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Dritter Teil. Komposition.
498. Welche vierte praktische Regel zeigt sich uns?
„Stelle ohne Grund keine Fragen, die der Antwortende
nicht beantworten kann!"
499. Worin ist diese letzte Forderung begründet?
Im allgemeinen scheint diese letzte Forderung überflüssigzu sein, da man fragt, um eine Antwort zu bekommen, mit-hin auch keine Fragen scheint bilden zu können, auf die ver-nünftigerweise eine Antwort nicht zu erwarten steht. Unddennoch ist die genannte Forderung manchem, schriftlich odermündlich ansgeführten, Gespräche gegenüber recht sehr anihrem Platze. Der Verfasser oder Katechet hat ein bestimmtesZiel im Auge, wohin er seine Leser oder Katechumenenführen will; es wird ihm vielleicht schwer den Uebergangzu finden von dem einen zu dem anderen, und soentstehen Fragen, die man Sprünge der Verzweiflungnennen könnte.
50Ü. Was wollte in vorliegender Regel das „ohne Grund"sagen?
Es kann der Fall eintreten, daß auf eine gestellte Frageabsichtlich nach dem Laufe des Gesprächs für jetzt nocheine Antwort nicht erwartet wird, indem die Frage nurdazu dienen soll, dem Gefragten im voraus den Weg anzu-deuten, auf welchem das Gespräch ihn führen will. Solche„noch zu schwere" Fragen sind allerdings gestattet, unterder Voraussetzung, daß ihrer wieder gedacht wird, wenndas Gespräch bei ihnen angekommen ist.
Ein Gespräch ist einer Wanderung gleich, die gemeinsam nacheinem bestimmten Ziele hin gemacht wird. Einer der Wandererkennt den Weg, der oder die übrigen kennen ihn nicht. Auf demWege sieht man in der Ferne Kirchtürme emporragen, und der desWeges Kundige zeigt dieselben im voraus, damit die Mitwandererim voraus den Weg sehen, auf welchem sie zu wandern haben.
501. Sind die gestellten Regeln vollständig?
Nein! sofern an die Bildung katechetischer Fragen gedachtwird. Allein es ist diese Aufgabe eine zunächst nur angehendeLehrer betreffende, und in dieser Beziehung eine so um-