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Dritter Teil. Komposition.
der abstrakten Zerlegung, d. h. der Auffindung des begriff-lichen Inhaltes des Angeschauten, vorhergeht.
Dennoch gehört es zu den gewöhnlichsten Mißgriffen der Stil-Übungen in den Schulen und auch eigener Stilübungen, daß Thematagegeben oder gewählt werden, die ihrer wesentlichen Aufgabe nach„Erklärungen" sind, während die Fertigkeit im Erzählen, im Beschreibenund Vergleichen noch nicht hinlänglich erstarkt ist. Pestalozzi wirdviel genannt und gelobt, aber in der Bedeutung seines Prinzipes,worin er eben unvergeßlich ist, noch vielfach übersehen. So wirdz. B. als Thema in der Schule „Das Gedächtnis" gegeben, währenddie Schüler noch nie erzählten von dem Glücke eines Knaben, dersein Gedächtnis gut geübt hatte, und »och nie beschrieben, wiederselbe solche Uebung vernahm. Und dann wundert sich der Lehrer,daß die Aufgabe nicht gelingen will, meint wohl gar im eigenenabstrakten Unverstände, daß das Mißlingen ein besonderer Beweisvon der Unfähigkeit der betreffenden Schüler sei.
442. Welche erste praktische Regel ergiebt sich aus diesemVerhältnis des Erklärens zu dem Erzählen und Beschreiben?
„Wenn deinen Schülern oder dir selbst eine Erklärungnicht gelingen will, so lasse die Erzählung und auch wohldie Beschreibung der Erklärung vorhergehen!"
Es ist die Befolgung dieser Regel in dem Maße nötiger, jebekannter die zu erklärende Sache dem Verfasser ist. Denn gerade beiden bekanntesten Dingen finden wir oft am wenigsten Veranlassung,nach ihrem begrifflichen Inhalte zu fragen, weil sie uns meistens ineiner Zeit zuerst entgegentraten, wo unsere geistige Thätigkeit nochganz der konkreten Anschauung angehörtc, so daß wir, als unsereabstrakte GeisteStbätigkeit schärfer hervortrat, über das Betreffende alsüber etwas Wohlbekanntes hinwegsahen. So wird z. B. das Thema„Was ist ein Buch" ? selbst in der Oberklasse einer Volksschule nochmeistens ein schwieriges sein, aber leicht gelingen, wenn das Thema etwaso lautet: „Erzählt uud beschreibt erst, was ihr an euren Bücherngehabt habt, und dann sagt schließlich, was das Buch ist!"
443. Wie viele Arten der Stilülmng im Erklären giebt cs?
Gleich in der ersten hierhergehörenden Frage (s. Fr. 438)
wurden die drei Arten von Erklärungen angedeutet, nämlich:
aa) Erklärungen einzelner Wörter.
bd) Erklärungen ganzer Sätze.
ce) Erklärungen größerer und kleinerer Aufsätze.