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Dritter Teil. Komposition.
Zuhörern keine Zeit läßt zum eigenen nachhelfendcn Ver-ständnis und zur eigenen ausgleichenden Auffassung.
467. Welches zweite wesentliche Merkmal einer Rede st. Fr. 460)fanden wir?
Als zweites wesentliches Merkmal einer Rede hoben wirhervor, daß der Redner stets daran denken müsse, auch demOhre seiner Zuhörer zu gefallen.
468. Was ist damit gemeint?
Damit ist gesagt, daß der rhythmische Wohlklang, obwohlderselbe ein wesentliches Merkmal jedes Aufsatzes ist, dochan die Rede als besondere Forderung herantritt.
469. Welche zweite Praktische Regel ergiedt sich daraus?
„Bei der Abfassung einer Rede sei stets des rhythmischen
Wohlklangs eingedenk!"
470. Wodurch wird diese Regel befolgt?
Wir gingen stets davon aus, daß die Korrektur eine„lesende" sein müsse, weil jeder Aufsatz die Bestimmunghabe, die mündliche Rede zu vertreten, und weil er daherauch von dem Verfasser selbst „hörend" zu prüfen sei. DieseForderung gilt besonders für den schriftlichen Aufsatz, welcherzum mündlichen Vortrage ausdrücklich bestimmt ist; deshalbtritt die Forderung: „Lies, was du geschrieben!" und:„Lies laut!" bei der Abfassung einer Rede zwiefach hervor.
Wer eine Rede abfaßt, ohne dieselbe laut sich selbst vorzulesen,der gleicht einein Musiker, welcher eine Oper schreibt, ohne dieselbein ihren einzelnen Partien und in ihrem Volleindrucke hörend zuprüfen.
471. Worin besteht der rhythmische Wohlklang?
Der rhythmische Wohlklang besteht in zwei Dingen: inVermeidung des eintönigen Ausdrucks, und in Hervor-hebung des zusammentönenden Ausdrucks.
472. Was heißt „Vermeidung des eintönigen Ausdrucks"?
„Eintönigkeit" ist dem natürlichen Gefühle für Schön-heit ebenso widerstrebend wie „Einförmigkeit", denn die