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Dritter Teil. Komposition.
Durch die Disposition wird jedem schriftlichen Aussatze die Ein-heit bewahrt, und insofern ist dieselbe jedem Aufsatze notwendig. Inder „Abhandlung" soll aber der regierende Einfluß der Einheitsystematisch, d. h. von innen heraus das Ganze regierend, hervor-treten. Also ist hier ein mehr in das einzelne hineingehendes Fest-halten der Disposition unbedingtes Erfordernis.
453. Wie gestaltet sich diese Regel für das Praktische Ver-fahren des einzelnen?
Wer sich noch nicht hinlänglich im Disponieren geübthat, kann eine „gute" Abhandlung nicht abfassen. Aller-dings wird er die Erfahrung machen, daß ihn die Disposition,wenn er bisher erzählte und beschrieb, ohne eine Dispositionzuvor zu machen, anfänglich einengt und stört. Uber eswill in der Stilübung auch diese Periode eben durchgemachtsein, und wer sich dieselbe nicht verdrießen läßt, der kommtschließlich dahin, daß er streng systematische Abhandlungenschreibt, ohne zuvor von der Disposition auch nur ein Wortniedergeschrieben zu haben.
Bei allen Kunstübungen, so bei der Musik, dem Malen u. s. f.,ist das Erlernen der Kunstregeln, wenn dasselbe zu der anfänglicheinfach praktischen Uebung hinzukommt, zuerst störend. Die Störunggestaltet sich aber später zur bewußten, also vollen Befähigung,sobald man die einzelnen Regeln voll verwendet, ohne sich derselbenmehr bewußt zu werden.
454. Welches Hilfsmittel wurde früher empfohlen, um überdiese Störung durch die Kunstregcl des Tisponicrens hinweg-zukommen?
Es wurde (s. Fr. 139 ff., 227—245, 253) schonwiederholt darauf hingewiesen, daß es zu dem genanntenZwecke anzuempfehlen sei, die Disposition vor der eigent-lichen Abfassung in einen zusammenhängenden Entwurfnmzugestalten. Dadurch wird die nicht ausbleibende Periodeder Störung durch die Disposition rascher überwunden,indem durch den zusammenhängenden Entwurf der Ueber-gang zum vollbewußten systematischen Schreiben vermitteltwird.