcher entweder als Urkunde den Abschluß des Geschäfts bezeugt, oder als notwendige Folge daraus hervorgeht. Wenn z. B. der Eigentümer eines Hauses dieses sein Eigentum einem zweiten für eine festgesetzte Entschädigung entweder völlig ab- tritt oder auf eine kürzere oder längere Zeit zum Gebrauche überläßt, so ist der Kaufbrief oder Mietvertrag, durch welchen der Abschluß des Geschäfts bezeugt wird, ein „Geschästsaufsatz". Oder wenn jemand sich mit einem Handwerker über die Anfertigung eines Kleidungsstückes einigt und letzterer später eine darauf bezügliche Rechnung ausstellt, so ist diese gleichfalls als Folge des abgeschlossenen Geschäfts „ein Geschäftsaufsatz". 543. Was ist der allgemeine Zweck eines Gcschästsaussatzes? Zu der mündlichen Verabredung hinsichtlich einer getroffenen Uebereinkunft wird der schriftliche Abschluß derselben hinzugefügt, um spätere Irrungen, seien dieselben nun absichtlich oder unabsichtlich, zu vermeiden, da das niedergeschriebene Wort in bleibender Form aufbewahrt werden kann. 544. Welche allgemeinen Merkmale ergeben sich daraus für die schriftliche Abfassung von Geschäftsaufsätzen? Der schriftliche Abschluß eines Geschäfts kann seinem Zwecke, spätere, absichtliche oder unabsichtliche, Irrungen zu vermeiden, nur dann genügen, wenn den vier Merkmalen: Vollständigkeit, Deutlichkeit, Bestimmtheit des Ausdrucks und möglichste Kürze, genügt ist. Wenn mau die Prozesse oder Streitigkeiten genauer ansieht, welche infolge einer schriftlich abgeschlossenen Uebereinkunft entstehen, 170 Dritter Teil. Komposition. so ist die große Mehrzahl nur dadurch veranlaßt worden, daß bei der schriftlichen Abfassung des Abschlusses eins oder das andere der genannten vier Merkmale nicht genau genug festgehalten wurde. 515. Wann ist die schriftliche Abfassung eines Geschäftsaufsatzes vollständig? Wir nennen die schriftliche Abfassung eines Geschäftsaufsatzes vollständig, wenn durch denselben im voraus allen den Fällen begegnet ist, welche später bei der weiteren Ausführung des Geschäfts Irrungen Hervorrufen können. Ein Reisender schloß z. B. mit einem Mietsfuhrmanne einen schriftlichen Kontrakt ab, nach welchem letzterer sich verpflichtete, ersteren bis zu einem gewissen Termine nach einer entfernten Stadt zu bringen, und sich, wofern er den Termin nicht einhielte, für jeden Tag der Zögerung einen bestimmten Abzug vom bedungenen Lohn wollte gefallen lassen. Aber das Hinaustreten eines Flusses über seine Ufer machte dem Fuhrmann das Jnnehalten des Termins unmöglich, und da die Abfassung des Vertrages unvollständig war, indem das Eintreten eines solchen natürlichen Hindernisses nicht vorgesehen war, so rief der Kontrakt Irrungen hervor, anstatt dieselben zu verhindern. 516. Wann ist die Abfassung eines Geschäftsaussatzes deutlich? Die schriftliche Abfassung eines Geschäftsaufsatzes ist deutlich, wenn der Sinn des Gesagten im ganzen und einzelnen keine zwiefache Deutung zuläßt. Ein Lehrer erzählte seinen Schülern, um ihnen einen Beweis zu geben, wie sehr Deutlichkeit dem Geschäftsstile not thne, folgendes: „Ein Fischer ist am Strande des Meeres damit beschäftigt, seine Netze zu trocknen, als zwei junge Männer, die zum erstenmale am Ufer des Meeres lustwandeln, ihn finden und bitten, damit sie auch das erleben, einen Zug zu thun. Der von der vergeblichen Morgenarbeit ermüdete Fischer weigerte sich; aber endlich wird man einig, der Zug solle auf Kosten der jungen Reisenden geschehen. Doch der Fischer ist vorsichtig und verlangt einen Kontrakt. Papier aus den Tagebüchern muß aushelfen, und bald steht geschrieben: ,Der Fang* solle für eine gewisse Summe den Reisenden gehören. Was bringt das ans Land gezogene Netz? Einen goldenen Becher, der, wer weiß wie, ins Meer gekommen war. Die jungen Leute jubeln über das reiche Reisegeld, wie sie es ansehen; aber der Fischer nicht weniger, denn ein goldener Becher sei eben, so deutet er, ein Fund und kein Fang! Die Folge des undeutlich abgefaßten Vertrages war, daß der Prozeß mehr kostete, als der Becher wert war". Zweites Kapliel. Besondere Regeln der Komposition. 171 547. Wann ist der Ausdruck eines Geschäftsaufsatzes bestimmt genug? Der Ausdruck eines Geschäftsaufsatzes ist bestimmt genug, wenn es weder in Beziehung auf die betreffenden einzelnen Personen, noch Gegenstände, noch Bedingungen, bei sprachrichtiger und vernünftiger Auffassung des Geschriebenen, möglich ist, über das, was gemeint ist, in Zweifel zu sein, d. h. wenn keine zweite Personen, oder Gegenstände, oder Bedingungen als in Frage kommend angesehen werden können. Daß durch Unbestimmtheit des Ausdrucks Zweideutigkeit entsteht, liegt z. B. oft in einem unbestimmten Gebrauche der Fürwörter ss. Spracht. Fr. 158), da es bei der genannten Unbestimmtheit nicht selten möglich ist, dieses oder jenes Fürwort, unabsichtlich oder absichtlick, auf zwei Personen oder Sachen zu beziehen. Wo eine solche Möglichkeit vorliegt, muß daher die betreffende Person oder Sache als Apposition im Genitiv (s. Spracht. Fr. 516) hinzugefllgt werden, wenn auch solches im gewöhnlichen Stile unterbleibt. Z. B. „sein, des Verkäufers", oder „sein, des Käufers", u. dergl. m. 548. Welches vierte Merkmal wurde von einem guten Geschästsstile verlangt? Viertens wurde (Fr. 544) von einem guten Geschäftsstile verlangt, daß er sich möglichster Kürze befleißigen müsse. 549. Was ist unter der Bezeichnung „möglichster" Kürze zu verstehen? Daß die Bestimmung „möglichste" Kürze nicht absolute Kürze des Ausdrucks bezeichnen soll, zeigte schon das zu der Frage 547 hinzugefügte Beispiel. Der Ausdruck „möglichst" deutet auf den Zweck hin, und damit soll gesagt sein, daß Kürze des Ausdrucks insoweit dem Geschäftsstile eigentümlich ist, als durch dieselbe das bestimmte Verständnis gesichert wird. 55V. Woran suhlen wir uns hier erinnert? An die Unterscheidung des „Beschreibens" und des „Schilderns"; denn der Geschäftsstil kann nur beschreiben 172 Dritter Teil. Komposition. und nicht schildern wollen, indem stets nur die klare und bestimmte Auffassung des betreffenden Gegenstandes, nicht aber die Erweckung eines besonderenJnteressesdieAufgabeist. Eine Ausnahme machen die neuerdings mehr und mehr erscheinenden öffentlichen Ankündigungen der verschiedensten Art. 551. Welche praktische Regel für den Gcschäststcil crgiebt sich daraus? „Alles, was nicht direkt dem Verständnisse, sondern der Ausschmückung des Stils angehört, ist im Geschäftsstil zu vermeiden!" 552. Mit welcher unter den Hauptarten von schriftlichen Aufsätzen sind die Geschäftsaufsätze am nächsten verwandt? Mit den Briefen, wie wir schon daraus sehen, daß unter den Arten der Briefe schließlich „Geschäftsbriefe" mit aufgeführt werden. Wir erinnern daran, daß die besprochenen vier Merkmale des Gcschäftsstils, namentlich auch in Geschäftsbriefen, so in kaufmännischen Briefen ihre volle Anwendung finden müssen. Wenn ein junger Kaufmann seine Geschäftsbriefe mit rednerischem Schmucke ausstattet, so ist das nicht der richtige Weg, um sich bei erprobten Kauflenten persönlichen Kredit zu verschaffen. Ein tüchtiger Kaufmann in Hamburg antwortete einst dem Vers, auf die Frage, wie es einem seiner Schüler auf dessen Kontor gehe: „Wir sind darüber her, die Schul- schnörkel aus seinen Briefen fortzuschaffen!" und das blieb bis zu seinem Tode dem Verfasser ein Fingerzeig für den betreffenden Unterrichtszweig. 553. Wie viele Arten von Gcschäslsaussävcn gicbt es? Wiederuni müssen wir, weil die Arten der Geschäfte unbegrenzt sind, uns damit begnügen, die wesentlichsten Arten von Geschäftsaufsätzen herzuzählen und in der Kürze zu besprechen. Für die notwendige Vergleichung von Beispielen fehlt es nicht an guten Sammlungen. 1. Verzeichnisse. 551. Welchen schriftlichen Aussatz nennen wir ein „Verzeichnis"? Ein schriftlicher Aufsatz ist ein „Verzeichnis", wenn durch denselben verschiedene, aber doch in irgend einer Zweites Kapitel. Besondere Regeln der Komposition. 173 Beziehung zusmnmengehörende Gegenstände zu einem bestimmten Zwecke zusammengestellt werden. Statt des deutschen Wortes „Verzeichnis" gebraucht man oft das Fremdwort „Katalog" oder „Register". 555. Welche besonderen Merkmale sind bei der Anfertigung eines „Verzeichnisses" oder „Katalogs" sestzuhalten? Der Zweck eines Verzeichnisses oder Katalogs ist jedesmal, daß man die betreffenden Dinge in ihrer Zusammengehörigkeit und in ihrer Einzelheit nebeneinander übersehen zu können wünscht. Dazu ist erforderlich: a) daß die Ansschrift oder Ueberschrift so allgemein oder umfassend gehalten werde, daß alle einzelnen betreffenden Tinge unter sie gehören. Z. B. „Verzeichnis von Obstbäumen und Waldbäuinen, die um beigesetzte Preise bei dem Gärtner ds. Ul in dl. zu erhalten sind". Oder: „Verzeichnis von Kleidungsstücken (Gegenständen), welche gewaschen werden sollen" ec. 556. Welches zweite Merkmal ist bei Abfassung eines Verzeichnisses festzuhalten'? Durch die Aufschrift oder Ueberschrift wird die Zusammengehörigkeit der betreffenden einzelnen Tinge festgestellt. Um dieselben aber auch in ihrer Einzelheit nebeneinander übersehen zu können, ist zweierlei erforderlich, nämlich: b) Es muß die Form eines Verzeichnisses stets eine schematische sein, und: c) Es muß jede einzelne betreffende Sache vollständig mit aufgeführt fein. 557. Wann nennt man die Form „schematisch"? Mit dem Worte „Schema" bezeichnet man im schriftlichen Ausdrucke eine fest geregelte äußere Form, sobald dieselbe in gleichartigen Fällen deshalb wiederkehrend zur Anwendung kommt, weil durch dieselbe der Inhalt des Ausgezeichneten leicht und bestimmt erkannt wird. In neuerer Zeit ist es im Geschäftsverkehre vielfach Gebrauch geworden, daß ein Geschäftsmann für diejenigen geschäftlichen Beziehungen, bei welchen in seinen Geschäftsaufsätzen häufig dieselbe 174 Dritter Teil. Komposition. schematische Form zur Anwendung kommt, so z. B. für „Rechnungen", „Frachtbriefe", „Warenverzeichnisse", „Ankündigungen" rc. sich „Schemata" drucken läßt, in denen das Festehende ausgedrucü und für die schriftliche Hinzufügung des Wechselnden Raum gelassen ist. Man nennt solche Schemata auch, eben wegen ihrer feststehenden Form, „Formulare". 558. Worauf kommt es in der schematischen Form eines „Verzeichnisses" zunächst an? Die schematische Form eines Verzeichnisses hat, nm die verzeichneten einzelnen Dinge leicht und bestimmt nebeneinander übersehen zu können, besonders darauf zu achten, daß dem Zwecke gemäß die einzelnen Dinge in ihrer untergeordneten Zusammengehörigkeit unter bestimmte Gesichtspunkte oder „Rubriken" übersichtlich zusammengestellt werden. Es sind z. B. irgendwo durch Einbruch verschiedene Gegenstände entwendet worden, und darüber soll ein Verzeichnis abgefaßt werden. Die Polizei verlangt dasselbe als Hilfsmittel zur Entdeckung der Thäter. Dann müssen diejenigen Gesichtspunkte festgehalten werden, aus welche es zu dem genannten Zwecke besonders ankommt. So kann z. B. in der Rubrik „Weißzeug" unterschieden werden „Mit Namensbezeichnung" und „Ohne dieselbe", eine Unterscheidung, die nach Entdeckung der Thäter, etwa vor dem Richter, unwesentlich wäre, wogegen hier wiederum andere Gesichtspunkte, z. B. die angewandte Gewalt, in Betracht kommen können. 559. Was gehört zur Vollständigkeit eines Verzeichnisses? Zur Vollständigkeit eines Verzeichnisses gehört nicht nur, daß jedes einzelne genannt wird, sondern auch, daß zu demselben alles dasjenige mit aufgeführt wird, was zur Erreichung des vorliegenden Zweckes erforderlich ist. Dahin gehört namentlich die Hinzufügung der Wertbestimmung der verzeichneten Dinge; dieselbe muß neben jedem einzelnen Gegenstände zur rechten Hand dergestalt herausgestellt werden, daß die Uebersicht, die Zusammenzählung rc. leicht möglich ist. 560. Was ist über die betreffende Stilübung zu bemerken? Je mehr es sich bei der Abfassung von Verzeichnissen um eine feststehende Form handelt, desto wesentlicher ist es, daß man sich in dieselbe zuerst durch Abschreiben rc. einübt. Zweites Kapitel. Besondere Regeln der Komposition. 175 Sodann kommt es darauf an, daß man für die Verzeichnung einer größern Zahl von Dingen je nach dem verschiedenen Zwecke die passendsten Gesichtspunkte oder Rubriken aufzufinden sich übt, wobei wiederum die Vergleichung von Musterverzeichnissen der nächste Weg ist. 2. Rechnungen. 561. Was heißt „eine Rechnung"? Ein „Verzeichnis" wird eine „Rechnung" genannt, sobald nicht die Aufzählung der einzelnen Gegenstände an sich, sondern die Zusammenzählung ihres Geldwertes als nächster Zweck festgehalten wird. 562. Wie viele Arten von Rechnungen giebt es? Zwei Arten, indem ein solches Verzeichnis entweder als Forderung einem zweiten vorgelegt wird, oder als Ueber- sicht der Geschäftsführung über Einnahme und Ausgabe von dem Verzeichnenden zusammengestellt wird. 563. Was ist über die erste Art von Rechnungen zu bemerken? Dieselbe ist, mag sie auch von dem Aussteller persönlich überreicht werden, als ein Brief anzujehen, und daher müssen im Aeußerlichen alle bei Briefen geltenden Regeln über Schrift, Papier, Namen, Ort, Zeit auch hier beobachtet werden. 56Ü. Worin unterscheidet sich eine Rechnung von einem Briese? Darin, daß sie ihrem Zwecke gemäß nur das betreffende Verzeichnis enthält lind der leichten und sicheren Uebersicht wegen in hergebrachter äußerer Form abgefaßt wird. Weil die Form einer Rechnung eben eine hergebrachte ist, so muß dieselbe an bestimmten Musterbeispielen genau eingeübt werden. 565. Wie wird die Rechnung „quittiert"? Wenn von dem Rechnungsempfänger die von dem Rechnungsaussteller geforderte Summe an diesen bezahlt 176 Dritter Teil. Komposition. ist, so wird solches von ihm mit nochmaliger Hinzufügung seines Namens, des Orts und Datums bezeichnet, und dies heißt „quittieren". Auch hierbei ist die Form eine hergebrachte, etwa „richtig empfangen", „zu Dank bezahlt", „zu ergebenstem Danke erhalten" rc. Wie wichtig es ist, sich mit der hergebrachten Form bekannt zu machen, zeigen oft lächerliche Quittungsformeln, wie „mit Dank bezahlt", „dankbar bezahlt", während der Bezahlende nicht selten glaubt, neben der Bezahlung seinerseits keinen besonderen Dank schuldig zu sein. 566. Was ist über die zweite Art der Rechnungen -Volksschule 344, s. Volksschule. 192 Register. Aus; atz und Kunst 417 -Erfolg 161. 192 Aufsatzstunde, eine Last 182 Aufsummieren 220 ff. Ausarbeitung, Fortgang 180 Ausdruck, natürlicher 271 Befähigung zum Schreiben 266. 310 Begeisterung, wahre 419 Begriff, Inhalt und Umfang 88 ff. 446 Bekanntmachungen, s. Anzeigen. Bekehrung und Interesse 388 Beschreiben, Begriff 13. 45. 84. 355—424 — Zweck 145 — Schwierigkeit 146. 148 — Umfang 148 — Arten 360 ff. — Merkmale 374 — Stufen, s. Stufe. — und Erzählung 354 — — eigene Anschauung 379 Bestimmtheit 544. 547 Beweisführung 157 f. 166 Bildlicher Ausdruck 35. 271. 434 Bilder, hergeholte 271 — als Lehrmittel 365 ff. — Bedingung 366 — Nntzcn 370 Billet, Begriff 516 — und Brief 516 Brief, allgem. Wesen 15. 23. 25. 155. 209. 278. 502—540 — unser Stellvertreter 25. 503. 508 — kaufmännischer 155. 521. 541. 552 — schwatzhaft 517 — Begriff 502 — Bedeutung 507 — Form 505 — spezieller Charakter 503 — Stil 508 Brief, Anrede, Ueberschrift 512.514 — Eingang, Einleitung 512.515 — Vortrag, Darlegung 512.516 — Schluß 512. 518 — Unterschrift 512. 519 ff. — Papier 524 f. — Schrift 524. 526 — Zusammensalten 524. 527 — Umschlag 524. 528 — Verschließen 524. 530 ff. — Aufschrift 524. 536 ff. — siegeln 532 ff. Briefschreiben 209. 539 ff. Briefempfänger 510 Brief und Leser 209 -Schrift 278 Briefsteller, Benutzung 519 Bürge, Bürgschaft 590 Bürgschaftsscheine, allg. Wesen 588—501 — Begriff 588 — besondere Gefahr 589 — Merkmale 590 s. Onptntio Usnsvolsntins 214 Charakter, eines Aufsatzes 154 — des Stils 267. 292 Ooiupositio 258 Couvert, s. Briefumschlag. Darlegung 157 f. 166 Definieren, Was? 92 ff.129ff. 448 Demütig, Wie? 214 Deutlichkeit 544. 546 Deutschland, Lage 109 Diktat, Schreiben danach 317 Disjunktive Frage 492 ff. Disponieren, Was? 119. 129 ff. — Wie? 183 f. — Aufgabe 120 -äußerliche 121 ff. — rückwärts 182 ff. 248 ff. Disponieren, vorwärts 250 Disposition, allg. Aufgabe 131 Register. 193 Disposition, spez. Aufgabe 141 — Merkmale 132 ff. — Form 133 — Hinabführung 134.173—180 — Gefahr 137 ff. — Fortschritt 180 — Ausarbeitung 181—184 — Notwendigkeit 181. 246 — fremde 178 — Beispiel 252 — einengend 453 — und Invention 122 -Entwurf 138 -Komposition 169—172. 189. 228. -Verfasser 177 u. ff. -Uebergänge 228 -Wiedererzahlung 251 — — freier Aussatz 251 — — Abhandlung 452. 453 Eckig 135—140. 229. 253 Effekt 271 Eigentümlichkeit des Verfassers 473 Eile, In Eile rc. 517 Eindruck, Wie? 206. 276. 278 Einförmigkeit 472 Eingabe 522 s. Einbildungskraft 364 Einleitung, Aufgabe 185—214 — Zweck 185 — allgem. Inhalt 186 — Wann? 158 — Regeln 190 ff. — praktisch 212 ff. — indirekt, nicht direkt 213 ff. — und Leser 185 -Mißverständnisse 210 f. -Schluß 216 ff. Einseitigkeit 170 f. 240 Einteilung des Katechismus 41 Eintönigkeit 472 Eitelkeit und Stil 271 Empfangsschein, allgem. Wesen 572—577 Michelsen, Stilistik. S. Aufl. Empfangsschein, Benennungen 572 — Begriff 573 — und Quittung 575 ! Empfehlung 214. 276 Emporkommen und Schrift 278 > Entwurf, katechetischer 487 ff. — zusammenhängender 138.230 — — Beispiel 253 Erfolg 161. 206 Erklärung, allg. Wesen 438—448 — Begriff 438 — Stufen 439 ff. — Arten 443 ff. Erzählen, Was? 13. 84 — Schwierigkeit 147 — und Wiedererzählung 147 — — Stufen 266 Erzählung, allg. Wesen 309—352 — Begriff 309 — Arten 312 ff. — Stufen 315 ff. ! — und Beschreibung 354 ff. i-Verfasser 310 ! Faden festhalten 220 ff. i Folge der Teile 161 ff. Folge, logisch richtig 163 ff. — naturgemäß 163 ff. — psychologisch angemessen 163ff. Formulare 557 Frachtbrief 567 Frageform, allg. Wesen 493 > — Begriff 498 ' — disjunktive 492 ff. Freier Aussatz, allg. Wesen i 1 f. 84. 181. 259 -Wann? 268 -und Disponieren 251 '-Wiedererzählen 268.322 Gedächtnis, Bedeutung 54 ff. 62 ! bis 66 ^ — und Merkbuch 66.108. 175 f. I-Fleiß 56 -Schrift 60 ff. is 194 Register. Gegenscheine, allg. Wesen 601 bis 603 — Begriff 601 — Benennung 602 — Merkmale 603 Geniales Wesen 277 Geschästsaufsätze, allg. Wesen 15. 542—615 — Begriff 542 — Zweck 543 — allg. Merkmale 544 — Arten 553 Geschäftsbrief 522 f. 539. 552 Geschäftsführer 600 Gespräch, allg. Wesen 15. 105 ff. 480—501 — Begriff 480 — Form 481 — Bedeutung 482 — Faden 483 — Arten 485 — und Disposition 484 Gewohnheit, Macht 280. 283 f. Geziertheit 271. 508. 527 Girieren 582 Gläubiger 579 Gleichnisse 429 ff. — Kraft 431 Gleichtönigkeit 472 Goethe 65 Haltung des Aussatzes 197 Handschrift, lesbare 23—24. 26. 40. 275 ff. 526. 537 — schöne 25 f. 276 ff. — Wichtigkeit 601 — und Brief 23. 25, s. Brief. -Schule 26. 40 Harmonie 477 Hiifsbücher 423 Historisches Thema 165 Hören und Lesen 76 f., s. Lesen. „Aa!" oder „Nein!" 493 ff. Indossieren 582 Industrie 109 Interesse, Erweckung 197 ff. 383 ff. 419 — Persönlichkeit 207 — und Bewußtsein 385 -Belehrung 388 Invention, allg. Wesen 42. 43 bis 118 — Beschränkung 116 ff. — und Disposition 122 Äatalog 554 Katechisieren, Entwurf 138. 487 s. Katechismen, ihre Form 482. 485 Katechismus des Katechisierens 501 Katechismus, unser, Umfang 457 Kautel, s. Vorsicht. Kaution 590 Keckheit des Aburteilens 214 Kladde-Schreiben, allg. Wesen 279—290 — Entwöhnung 283 — Notbehelf 283 — vom Lehrer verlangt 282 Komposition, Aufgabe 258—616 — Regeln, allgem. 260 ff. -spez. 300 ff. — Fortgang 211. 282 — stockend 179 — u. Invention u. Disposition 259 Kontrakt, Kontrahenten 605 Korrektheit 272 ff. 281 Korrektur, Wie? 259. 470 Korrigieren, Wer? 281. 470 Kritik, allg. Aufgabe 32. 34 f. — eigene 36—40 Kunst, Was? 93 Künste, Unterschied 81 Kunst und Natur 60 -Aufsatz 417 — — Schönheit 417 Register. 195 Kunstregeln 453 s. Kürze, möglichste 544. 548 ff. Lautlcseu, Bedeutung 263 s. 293 f. 470 Leben und Schule 26. 57. 109. 619 Lehrbeschreibungen 372 Lehrbücher des Stils 423 Lehrer, praktischer 423 Lehrvortrag 15. 152 Lesen, Bedeutung 58 — und Schrift 59. 72 -Merkbuch 72 — — Hören 76 f. — — Schreiben 261 ff. — mit Verständnis 184 Lesebuch, Fragen darüber 491 Lieferungsscheine, allg. Wesen 567—571 — Benennungen 567 — Begriff 568 — Merkmale 569—570 Logisches Thema 166 Mädcheninstitute 508 Märchen, Berechtigung 326 ff. Llunänrs, Mandant, Mandat, Mandatar 599 Manier 225 Merkbuch, allgem. Wesen 66 ff. 86. 108. 123. 126. 175 f. — Wichtigkeit 67 — Anlage 68 — Inhalt 71 — und Lesen 75 -Tagebuch 351 Merkmale, Auffindung 45 ff. — wesentliche 380 ff. 403 — zufällige 403 ff. — logisch wesentliche 404 — rhetorisch wesentliche 404 Mißstimmung, allgem. Wesen 194 ff. — subjektive 196 ff. Mißtöne 477 Mißverständnisse 210 ff. — und Publikum 210 ff. Mortifikationsschein 587 Mündlicher Ausdruck 299 ff. — Vortrag, allgem. Wesen 616 bis 618 -und Schrift 616 -Schule 618 Musteraufsätze, Sammlungen 257 — Bedeutung 262 Nachbilden, Bedeutung 266 Natur und Kunst 60 Niederschreiben 317 Notieren, s. Verzeichnen. Notizbuch 66. 69 — und Lesen 72 Oblaten 531 Obligationen 580 f. Ordnung, Notwendigkeit 161 — und Zweck 160—167 Orientierung 407. 411 ff. Parabel 429 ff. Person und Aufsatz 278 Persönlichkeit, Bedeutung 206 — Interesse 207 — und Brief 504 Pestalozzi 57. 441 Phantasie, Freiheit 326 ff. — Bedeutung 328 — Thätigkeit 364 ff. Phantasiebild 11 kostsoriptu 506 Pragmatischer Zusammenhang 415 Predigt, Verständnis 184 — und Schule 184 Primawechsel 582 Publikum, Begriff 206 ff. — verschieden 209 ff. — Rücksicht darauf 463 ff. IS* 196 Register. Dual und Wahl 338 Quelle des Stoffes 81. 102 ff. Quittieren 56b Quittungen, allg. Wesen 572 — Forderungsrecht 573 — Arten 575 — Merkmale 576 f. Nauru und Sein 376 Raumlehre und Schule 406 Rechnung, allg. Wesen 561 bis 566 — Begriff 561 — Arten 562 — Schrift 278 — und Brief 563 f. Rede, allg. Wesen 152. 457 bis 479 — Begriff 458 — Merkmale 459 — gebundene und ungebundene 318 Register 554 Reinschrift, sofortige 285 Reisen, Wichtigkeit 47 Remittent 285 Reproduktionskraft 317 Revers 603 Nezepisse 572 Rubriken 558 Rückscheine, s. Gegenscheine. Tatz und Aufsatz 6. 9 -Erzählung 357 Sauberkeit, äußere 277 Schauspieler, Charakter 267 Schema, Begriff 129. 557. Schematische Form 249. 253. 556 Scheukungsscheine, s. Abtretungsscheine. Schildern, Begriff 13. 45. 84 Schilderungen u. Beschreibungen 373. 382. 384. 416. 421. 549 Schlagworte 271 Schleiermacher 510 Schließliche Zusammenfassung 221 Schluß, allg. Wesen 215—226 — Begriff 215 — spezielle Aufgabe 218 -Regeln 219 ff. — und Einleitung 216 -Zweck 216 -Sentenz 223 ff. Schönbeschreibungen 372. 382 Schönheit, Begriff 390 ff. 416. 428. 472 — Gefühl dafür 385 — und Kunst 417 -Treue u. s. w. 387 Schreiben, Umfang 20 — und Bauen 121 -Lesen 261 ff. Schrift, Bedeutung 59. 110 ff. 278 — Sauberkeit 277 Schrift und Sprache 3 f. 39. 85. 185. 206 Schriftlich und mündlich 185. 206 Schulaufsatz 153 f. 181. 214. 278 Schuldschein, allg. Wesen 578 bis 582 — Begriff 578 — Merkmale 579 — Arten 580 Schuldner 579 Schule und Aufsatz 19. 35. 145. 181 f. 259. 268. 277. 298 ff. 317. 344 ff. 422. 440. -Leben 26. 109. 182. 618 -Handschrift 26 — — fester Stufengang 345 Schulhand 26 Schüleraufsatz 153 Sekundawcchsel 582 Selbstkritik 287 ff. 295 ff. Register. 197 Sentenz, ibre Anwendung 223 ff. Siegel, Wie? 532 ff. Siegellack 531 Sprachgebrauch 35. 273 Sprachrichtigkeit 27 Sprachschönheit 29 f. Sprechen und Denken 8. 17. 35. 39. 58 Sprüche, Bedeutung 66 Standpunkt des Verständnisses 189 Steifheit des Stils 271 Stellvertretung des Verfassers 4. 206 — durch einen Brief 25.503.508 Stempelpapier 579 Stempelmarke 582 Stil, Reinheit 14 — Arten 14 — Schönheit 30 ff. 35. 272 ff. — Originalität 267 — Charakter 267 f. — Fehler 269 ff. — Steifheit 271 — Geziertheit 271 — Korrektheit 272 ff. — Lehrbücher 304 ff. 423 — und Persönlichkeit 35 ff. Stilübung, Stufen 32 ff., s. Stufen. — im Briesschreiben 540 ff. Stimmung, des Lesers 186 — eigene 189 Stoff, historischer und logischer 82. 158 — Sammlung 86 — Ordnung 152 — Uebersicht 127 Stufen, allg. Wesen 32 ff. 181 — des Erzählens 341 ff. — — Beschreibens 361 ff. 392 ff. 429 — — Vergleichens 429—436 — — Erklärens 439 Subjekte, verschieden 208 Substantiv u. Beschreibung 357 Synthetisches Verfahren 157 f. Systematische Form 451 Tagebuch und Merkbuch 351 Teile, ihre Behandlung 168—172 Teilungsgrund 156—159 — und Zweck 159 Thema, Erklärung 2. 7. 9 — Umfang 8 — Inhalt 9 — und Einleitung 186 ff. -Mißstimmung 191 ff. ! — — Gleichgültigkeit 191 ff. — — Geneigtheit 191 ff. Themata, paradoxe 194 I — triviale 194 ! — überflüssige 202 — unpraktische 202 — moralische 349 — Wahl 214. 346 Tilgungsscheine, allg. Wesen 583 bis 587 — Begriff 583 — Arten 584 j — Notwendigkeit 585 ! — Merkmale 586 ! Titulaturen 510. 514 Transportzettel 567 > Trassant 582 Tratte 582 Treue 374 ff. Ilebergänge, allg. Wesen 138. 227—245. 253 — Begriff 227. 238 — und Disponieren 228 -Bindewörter 231 — — Schluß u. Einleitung 232 -Zweck 237 -Einleitung 238 f. Uebersichtlichkeit 121 Hebung, Wichtigkeit 247 Uebungsaussatz 153 Umgestaltung,wesentliche379.381 198 Register. Versallzeit 582 Verfasser und Buch 189 Vergleichungen, allg. Wesen 425 bis 437 — Begriff 425 — Erzählung und Beschreibung 426 — Stufen 429 Verträge, allg. Wesen 604—609 — Benennungen 605 — Notwendigkeit 606 — Merkmale 607 — Rechtsgültigkeit 608 — Arten 609 Verzeichnisse, allg. Wesen 554 s. — Begriff 554 — Merkmale 555 s. Verzeichnung 65. 69 Volksschule und Aussatz 344. 424, s. Schule. Vollmacht, allg. Wesen 598 bis 600 — Begriff 598 — Benennungen 599 — Merkmale 601 Vollständigkeit 374 ff. 399. 544 f. 559 Vorbereitung, formelle 23 ff. — und Aussatz 22 Vorlesen, eignes und fremdes 36. 40. 299 — durch einen andern 299 — und Lautlesen 264 Vorrede und Buch 189 Vorsicht 225 Wahl und Qual 338 — der Themata 346 ff. — — Bedeutung 348 ff. Wahrheit, historische 325 Wahrscheinlichkeit 323 ff. Webers Katechismen 370. 482. 486 Wechsel 580. 582 Weltgeschichte, Inhalt 113 Wendungen, gesuchte 271 Wertbestimmung 559 Widerhaken 224 Wiedererzählen, Bedeutung 265 ff. — Grenze 267 — einfaches 317 Wiedererzählung, allg. Wesen 11 s. 32. 84. 145. 147. 181. 251. 265. 267. 313 ff. 361 ff. — und freier Aussatz 268 Wiederüberarbeiten 268 ff. Wissenschaft 109 Wohlklang, rhythmischer 467 ff. — Begriff 471 ff. — Merkmale 471 Wohnort auf der Adresse 538 Worte machen 182 Zeit und Thätigkeit 376 Zeitersparnis 284 Zeuge 611 Zeugnisse, allg. Wesen 610—612 — Begriff 610 — Benennungen 611 — Merkmale 612 Zusammenschluß eines Aufsatzes 217 ff. Zweck und Aufsatz 5. 10. 15. 142—150. 153. 242 — — Disposition 142—150. 153. 185 — — Teilungsgrund 159 — — Ordnung 160—167 — — Einleitung 185 ff. — — Uebergang 237. Druck von I. I. Weber in Leipzig. Verlag von I. ü. Aeber in Leipzig. E- «-^-- -> liiuzirierie Katechismen > ^ Belehrungen aus dem Gebiete der Wissenschaften, Rünste und Gewerbe rc. 7n vriginalleinendänaen. s ' Ackerbau, praktischer. Von Wilhelm Hamm. Dritte Auflage, gänzlich umgearbeitet von A. G. Schmitter. Mil 138 Abbildungen 1890. 3 Mark. Agrirulturchemie. Von vr. E. Wildt. Sechste Auslage. Mit 41 Abbildungen. 1884 . 3 Mark. Alabastcrschliigcrei s. Liebhaberkünste. Algebra, oder die Grundlehren der allgemeinen Arithmetik. Vierte Auflage, vollständig neu bearbeitet von Richard Schurtg. 1885 . 3 Mark. Altersversicherung s. Jnvallditätsversicherung. Anstandslchre s. Ton, der gute. Appretur s. Spinnerei. Arbeitervcrsichcrung s. Alters-, Jnvaliditäts-, Kranken- bez. Unfallversicherung. Archäologie. Uebersicht über die Entwickelung der Kunstbei den Völkern des Altertums von vr. Ernst Kroker. Mit 3 Tafeln und 127 Abbildungen. 1888. 3 Mark. Archivkunde s. Registratur. Arithmetik. Kurzgesaßtes Lehrbuch der Rechenkunst für Lehrende und Lernende von E. Schick. Dritte, verbesserte und vermehrte Auflage, bearbeitet von Max Meyer. 1889 . 3 Mark. Acsthetik. Belehrungen über die Wissenschaft vom Schönen und der Kunst von Robert Prölß. Zweite, vermehrte und verbesserte Auflage. 1889.3 Mark. Astronomie. Belehrungen über den gestirnten Himmel, die Erde und den Kalender von vr. Hermann I. Klein. Achte, vielfach verbesserte Auslage. Mit einer Sternkarte und 163 Abbildungen. 1893. 3 Mark. Aetzen s. Liebhaberkünste. Aussatz, schriftlicher, s. Stilistik. Auswanderung. Kompaß für Auswanderer nach europäischen Ländern, Asien, Afrika, den deutschen Kolonien, Australien, Süd- und Zentralamerika, Mexiko, den Vereinigten Staaten von Amerika und Kanada. Siebente Auslage. Vollständig neu bearbeitet von Gustav Meinecke. Mit 4 Karten und einer Abbildung. 1896. 2 Mark SV Pf. Bankwesen. Von vr. E. Gleisberg. Mit 4 Checkformularen und einer Uebersicht über die deutschen Notenbanken. 1890. 2 Mark. Baukonstruktionslehrc. Mit besonderer Berücksichtigung von Reparaturen und Umbauten. Von W. Lange. Vierte, vermehrte und verbesserte Auslage. Mit 479 Abbildungen und 3 Tafeln. 1898. 4 Mark SO Pf. Baustile, oder Lehre der architektonischen Sttlarten von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart von vr. Ed. Freiherrn von Sacken. Dreizehnte Auflage. Mit 103 Abbildungen. 1898 . 2 Mark. Baustofslchre. Von Walther Lange. Mit 162 Abbildungen. 1898. 3 Mark öl) Pf. Beleuchtung s. Heizung. Bergbaukunde. Von G. Köhler. Zweite, vermehrte und verbesserte Auflage. Mit 224 Abbildungen. 1898. 4 Mark. Bergsteigen. — Katechismus für Bergsteiger, Gebirgstouristen und Alpenreisende von Julius Meurer. Mit 22 Abbildungen. 1892 . 3 Mark. 2 Weber; Illustrierte Hatecblsmen. Bewegungsspiele für die deutsche Jugend. BonJ. C. Lion und J.H. Weltmann. Mit 29 Abbildungen. lMI. 2 Mark. Bibliothekslehrc mit bibliographischen und erläuternden Anmerkungen. Neubearbeitung von Dl. Julius Petzholdts Katechismus der Bibliothekenlehre von vr. Arnim Gräsel. Mit 33 Abbildungen und 11 Schrifttafeln. 1890. 4 Mark L0 Ps. Biencnlunde und Bienenzucht. Von G. Kirsten. Dritte, vermehrte und verbesserte Auslage, herausgegeben von I. Kirsten. Mit öl Abbildungen. 1887. 2 Mark. Bierbrauerei. HIlfsbüchletn slir Brauereipraktiker und Studierende von M. Kranbauer. Mit 12 Abbildungen. 1898. 4 Mark. Bildhauerei für den kunstltebenden Laien. Von Rudolf Maison. Mit 03 Abbildungen. 1894 . 3 Mark. Bleicherei s. Wäscherei re. Blumenzucht s. Ziergärtnerci. Börsen- und Banlwcscn. Aus Grund der Bestimmungen des neuen Börsen- und Depotgesctzes bearbeitet von Georg Schweitzer. 1897. 2 Mark övPs. Bossicrcn s. Liebhaberlünste. Botanik, allgemeine. Zweite Auslage. Vollständig neu bearbeitet von vr. E. Dennert. Mit 200 Abbildungen. 1897. 4 Mark. Botanik, landwirtschaftliche. Von Karl Müller. Zweite Auflage, vollständig ningearbeitel von R. Herrmann. Mit 4 Tafeln und 48 Abbildungen. 1870. 2 Mark. Brandmalerei s. Liebhaberkiinste. Bricfmarkcnkunde und Bricfmarkensammelwcscn. Von V. Snppantschitsch. Mit 1 Porträt und 7 Textabbildungen. 189L. 3 Mark. Bronzcmalcrei s, Liebhaberlünste. Buchdruckcrkunst. Von A. Waldow. Sechste, vermehrte und verbesserte Auflage. Mit 43 Abbildungen und Taseln. 1894. 2 Mark 50 Ps. Buchführung, kaufmännische. Bon Oskar Klemich. Fünfte, durchgesehene Auflage. Mit 7 Abbildungen und 3 Wechselsormularen. 1895 . 2 Mark 50 Ps. Buchführung, landwirtschaftliche. Von Prof.vr.K.Birnbaum. 1879 . 2Mark. Bürgerliches Gesetzbuch s. Gesetzbuch. Chemie. Von Prof. vr. H. Htrzel. Siebente, vermehrte Auflage. Mit 3L Abbildungen. 1894. 4 Mark. Chemikalicnkunde. Eine kurze Beschreibung der wichtigsten Chemikalien des Handels. Von vr. G. Heppe. 1880. 2 Mark. Chronologie. Mit Beschreibung von 33 Kalendern verschiedener Völker und Zeiten von vr. Aolf Drechsler. Dritte, verbesserte und sehr vermehrte Auflage. 1881. , ^ 1 Marl LO^Ps. uom 6U langua allemauäo par 0. 1'. lrinüeisbu. 1895. 3 Llarll 50 l't. Dampfkessel, Dampfmaschinen und andere Warmemotoren. Ein Lehr- und Nach- schlagebuch für Praktiker, Techniker und Industrielle von Th. Schwartze. Sechste, vermehrte und verbesserte Auflage. Mit 268 Abbildungen und 13 Tafeln. 1897 . 4 Mark SO Pf. Darwinismus. Von vr. Otto Zacharias. Mit dem Porträt Darwins, 30 Abbildungen und 1 Tafel. 1892. 2 Mark SO Pf. Delstermalerci s. Liebhaberkünste. Differential-und Integralrechnung. Von Franz Bendt. Mit 39 Figuren. 1890. 3 Mark. Dogmatik. Von Prof. vr. Georg Runze. 1897. 4 Mark. Drainicrung und Entwässerung des Bodens. Von vr. W i ll i amLöbe. Dritte, gänzlich umgearbeitete Auslage. Mit 92 Abbildungen. 1881. 2 Mark. Dramaturgie. Von Robert Prölß. 1877. 3 Mark. Drogucnkundc. Vonvr.G. Heppe. Mit30Abbildungen. 1879. 2MarkbOPs. Einjährig - Freiwillige. — Der Weg zum Einjährig-Freiwilligen und zum Offizier des Beurlaubtenstandes in Armee und Marine. Von Oberstlieutenant z. D. Moritz Exner. Zweite Auflage. 1897. 2 Mark. Eissegeln und Eisspiele s. Wintersport. Elektrochemie. Von vr. Walther Löb. Mit 43 Abbildungen. 1897. 3 Mark. Webers Illustrierte Kuteeblsmen 3 Elektrotechnik. Ein Lehrbuch für Praktiker. .Techniker und Industrielle von Th. Schwartze. Sechste, vollständig umgearbeirete Auflage. Mit 2SS Abbildungen. IMS. 4 Mark SO Pf. Entwässerung s. Trainierung. Ethik. Von Friedrich Kirchner. Zweite, verbesserte und vermehrte Auflage. 1898. 3 Mark. Familicnhäuser für Stadt »nd Land als Fortsetzung von „Villen und kleine Familienhäuser". Von G. Aster. Mit 110 Abbildungen von Wohngebäuden nebst dazugehörigen Grundrissen und K in den Text gedruckten Figuren. IMS. ' 5 Mark, s. auch Villen. Farbenlehre. Von Ernst Berger. Mit 40 Abbildungen und 8 Farben- taselu. 1898. 4 Mark 50 Ps. Färberei und Zcugdruck. Bon vr. Hermann Grothe. Zweite, vollständig neu bearbeitete Auflage. Mit 78 Abbildungen. 1885. 2 Mark 50 Ps. Farbwarcnkundc. Von vr. G. Heppe. 1881. 2 Mark. Fcldmctzknnst. Von vr. C. Pietsch. Sechste Auslage. Mit 75 in den Text gedruckten Abbildungen. 1897. 1 Mark SV Pf. Fcuerwerkerci s. Lustseuerwerkerei. Finanzwisscnschaft. Von Alois Bischof. Sechste, verbesserte Auslage. 1898. 2 Mark. Fischzucht, künstliche, und Teichwirtschaft. WirtschastSlehre der zahmen Fischerei von E. A. Schroeder. Mit 52 Abbildungen. 1889 . 2 Mark 50 Pf. Flachsbau und Flachsbcrcitung. Von K. Sonntag. Mit 12 Abbildungen. 1872. 1 Mark 50 Ps. Flöte und Flötcnspicl. Ein Lehrbuch für Flötenbläser von Maximilian Schwedl er. Mit 22 Abbildungen und vielen Notenbeispielen. 1897.2Mark50Ps. Forstbotanik. Von H. Fi schbach. Fünfte, vermehrte und verbesserte Auslage. Mit 79 Abbildungen. 1894. 2 Mark 50 Pf. Freimaurerei. Von vr. Willem Smitt. 1891. 2 Mark. Galvanoplastik und Galvanostegie. Ein Handbuch für das Selbststudium und den Gebrauch in der Werkstatt von G. Seelhorst. Dritte, durchgesehene und vermehrte Auslage von vr. G. Langbein. Mit 43 Abbildungen. 1888 . 2 Mark. Gartenbau s. Nutz-. Zier-. Zimmergärtuerci. Rosenzucht und Obstverwertung. Gebärdensprache s. Mimik. Gedächtniskunst oder Mnemotechnik. Von Hermann Kothe. Achte, verbesserte und vermehrte Auslage, bearbeitet von vr. G. Pietsch. 1897. 1 Mark 50 Pf. Geflügelzucht. Ein Merkbiichlein für Liebhaber. Züchter und Aussteller schonen Nassegeflügels von Bruno Diirigen. Mit 40 Abbildungen und 7 Taseln. 1890. 4 Mark. Gcmäldckunde. Von vr. Th. v. Frimmel. Mit 28 Abbildungen. 1894. S Mark 50 Pf. Gemüsebau s. Nutzgärtnerei. Geographie. Fünfte Auslage, gänzlich umgearbeitet von Friedrich Traumul l e r. sNnter der Presse.) Geographie, mathematische. Zweite Auflage, umgearbeitet und verbessert von vr. Hermann I. Klein. Mit 113 Abbildungen. 1894. 2 Mark 50 Pf. Geologie. Von vr. Hippolyt Haas. Sechste, vermehrt- und verbesserte Auflage. Mit 157 Abbildungen und 1 Tafel. 1898. 3 Mark. Geometrie, analytische. Von vr. Max Friedrich. Mit 56 Abbildungen. 1884. 2 Mark 40 Ps. Geometrie, ebene und räumliche. Von Pros. vr. K. Ed. Zetzsche. Dritte, vermehrte und verbesserte Auslage. Mit 223 Abbildungen und 2 Tabellen. 1892. 3 Mark. Gcsanqskunst. Von F. Sieber. Fünfte, verbesserte Auflage. Mit vielen Notenbeispielen. 1894. 2 Mark 50 Ps. Geschichte, allgemeine, s. Weltgeschichte. __ Geschichte, deutsche. VonWilhelmKentzler. 1879. Kartoniert 2MarkS0Pf. Gesetzbuch, Bürgerliches, nebst Einführungsgesetz. Texlausgabe mit Sachregister. 189S. 2 Mark 50 Ps. Weber; Illustrierte Hstecblsmen Gesetzgebung des Deutschen Reiches s. Reich, das Deutsche, Gcsundhcitslchrc , naturgemäße, auf Physiologischer Grundlage, Siebzehn Borträge von vr. Fr, Sch olz, Mit 7 Abbildungen, 1884 , 3 Mark 50 Pf, jUnler gleichem Titel auch Band 20 von Webers Jllustr. Gesundheitsbüchern.) Girowcscn. Von Karl Berger, Mit 21 Formularen, 1881, 2 Mark, Glasmalerei s, Porzellanmalerei und Liebhaberkünste, Glasradiercn s, Liebhaberkiinste, Gobclinmalcrci s, Liebhaberkünste, Gravieren s, Liebhaberkünste, Handelsgesetzbuch für das Deutsche Reich nebst Einsührungsgesetz, Textausgabe mit Sachregister, 1897, 2 Mark, Handelsmarine, deutsche. Bon R, Dtttmer, Mit 86 Abbildungen, 1882, 8 Mark 50 Pf, Handelsrecht, deutsches, nach dem Allgemeinen Deutschen Handelsgesetzbuche von Robert Fischer, Dritte, umgearbeitete Auflage, 1885, 1 Mark 5V Pf, Handclswisscnschast. Von K, Arenz, Sechste, verbesserte und vermehrte Auflage, bearbeitet von Gust, Rothbaum und Ed, Deimel, 1890, 2 Mark, Heerwesen, deutsches. Zweite Auslage, vollständig neu bearbeitet von Moritz Exner, Mit 7 Abbildungen, 1896, 8 Mark, Heizung, Beleuchtung und Ventilation. Von Th, Schwartze, Zweite, vermehrte und verbesserte Auflage, Mit 209 Abbildungen, 1897, 4 Mark, Heraldik. Grundzüge der Wappenkunde von vr, Ed, Freih, v. Sacken, Sechste Auflage, neu bearbeitet von Moriz von Weittenhiller, Mit 288 Abbildungen, 1898, 2 Mark, Holzmalcrei, -schlägcrci s, Liebhaberkünste, Hornschlägcrci s, Liebhaberkiinste, Husbeschläg. Zum Selbstunterricht für jedermann. Von E, Th, Walther, Dritte, vermehrte und verbesserte Auflage, Mit 67 Abbildungen, 1889, 1 Mark 50 Pf. Hunderassen. Von Franz Krichler, Mit 42 Abbildungen, 1892, 3 Mark, Hüttenkunde, allgemeine. Von vr, E, F, Dürre, Mit 209 Abbildungen, 1877, 1 Mark 50 Pf, Jntarsiaschnitt s, Liebhaberkiinste, Integralrechnung s, Differential- nud Integralrechnung, Jnväliditkts-lind Altersversicherung. Von Georg Wengler, 1898. 2 Mark, Jagdkundc. — Katechismus iür Jäger und Jagdfreunde von FranzKrichler, Mit 33 Abbildungen, 1891, 2 Mark 50 Pf, Kalcndcrkundc. Belehrungen über Zeitrechnung, Kalenderwesen und Feste von O, Freih, von Reinsberg-Dürtngsfeld. Mit 2 Tafeln, 1876, 1 Mark 50 Pf, Kcllerwirtschaft s, Weinbau, Kcrbschnitt s, Ltebhaberkünfte. Kindcrgärtncrci, praktische. Von Fr, Seidel, Dritte, vermehrte und verbesserte Auflage. Mit 35 Abbildungen, 1887, 1 Mark 50 Pf, Kirchcngcschichtc. Von Frtedr, Kirchner, 1880, 2 Mark 50 Pf, Klavierspicl. Von Fr, Taylor, Deutsche Ausgabe von Math, Stegmayer, Zweite, verbesserte Auflage, Mit vielen Notenbeispiclen, 1893, 2 Mark, Knabenhandarbeit. Ein Handbuch des erziehlichen ArbcitSunterrichts von vr, Woldemar Götze, Mit 69 Abbildungen, 1892, 3 Mark, Kompositionslehre. Von I, C, Lobe, Sechste Auflage, Mit vielen Musikbetspielen, 1895, 2 Mark, Korkarbcit s, Liebhaberkiinste, Korrespondenz, kaufmännische, in deutscher Sprache, Von C, F, Find- etsen. Fünfte, vermehrte Auflage, znm dritten Male bearbeitet von Franz Hahn, 1898 , 2 Mark 50 Pf, Kostümkunde. Von Wolsg, Quincke, Zweite, verbesserte und vermehrte Auflage, Mit 459 Kostllinfiguren in 152 Abbildungen, 1896, 4 Mark 50 Pf, Krankenversicherung. Von Georg Wengler, 1898, 2 Mark, Kriegsmarine, deutsche. Von R, Di ttmer. Mit 126 Abbild, 1890 3 Mark, Kulturgeschichte. Bon I, I, Hon egg er. Zweite, vermehrte und verbesserte Auflage, 1889. 2 Mark, lvedrrr lllurttlertr ^stecdlsmeii 5 Kunstgeschichte. Bon Bruno Bücher. Vierte, verbesserte Auslage. Mit 276 Abbildungen. 1895. 1 Mark. Lederschnitt s. Liebhaberkünste. Licbhaherkünste. Von Wanda Friedrich. Mit 250 Abbildungen. 1895. 2 Mark 50 Ps. Littcraturgeschichtc, allgemeine. Bon vr. Ad. Stern. Dritte, vermehrte und verbesserte Auslage. 1892. g Mark. Littcraturgeschichtc, deutsche. Von vr. Paul Möbius. Siebente, verbesserte Auflage von vr. Gorthold Klee. 1896. 2 Mark. Logarithmen. Von Pros. Max Metz er. Zweite, verbesserte Auflage. Mit 8 Tafeln und 7 in den Text gedruckten Abbildungen. 1898. 2 Mark 59 Pf. Logik. Von Friedr. Kirchner. Zweite, vermehrte und verbesserte Auflage. Mit 36 Abbildungen. 1890. 2 Mark 50 Pf. Lustfcucrwcrkcrei. Kurzer Lehrgang für die gründliche Ausbildung in allen Teilen der Phrotechnik von C. A. von Nida. Mit124 Abbild. 1883 . 2Mark. Malerei. Von Karl Raupp. Dritte, vermehrte und verbesserte Auflage. Mit SO Abbildungen und 4 Tafeln. 1898. 3 Mark, s. auch Liebhaberkiiuste, Porzellan- und Glasmalerei. Marine s. Handels- bez. Kriegsmarine. Markscheidckunst. VonO. Brathuhn. Mit 174Abbildungen. 1892. 8Mark. Mechanik. Von PH. Huber. Sechste Auflage, den Fortschritten der Technik entsprechend neu bearbeitet von Walther Lange. Mit 196Abbildungen. 1887. Mctallätzcn, -schlagen, -treiben s. Liebhaberkiinste. ^ Marl 50 Pi. Meteorologie. Von Prof. Di. W. I. van Bebber. Dritte, gänzlich um- qearbeitete Auflage. Mit 63 Abbildungen. 1893. 3 Mark. Mikroskopie. Von Prof. Carl Chun. Mit 97 Abbild. 1885 . 2 Mark. Milchwirtschaft. Von vr. Eugen Werner. Mit 23 Abbild. 1884. 3 Mark. Mimik und Gebärdensprache. Von Karl Slraup. Mil 60 Abbildungen. 1892 . 3 Mark 50 Ps. Mineralogie. Bon vr.fEugen Husfak. Fünfte, vermehrte und verbesserte Auslage. Mit 154 Abbildungen. 1896. 2 Mark 50 Pf. Münzkunde. Von H. Dannenberg. Mit 11 Tafeln Abbildungen. 1891. 4 Mark. Musik. Von I. C. Lobe. Sechsundzwanzigste Auflage. 1896. 1 Marl 50 Ps. Musikgeschichte. Von R. Musiol. Mit 15 Abbildungen und 34 Notenbeispielen. Zweite, vermehrte und verbesserte Auflage. 1888. 2 Mark 50 Ps. Musikinstrumente. Von Richard Hofmann. Fünfte, vollständig neu- bearbeikete Auslage. Mit 189 Abbildungen. 1890. 4 Mark. Musterschutz s. Patentwesen. Mythologie. Von vr. E. Kroker. Mit 73 Abbildungen. 1891. 4 Mark. Nagelarbcit s. Liebhaberkünste. Naturlchre. Erklärung der wichtigsten physikalischen, meteorologischen und chemischen Erscheinungen des täglichen Lebens von Di. C. E. Brewer. Vierte, umgearbeitete Auflage. Mit 53 Abbildungen. 1893. 3 Mark. Nivellierkunst. Von Pros. vr. C. Pietsch. Vierte, umgearbeltete Auslage. Mit 61 Abbildungen. 1895. 2 Mark. Numismatik s. Münzkunde. Nutzgärtnerci. Gruudzüge des Gemüse- und Obstbaues von Hermann Jäger. Fünfte, vermehrte und verbesserte Auflage, nach den neuesten Erfahrungen und Fortschritten umgearieitet von I, Wesselh ös t. Mit 63 Abbildungen. 1893. Obstbau s. Nutzgärtneret. 2 Marl 50 Pf. Obstverwcrtungs Anleitung zur Behandlung und Aufbewahrung des frischen Obstes, zum Dörren, Etilkochen und Einmachen, sowie zur Wein-, Likör-, Branntwein- und Essigbereitung aus den verschiedensten Obst- und Beerenarten von Johannes Wesselhöft. Mit 45 Abbildungen, 1897. 3Mark. Orden s. Ritter- und Verdienstorden. Orgel. Erklärung ihrer Struktur, besonders in Beziehung aus technische Behandlung beim Spiel von E. F.Rtchter. Vierte, verbesserte und vermehrte Auslage, bearbeitet von Hans Menzel. Mit 25 Abbildungen. 1896. 3 Mark. Ornamentik. Leitfaden über die Geschichte, Entwickelung und die charakteristischen Formen der Berzierungssttle aller Zeiten von F. Kanttz. Fünfte, verbesserte Auslage. Mit 131 Abbildungen. 1896. 2 Mark. lveberr Illurttierte l^stecftlrmen «> Pädagogik. Von 1.10. vr. Fr. Kirchner. 1890. 2 Mark. Paläographie s. Urkundenlehre. Paläontologie s. Bersteinerungskunde. Patentwesen, Muster-und Warenzeichenschutz von Otto Sack. Mit S Abbildungen. 1897 . 2 Mark 50 Ps. Perspektive, angewandte. Nebst Erläuterungen über Schattenkonstruktion und Spiegelbilder von M.Kleiber. Zweite, vermehrte und verbesserte Auslage. Mit 145 in den Text gedruckten und 7 Tafeln Abbildungen. 1898. 3 Mark. Pctrcfaktcnkunde s. Versteinerungskunde. Petrographie. Lehre von der Beschaffenheit, Lagerung und Bildungsweise der Gesteine von vr. I. Blaas. Zweite, vermehrte und verbesserte Auflage. Mit 88 Abbildungen. 1898. 3 Mark. Philosophie. Von I. H. v. Kirchmann. Vierte, durchgesehene Auslage. 1897. . 3 Mark. Philosophie, Geschichte der, von Thales bis zur Gegenwart. Von lao. Kr. Fr. Kirchner. Dritte, vermehrte und verbesserte Auslage. 1898. 4 Mark. Photographie. Anleitung zur Erzeugung photographischer Bilder von vr. I. Schnauß. Fünfte, verbesserte Auslage. Mit 40 Abbildungen. 1895.2 Mark 50 Ps. Phrenologie. Von vr. G. Scheve. Achte Auflage. Mit Titelbild und 18 Abbildungen. 1898. 2 Mark. Physik. Von vr. I. Kollert. Fünfte, verbesserte und vermehrte Auflage. Mit 273 Abbildungen. 1895. 4 Mark 50 Pf. Poetik, deutsche. Von vr. I. Minckwitz. Zweite, vermehrte und verbesserte Auslage. 1877. 1 Mark 80 Ps. Porzellan- und Glasmalerei. Von Robert Nike. Mit 77 Abbildungen. 1894. 3 Mark. Projektionslehrc. Mit einem Anhänge, enthaltend die Elemente der Perspektive. Von Julius Hoch. Zweite, vermehrte und verbesserte Auflage. Mit 121 Abbildungen. 1898. 2 Mark. Psychologie. Von Fr. Kirchner. Zweite, vermehrte und verbesserte Auslage. 1896. 3 Mark. Punzieren s. Liebhaberkünste. Pyrotechnik s. Lustfeuerwerkerei. Radfahrsport. Von 1>r. Karl Biesendahl. Mit 1 Titelbild und 104 Abbildungen. 1897. 8 Mark. Raumbercchnung. Anleitung zur Größenbestimmung von Flächen und Körpern jeder Art von vr. C. Pietsch. Dritte, vermehrte und verbesserte Auflage. Mit 55 Abbildungen. 1888. 1 Mark 80 Pf. Rcbenkultur s. Weinbau. Rechenkunst s. Arithmetik. Rechtschreibung, neue deutsche. Von vr. G. A. Saalfeld. 1895. 3Marl50Pf. Redekunst. Anleitung zum mündlichen Vortrage von Roderich Benedix. Fünfte Auflage. 1896. 1 Mark SO Pf. Registratur- und Archivkundc. Handbuch für das Registratur- und Archivwesen bei den Reiche-, Staats-, Hof-, Kirchen-, Schul- und Gcincindebchördcn, den Rechtsanwälten ec., sowie bei den Staatsarchiven von Georg Holtzinger. Mit Beitragen von vr. Fricdr. Leist. 1883. 3 Mark. Reich, das Deutsche. Ein Nutcrrichtsbuch in den Grundsätzen des deutschen StaatsrcchtS, der Verfassung und Gesetzgebung des Teutichen Reiches von vr. Willst Zeller. Zweite, vielfach umgcarbeitctc und erweiterte Auslage. 1880. 3 Mark. Reinigung s. Wäscherei. Ritter- und Verdienstorden aller Kulturstaatcn der Welt innerhalb des 19. Jahr- lmndcrts. Auf Grund amtlicher und anderer zuverlässiger Quellen zuiammen- gestellt von Maximilian Grttzner. Mit 780 Abbildungen. 18!«. 9 Mark, in Pergamenteinband 12 Mark. Roscnzucht. Vollständige Anleitung über Zucht, Behandlung und Verwendung der Rosen im Lande und in Töpfen von Hermann Jäger. Zweite, verbesserte und vermehrte Auflage, bearbeitet von P. Lambert. Mit 70 Abbildungen. 1893. 2 Mark SO Pf. Ruder- und Segelsport. Bon Otto Gusti. Mit 86 Abbildungen und einer Karte. 1898. 4 Mark. Weber» Illustrierte ystecbismen, 7 Schachspielkunst. Von K. I. S. Portiuz. Elfte Auslage. 1885. 2 Marl. Schlitte»-, Schlittschuh- »»d Schnceschuhsport s. Wintersport. Schnitzerei s. Liebhaberkllnste. Schrcibuntcrricht. Dritte Auflage, neu bearbeitet von Georg Funk. Mit 82 Figuren. 1898. 1 Mark 50 Pf. Schmimmkunst. Von Martin Schwäger!. Zweite Auslage. Mit 111 Abbildungen. 1887 . 2 Mark. Segelsport s. Ruder- und Segelsport. Tittcnlchrc s. Ethik. Sozialismus, uiodcrucr. Von Max Haushofer. 1886. 3 Mark. Sphragistik f. Urkundculehre. Spinnerei, Weberei und 'Appretur. Lehre von der mechanischen Verarbeitung der Gespinstfasern. Dritte, bedeutend vermehrte Auslage, bearbeitet von vr. A. Ganswindt. Mit 188 Abbildungen. 188N. 4 Mark. Sprachlehre, deutsche. Von vr. Konrad Michels en. Vierte Auflage, herausgegebcn von Friedrich Neddcrtch. 1898. 2 Mark 50 Ps. StaarSrecht s. Reich, das Deutsche. Statik. Mit gesonderter Berücksichtigung der zeichnerischen und rechnerischen Methoden von Walther Lauge. Mit 284 Abbildungen. 1897. 4 Marl. Ttcinäbcu, -Mosaik s. Liebhaberkllnste. Stenographie. Ein Leitfaden für Lehrer und Lernende der Stenographie im allgemeinen und des Systems von Gabclsverger im besonderen von Pros. H.'Krieg. Zweite, vermehrte Auslage. 1888. 2 Mark 50 Pf. Stereometrie. Mit einem Anhänge über Kegelschnitte sowie über Maxima und Minima, begonnen von Richard Schurig, vollendet und einheitlich bearbeitet von Ernst Riedel. Mil 158 Abbildungen. 1898. 3 Mark 50 Pf. Stilartcn s. Baustile. Stilistik. Eine Anweisung zur Ausarbeitung schriftlicher Aussätze von vr. Konrad Michelsen. Dritte, verbesserte und vermehrte Auslage, herausgegebcn von Friedrich Nedderich. 1898. 2 Mark 50 Pf. Tanzkunst. Ein Leitsätzen für Lehrer und Lernende nebst einem Anhang über Choreographie von Bernhard Klemm. Sechste, verbesserte und vermehrte Auflage. Mit 82 Abbildungen. 1884. 2 Mark 50 Pf. Technologie, mechanische. Von A. v. Jh ering. Mit 163 Abbildungen. 1888. 4 Mark. Teichwirtschaft s. Fischzucht. Telegraphie, elektrische. Von Pros. vr. K. Ed. Zetzsche. Sechste, völlig umgearbeitete Auslage. Mit 315 Abbildungen. 1883. 4 Mark. Tierzucht, landwirtschaftliche. Von vr. Eugen Werner. Mit 20 Abbildungen. 1880. 2 Mark 50 Pf. Ton, der gute, und feine Sitte. Von Eufemia v. AdlerSfeld geb. Gräfin Ballestrem. Zweite, vermehrte und verbesserte Auflage. 1885. 2 Mark. Trichinenschau. Von F. W. Rüsfert. Dritte, verbesserte und vermehrte Auflage. Mit 52 Abbildungen. 1885. 1 Mark 80 Ps. Trigonometrie. Von Franz Bendt. Zweite, erweiterte Auflage. Mit 42 Figuren. 1884. 1 Mark 80 Ps. Turnkunst. Von vr. M. Kloss. Sechste, vermehrte und verbesserte Auslage. Mit 100 Abbildungen. 1887. 3 Mark. Nhrmacherkunst. Von F. W. Riiffert. Dritte, vollständig neu bearbeitete Auslage. Mit 229 Abbildungen und 7 Tabellen. 1885. 4 Mark. Unfallversicherung. Von Georg Mengler. 1888. 2 Mark. Nniformkunde. Von Richard Knötel. Mit über 1000 Einzelfiguren aus 100 Tafeln, gezeichnet vom Verfasser. 1896. 6 Mark. Urkundculehre. — Katechismus der Diplomatik, Paläographie, Chronologie und Sphragistik von vr. Fr. Leist. Zweite, verbesserte Auflage. Mit 6 Tafeln Abbildungen. 1893. 4 Mark. Ventilation s. Heizung. Verfassung des Deutschen Reiches s. Reich, das Deutsche. Versicherungswesen. Von Oskar Lemcke. Zweite, vermehrte und verbesserte Auflage. 1888. 2 Mark 40 Ps. Berskunst, deutsche. Von vr. Rodcrich Benedix. Dritte, durchgesehene und verbesserte Auslage. 1894. 1 Mark 50 Pf. 8 Aeden illustrierte Hstecdümen. Versteincrungskunde (Petrefaktenkunde, Paläontologie). Von Hlppolht Haas. Mit 178 Abbildungen. 1887. 3 Mark. Villen und kleine Familienhäuscr. Von Georg Aster. Mit 112 Abbildungen von Wohngebäuden nebst dazugehörigen Grundrissen und 23 in den Text gedruckten Figuren. Sechste Auslage. 1897. 5 Mark. (Fortsetzung dazu s. Familienhäuser für Stadt und Land.) Völkerkunde. Von vr. Heinrich Schurtz. Mit 87 Abbildungen. 1893. 4 Mark. Völkerrecht. Mit Rücksicht auf die Zeit- und Streitfragen des internationalen Rechtes. Bon A. Bischof. 1877. 1 Mark SV Pf. Volkswirtschaftslehre. Von Hugo Schober. Fünfte, durchgcfehene und vermehrte Auflage von vr. Ed. O. Schulze. 1896. 4 Mark. Vortrag, mündlicher, s. Redekunst. Wappenkunde s. Heraldik. Warenkunde. Von E. Schick. Fünfte, vermehrte und verbesserte Auslage, neu bearbeitet von vr. G. Heppe. 1886 . 3 Mark. Warcnzeichcnschub s. Patentwesen. Wäscherei, Reinigung und Bleicherei. Von vr. Herin. Grothe. Zweite, vollständig umgearbeitete Auslage. Mit 41 Abbildungen. 1884. 2 Mart. Weberei s. Spinnerei. Wechsclrecht, allgemeines deutsches. Mit besonderer Berücksichtigung der Abweichungen und Zusätze der österreichischen und ungarischen Wechselordnung und des eidgenössischen Wechsel- und Chcckgesctzes. Von Karl Arcnz. Dritte, ganz umgearbeitete und vermehrte Auflage. 1884. 2 Mark. Weinbau, Rebenkultur nnd Wcinbercitung. Von Fr. Jak. Dochnahl. Dritte, vermehrte und verbesserte Auslage. Mit einem Anhänge: Tie Keller- Wirtschaft. Von A. v. Vabo. Mit bo Abbildungen. 1896. 2 Mark 50 Ps. Weltgeschichte, allgemeine. Von vr. Theodor Flathe. Zweite Auslage. Mit S Stammtafeln und einer tabellarischen Uebersicht. 1884. 3 Mark. Wintersport. Von Max Schneider. Mit 140 Abbildungen. 1894. 3 Mark. Zcugdruck s. Färberei. Ziergärtnerci. Belehrung über Anlage, Ausschmückung und Unterhaltung der Garten, sowie Uber Blumenzucht von Herrn. Jäger. Fünfte, vermehrte und verbesserte Auslage. Mit 76 Abbildungen. 1889. 2 Mark öt> Ps. Zimmcrgärtncrci. Nebst einem Anhang , über Anlegung und Ausschmückung kleiner Gärtchen an den Wohngebäuden. VonM.Lebl. MitL6Abbildungen. 1890. 2 Märt. Zoologie. Von vr. C.G. Giebel. Mit 124 Abbildungen. 1879 . 2MarkS0Ps. erzeichnifse mit ausführlicher Inhaltsangabe jedes einzelnen Bandes nebst Schlagwortregister stehen auf Wunsch kostenfrei zur Verfügung. rierlagsvuedvanülung von Z. I. Äeber in Heiprig lleollnitrekrträkre I — (September s8g8.) Druck von I. I. Weber in Leipzig. »> i: )>!. rijiu üitA «ss! ^ ükiU M-IL »-««l !*>. iU ISi. äL «», S!rLtil!0j>c rt^. «E E k« WÜ-M--I. ««ZLL»V> ' »»«l ME flage. IMS. 2 Marl, tersport. corg Funk. Mit 1 Mark S0 Pf. Auflage. Mit IN Ab- Mark 3 Mark echamschen Verarbeitung luslagc, bearbeitet bau 1 1 Mark, en. Vierte Auflage. 2 Mark so Pf. ischeu und rechnerlichen ngen. 1897. 4 Mark. de der Stenographie im n besonderen von Prof. 2 Mark S0 Pf. fowie über Maxima und endet und einheitlich be- 1898. 3 Mark so Pf. r Auflage von vr. Kon Auslage, herausgeqeben 2 Mark SO Pf. lebst einem Anhang über erbesserte und vermehrte 2 Mark S0 Pf ISS Abbildungen. 1888 4 Mark. etzfche. Sechste, völlig 3. 4 Mark. Werner. Mit 20 Ab- 2 Mark SO Pf. Adlersfeld geb. Gräfin uslage. 1895. 2 Mark, sserte und vermehrte Auf- 1 Mark 80 Pf. rwetterte Auflage. Mit 1 Mark 80 Pf. und verbesserte Auslage 3 Mark, llständtg neu bearbeitete 88S. 4 Mark. 2 Mark 1000 Einzelfiguren auf ö Mark graphte, Chronologie und Auflage. Mit k Tafeln 4 Mark tsche te, vermehrte und ver- 2 Mark 40 Pf. r. Dritte, durchgesehene 1 Mark SO Pf. ÄEWWI VAVW S>W>WU^ MW WMZ ^tir .zaruiüen v«o Lkj.'rrrtel, S,bNr>rrrLoie^s, ^a^r nn!> R-'tcrurcltic'nsn. Einladung zum Aöonnrmrnt auf dir . ^ MSchentii.-ve Nachrichten iwer utte Zustände, Kreiflnrisc und Sersö». krchkkite« der Kexettwart, über ZsskssrschWk, öffeiNU»?» nnd .chafUiiytt Ledkn, Wchrutch:4 vu» Luch,, Ärvrn Sonnabrird kin« D »nun», Fon mindrstrns L4 Folios,nte».- ' MitjadrUch über sö06 Mriainal-Abblldangen. Abonnrii,cnks- 1 ?r,i-. o>-,lt'Ii-lbrlich 7 Mark. N« beziehen dorck- all,- k>uchkand!»nge» und z?onaoli°ilirn. Lerprig, ^rpcdition de» Lssullrirtcl! Jeiionz I. I, Nkber. >4